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Kunstrasen-Großfeldplatz entsteht

Fußball
Rasen-Revolution in der Uckermark

Jörg Matthies / 13.07.2018, 05:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Unweit des Parks Heinrichslust herrscht große Geschäftigkeit: Schieberraupen drehen ihre Runden, Tieflader und Bagger bewegen Berge von Erdreich. Hier laufen sozusagen „historische Arbeiten“: Es entsteht der erste uckermärkische Fußball-Kunstrasen-Großfeldplatz.

Endlich Regen – nicht mehr zusätzlich wässern. Nicht nur für Bauern und Gärtner, sondern auch für die Sportplatzbauer in der Oderstadt war dies seit Dienstag ein erfreuliches Signal. Ihre Arbeit war zuletzt eine sehr staubige Angelegenheit. Von Montagfrüh bis zum späten Donnerstag sind Mitarbeiter der Firma Schmitt Intergreen-Sportstättenbau aus Groß Köris (Dahme-Spreewald-Kreis) am Arbeiten – sie schaffen so ihre Wochenstunden, um sich (bei Montagearbeitern durchaus üblich) ein längeres Wochenende gönnen zu können. „2000 Kubikmeter Erdreich des ehemaligen Hartplatzes und zudem etwa 2600 Kubikmeter Material vom Terrain des angrenzenden früheren Reitplatzes sind zu bewegen, um die Fläche für den ersten Bauabschnitt zu präparieren.

105 mal 68 Meter groß soll der künftige Kunstrasen-Fußballplatz werden, den vorrangig der aktuelle Betreiber dieses Sportgeländes, der FC Schwedt, nutzen wird. Ein seit Jahrzehnten existierender Wunsch in der Oderstadt, beispielsweise auch von City Schwedt im Külzviertel des Öfteren in die Diskussion eingebracht, wird endlich erfüllt. Schon im Oktober, wenn Mitte des Monats das Rummenigge-Fußballcamp für Nachwuchs-Kicker in Schwedt Station macht, soll die neue Spielfläche ihre erste Bewährungsprobe bestehen. Vor allem aber wird sie für – wetterunabhängig – gute Trainings- und Wettkampfbedingungen im Winter benötigt.

Auch, um derzeit vorhandene Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz zu minimieren. Während im Berliner Umland, bei Gegnern des FCS und anderer uckermärkischer Vereine bei Punktspielen auf Landesebene, fast schon in der kleinsten Gemeinde auf Kunstrasen angetreten wird, war die Landkarte der Uckermark in dieser Beziehung bislang ein weißer Fleck. Natürlich ist die Vorfreude jetzt bei den Kickern groß, zumal die Arbeiten voll im Plan liegen, wie vor Ort zu erfahren ist.

„In der kommenden Woche wollen wir mit dem Grundplanum fertig sein, das Erdreich ist also an die richtigen Stellen gebracht oder durch die Firma TSH abtransportiert“, blickte Mitte der Woche der Technische Leiter der Firma aus Groß Köris optimistisch wenige Tage voraus. Und auch was die Gesamtfertigstellung angeht, ist sich Oliver Menzel sicher: „Ende September ist der Auftrag realisiert!“

Die Naturschotter-Tragschicht werde jetzt also als Erstes aufgebracht, es folgen Einfassungen und Wege. Parallel gibt es die vorbereitenden Arbeiten für die neue Flutlichtanlage mit sechs Masten, die natürlich vor allem in der dunklen Jahreszeit ihre Arbeit tun wird. Wenn dann die 35 Millimeter starke Elastik-Schicht aufgetragen ist, kann das eigentliche Verlegen des Kunstrasens beginnen. „Das geschieht mit jeweils vier Meter breiten Rollen, diese werden dann untereinander verklebt. Schließlich wird eine Sand-Granulat-Füllung aufgebracht“, erläutert Menzel. Die Firma aus Groß Köris, so ergänzt er, mache im Jahr um die 20 Million Euro Umsatz – ein Millionenprojekt ist auch das neue, langersehnte Kunstrasenplatz-Areal in der Oderstadt.

In der Luftbildaufnahme sind die Ausmaße des künftigen Gesamt-Objektes bereits absehbar. Mit der neuen Spielfläche soll die Umgestaltung des „Sportkomplexes Heinrichslust“ längst nicht abgeschlossen sein. Ein zusätzlicher Trainingsplatz mit Natur-Rasen soll im zweiten Bauabschnitt (der Verein hofft auf die Realisierung dann gleich im kommenden Jahr) genau parallel zum Kunstrasen entstehen. Das vorhandene Minispielfeld und auch der alte Parkplatz müssen weichen und erhalten neue Standorte. Im Plan sind rund 70 Pkw-Stellplätze vor dem Wohnblock Am Sportplatz 13 bis 16 vorgesehen, das Minispielfeld wird um einige Meter weiter Richtung Vereinslokal verlegt.

Bleiben zwei weitere Aufgaben, um die avisierte Komplett-Schließung der jetzt noch vom Verein genutzten Sportstätte in der Waldsportanlage irgendwann in den 20er-Jahren tatsächlich realisieren zu können: Die Rekultivierung des jetzigen Rasenplatzes am Park Heinrichslust sowie die Verlegung der Kegelsportanlage. Für beides gibt es noch keine schlüssigen Planungen – natürlich geht es dabei dann vor allem auch immer um Geld. Wie beim Laufen kann hier das Motto wohl nur lauten: Schritt für Schritt.

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