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Schwedter Bürgermeister besucht neu gegründete Firma AMU am ehemaligen Hartmann-Standort

Wirtschaft
Anlagenbauer geben Gas

Michael Dietrich / 13.07.2018, 06:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Der Stahl- und Anlagenbauer AMU Schwedt stand am Donnerstag auf der Besuchsliste von Bürgermeister Jürgen Polzehl. Regelmäßig besucht der frühere Wirtschaftsförderer Polzehl im Sommer Betriebe. Diesmal hat der Bürgermeister eines der jüngsten Unternehmen der Stadt ausgesucht.

Vor anderthalb Jahren waren die beiden Chefs und Gründer des Unternehmens AMU Anlagenbau, Maschinenbau, Umwelttechnik in der Kuhheide selbst noch Angestellte bei einem Pinnower Unternehmen und von der Kündigung bedroht. Martin Jüdes, 41, und Robert Bunn, 37, fassten damals den Entschluss, ihre eigene Firma zu gründen, mieteten in Schwedt die alten Hallen der Eierverpackungsproduktion von Hartmann und starteten dort mit Krediten und dem sieben, acht Mann starken Kern ihrer alten Kollegen selbst ordentlich durch. Ihr Metier ist der Anlagenbau aus so genanntem schwarzem Stahl. Das was Butting aus Edelstahl baut, baut AMU aus Stahl.

Keine elf Monate später wird das Unternehmen mit dem Existenzgründer-Preis Barnim-Uckermark ausgezeichnet, ist auf ­­27 Mitarbeiter und aktuell 32 Leiharbeiter angewachsen und kann pralle Auftragsbücher und lukrative Aufträge vorweisen. AMU baut für Leipa, Auftraggeber in Berlin, Leuna oder Herne. Die Umsatzzahlen aus dem Buissnessplan der Gründung erreicht das junge Unternehmen bereits vorzeitig. „Die Bilanz des ersten Jahres sieht sehr gut aus und auch dieses Jahr  geben wir ordentlich Gas“, sagt Robert Bunn und gibt sich mit seinem Kompagnon Martin Jüdes vor dem Schwedter Stadtoberhaupt den Faustcheck.

Die beiden Geschäftsführer sind gut gelaunt und optimistisch. Den Standort nahe  Leipa und dem Partnerunternehmen Butting nennen sie geradezu ideal. Wenn in der Papierfabrik eine Anlage steht und dringend Anlagenbauer gebraucht werden, ist es schon vorgekommen, dass AMU ad hoc eine Abordnung von 26 Schlossern und Schweißern ’rüber zum benachbarten Unternehmen schickte. „Unsere Kunden sind zufrieden, wir können von den Erlösen weiter investieren und wachsen“, erklärt Martin Jüdes. Mit Butting besteht eine enge Kooperation, wenn es um die Kombination von Edelstahl und Schwarzstahl geht. Für einen Auftrag in Russland werden gerade mehrere große Behälter mit einem Durchmesser von sechs Metern vorgefertigt. Derzeit streckt AMU die Fühler vor allem zu weiteren Unternehmen in der Region aus wie PCK oder Stadtwerke. „Unsere Angestellten wollen natürlich am liebsten hier vor Ort arbeiten. Wir haben auch zwei alleinerziehende Väter in der Belegschaft, die wollen wir natürlich nicht auf Montage schicken“, sagt Robert Bunn.

Um so erstaunter zeigte sich Jürgen Polzehl, der sich auch nach Problemen oder Hindernissen bei der Gründung erkundigte, als er davon erfährt, dass es in Sachen Wirtschaftsförderung bei AMU doch reichlich holprig verlief. „Wir hätten uns am Anfang schon sehr eine Fräsbank gewünscht. Aber da es mit den Fördermitteln nicht klappte, muss die Anschaffung der Maschine noch warten“, erläutert Robert Bunn. Die Schwierigkeiten, die die Gründer mit dem Antragsverfahren und zahlreichen anderen bürokratischen ürden hatten, will Polzehl zusammen mit seiner Beigeordneten Annekathrin Hoppe noch einmal prüfen.

Es ging um eine Förderung über das Programm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” GRW, die AMU nicht erhielt, weil sie einen Formfehler begangen haben sollen. „Vielleicht können wir ja die Förderung der nächsten Investition unterstützen“, deutete Jürgen Polzehl seine Hilfsbereitschaft an. Der Bürgermeister drückte mehrfach seinen Respekt für den Mut und Unternehmergeist sowie Freude über die neue Ansiedlung am Hartmann-Standort aus.

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