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Endlich Regen – Kleingärtner atmen auf / Dürrer Sommer, Leerstand und Einbrüche erschweren ihnen das Leben

Gärten
Durstig, schön, manchmal wild

Tess Itzenplitz / 12.07.2018, 06:45 Uhr
Schwedt Sommer, Sonne, Verschnaufpause. Das bedeutet viel Freizeit für Jung und Alt. In Schwedt verbringen Kleingärtner diese offenbar überwiegend im eigenen Garten. Täglich wird der Urlaubs- und Ferien-Müßiggang durch das Hobbygärtnern verschönert.

Der Kreisverband der Gartenfreunde vertritt die Interessen von etwa 10 000 Kleingärtnern. Sie sind in 80 Vereinen organisiert und gärtnern auf mehreren tausend Parzellen in Angermünde, Schwedt, Gartz, Templin und den dazugehörigen eingemeindeten Orten. Im Landesmaßstab sind die Uckermärker der drittstärkste Verband. Viele Sparten tragen romantische Namen wie Am Silbersee, Blütengrund, Dahlienhain, Sommerfreude, Nach Feierabend, Wiesengrund, Vogelsang, Urstromtal, Sonnenblume, Sommerglück. Viele sind Jahrzehnte alt. Nachbarschaften sind gewachsen, neue dazu gekommen. Die Sparte „Welsestrand“ zum Beispiel ist im Frühjahr 1972 gegründet worden. Heute gibt es dort um die 80 blühende Kleingärten. Neben den Aktivisten der ersten Stunde werkeln auch viele 
Junggärtner.

Der Garten ist für viele Schwedter ein Rückzugsort, eine Oase. Sie wolle sich an schönen Blumen erfreuen, berichtet die Besitzerin eines Gartens in der Anlage Dahlienhain. Rosen, Dahlien, Sonnenblumen, Geranien und Wicken entfalten derzeit ihre Pracht. Aber viele bauen auch Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Blumenkohl und sogar Melonen an. Die beiden wichtigsten Gründe neben den geltenden Gartenregeln, eigenes Obst und Gemüse anzubauen, sind: Es entlastet die Haushaltskasse und die Nahrungsmittel sind frisch.

Gärten bieten nicht nur Entspannung und Zufriedenheit. Gartenarbeit erfordert viel Wissen und Hoffnung, Kraft und Hingabe. „Man sieht, dass man etwas geschafft hat“, berichtet ein Gartenbesitzer über das, was zählt. Wer durch die Gartensparten spaziert, dem fallen sowohl gut gepflegte Beete als auch verlassene, wild gewordene Gärten auf. Der Kreisverband Uckermark der Gartenfreunde bietet auf seiner Internetseite freie Parzellen an – zum Beispiel in den Kleingartenanlagen „Meyenburger Hang“, Zentrum, Igelpfuhl I und II, Kastanienhain, Zur Linde, Kummerow. Leerstand bereitet betroffenen Sparten Probleme. Andere Schwierigkeiten ergeben sich durch häufige Einbrüche und Diebstähle. Wie die jüngst aufgeklärte Einbruchserie einer dreiköpfigen Bande in Gartenlauben in Schwedt belegt. Allein dieses Trio verursachte einen Gesamtschaden von schätzungsweise 10 000 Euro.

Doch hauptsächlich die diesjährige Dürre, der überaus heiße Sommer sorgen für Übellaunigkeit, da die Wasserrechnungen vieler Gartenbesitzer in die Höhe schnellen könnten und viele der angepflanzten Gewächse und Blumen eingehen. Täglich muss bewässert werden. Wochenlang ließ der Regen auf sich warten, ehe in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ein paar Tropfen fielen. Am Mittwoch legte der Himmel noch etwas nach. „Endlich Regen!“, war als Stoßseufzer zu hören.

Bei einer durchschnittlichen Pacht von 79 Euro pro Monat und Parzelle meinen viele Kleingärtner, das sei ein vertretbares Risiko im Vergleich mit den Vorzügen eines kleinen Paradieses inmitten des Alltagstrubels.

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