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Sozialplan für die 31 Beschäftigten der Nammo Buck GmbH Pinnow steht / Abfindungen und Weiterbildung bei 80 Prozent des Gehaltes

Munitionsentsorger
Das Ende einer Ära für Pinnow

Abenddämmerung über dem Betriebsgelände: Ab 1. Januar 2019 schließt sich das Tor der Nammo Buck GmbH Pinnow für immer.
Abenddämmerung über dem Betriebsgelände: Ab 1. Januar 2019 schließt sich das Tor der Nammo Buck GmbH Pinnow für immer. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 23.06.2018, 06:15 Uhr
Pinnow (MOZ) Ende Mai gab Christoph Rüssel, Geschäftsführer der Nammo Buck GmbH, die Schließung des Standortes Pinnow zum Ende dieses Jahres bekannt. Der Munitionsentsorger Nammo stellt sich neu auf und macht mit zehn Mitarbeitern am Nammo-Standort Storkow weiter. Jetzt steht der Sozialplan.

„Wir tun alles, um den von den Kündigungen betroffenen Mitarbeitern zu helfen, eine neue Beschäftigung zu finden“, hatte Christoph Rüssel Ende Mai erklärt. „Unsere Kollegen sind engagiert und hochqualifiziert, jede Firma kann sich glücklich schätzen, einen unserer Mitarbeiter in ihren Reihen zu haben“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Um die Jobsuche zu erleichtern, stelle man jeden, der eine neue Stelle findet, sofort frei.

Bislang liefen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Sozialplan, der in dieser Woche unterschrieben wurde. Danach wurden Abfindungen für die Mitarbeiter vereinbart, deren Höhe sich nach der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit richtet. Jeder Mitarbeiter hat auch die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. „Die Transfergesellschaft fängt die Mitarbeiter auf und sorgt für eine optimale Weiterbildung auch nach dem 31. Dezember, bei 80 Prozent  des bisherigen Nettogehaltes“, berichtet Christoph Rüssel. Er lobte die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. „Sie war sehr fair und konstruktiv, hierfür danke ich den Kollegen“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Die Transfergesellschaft biete eine intensive individuelle Beratung und coache die Mitarbeiter bei der Stellensuche. Dies umfasse auch die Erstellung von Bewerbungsunterlagen, die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und die Suche nach freien Stellen. Qualifizierungsmaßnahmen und Praktikumsmöglichkeiten vermittle die Transfergesellschaft bei Bedarf ebenso.

Nammo Buck hatte 1999 nach der Insolvenz der Buck Inpar GmbH 71 Mitarbeiter übernommen. Nachdem 107 Staaten im Jahr 2000 das Osloer Abkommen unterzeichnet hatten, das die Produktion, die Lagerung und den Gebrauch von Streumunition ächtet, gab es im Pinnower Werk viel zu tun. Hier wurden Raketen und Munition aus mehreren Ländern demontiert und entsorgt. Das umsatzstärkste Jahr war 2015. Danach sank der Umsatz kräftig. Die Mitarbeiterzahl  musste auf 51 reduziert werden. Geschäftsführer Christoph Rüssel hatte bei einem Besuch von Bundestagsabgeordneten und Regierungsvertretern 2015 gemeint, dass die Arbeit für die nächsten Jahre gesichert sei und man sich um Aufträge auch aus Übersee bemühe. Die Geschäftsführung sei sich bewusst, dass man sich irgendwann auf eine neue Lage einstellen musste. Doch mit einem Einbruch in der Entsorgungsbranche haben wir erst später gerechnet“, hatte er damals erklärt.

Aufgrund der weltweiten Sicherheitslage ruderten allerdings etliche Länder auch bei der Vernichtung der geächteten Munition zurück. Die schlechte Auftragslage zwang das Unternehmen 2017 nochmals, 20 Mitarbeiter zu entlassen.

Nun verlässt Nammo Buck das mit rund 20 Hektar zu groß gewordene Areal in Pinnow und hat sich für den Standort in Storkow entschieden. In Pinnow geht mit der endgültigen Schließung des Werkes eine Ära zu Ende.

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