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Wanderausstellung in der Marienkirche zu Leben und Wirken des Gefängnisseelsorgers Franz Stock

Ausstellung
Friedensstifter zwischen Völkern

Erinnerung an einen Friedensstifter: Die Wanderausstellung „Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“ ist derzeit in der Marienkirche Angermünde zu sehen.
Erinnerung an einen Friedensstifter: Die Wanderausstellung „Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“ ist derzeit in der Marienkirche Angermünde zu sehen. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 26.07.2018, 21:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Über Arnsberg, Paris nach Angermünde wanderte eine Ausstellung, die mit einer Persönlichkeit bekannt macht, die hierzulande weitgehend unbekannt ist. Franz Stock wirkte von 1934 bis 1945 als katholischer Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Paris und nach der deutschen Besetzung Frankreichs als Gefängnisseelsorger für zum Tode verurteilte politische und Kriegsgefangene. Mehr als 1000 Verurteilte begleitete er bis zu ihrem Tod und hat über die letzten Gespräche und Abschiedsworte bewegend Tagebuch geschrieben. Zeit seines Lebens, das 1948 durch Erschöpfung und Krankheit schon im Alter von 44 Jahren endete, setzte sich Franz Stock für die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und Völkerverständigung insbesondere der Jugend ein. Darüber hinaus warnte und versteckte er Widerstandskämpfer. In Frankreich wird Franz Stock bis heute hoch verehrt. Über all das erzählt die informative Wanderausstellung „Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“, die derzeit in der Angermünder Marienkirche zu sehen ist. Hierher geholt hat sie die Leiterin der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule, Dorothea Janowski, im Rahmen ihrer deutsch-französischen Kooperation. Im Mai reisten Musikschüler  und Schüler des Einstein-Gymnasiums nach Arnsberg und Paris, um Leben und Wirken Franz Stocks zu erforschen. Sie gaben auf einer großen Festveranstaltung anlässlich des 70. Todestages von Franz Stock in Paris ein Konzert und konnten nun die Wanderausstellung, die vom deutschen Franz-Stock-Komitee in seiner Geburtsstadt Arnsberg/Westfalen gestaltet wurde, nach Angermünde holen, wo sie allen Interessierten noch bis zum 18. August offen steht. Jetzt dankte der Vorsitzende des Komitees, Stephan Jung, in einem Brief an den St. Marien-Pfarrer Uwe Eisentraut für das Engagement in Angermünde und schreibt: „Franz Stock hat in einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte den Mut aufgeboten, dem hasserfüllten Treiben der deutschen Besatzer eine christlich geprägte Lebensführung entgegenzustellen. Sein Einsatz für leidende Menschen über Unterschiede hinweg hat ihn zu einem Versöhner zwischen den Völkern werden lassen.“

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