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„Grüne Aktionsfläche“ nach Hitzesommer alles andere als grün / Zirkus Aeros muss ins Gewerbegebiet ausweichen

Zirkus
Festplatz fertig, aber nicht nutzbar

Sand statt Rasen: Auf der neuen Festwiese an der Leverkusener / Ecke Ehm Welk-Straße ist der Rasen nicht aufgegangen.
Sand statt Rasen: Auf der neuen Festwiese an der Leverkusener / Ecke Ehm Welk-Straße ist der Rasen nicht aufgegangen. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 06.09.2018, 06:03 Uhr
Schwedt (MOZ) Zirkus Aeros kommt in die Stadt. Der letzte Großzirkus Ostdeutschlands gastiert vom 21. bis 30. September  im Gewerbegebiet. Zelt und Zirkuswagen aber dürfen wider Erwarten nicht auf die nagelneue Festwiese. Die ist zwar fertig gebaut, aber die Rasensaat ist nicht aufgegangen.

Auf dem Bauschild an der Ehm Welk-Straße verspricht die Stadt, dass die „Grüne Aktionsfläche im Quartier“ im Sommer 2018 fertig ist. Fertig ist sie, sagt die Stadt. Alle Medien sind unter der Erde, alle wichtigen Anschlüsse für Schausteller und Zirkusleute in schicken Anschlusspollern verstaut. Eine große Fläche ist mit Schotterrasen befestigt, sodass Lkw darauf fahren können. Nebenan wurden ein Spielplatz und ein Bolzplatz erneuert. Schaukeln, Klettergerüste aus Edelstahl blitzen in der Sonne. Kosten insgesamt: 544 000 Euro.

Als Bürgermeister Jürgen Polzehl kürzlich einen Besuchstermin in der Nähe nutzte, sich das teure Stadtplätzchen im Stadtteil Kastanienallee einmal persönlich anzuschauen, war er sichtlich verwundert. „So viel Geld und dann sieht man davon so gut wie nichts“. Das war natürlich überspitzt und eher ein Ausdruck der Ohnmacht davor, wie viel heute alles kostet. Natürlich sieht man Erdbau, Medienverlegung und Befestigungen nicht mehr, wenn ein Platz fertig ist. In einem hatte der Bürgermeister dennoch Recht: Von der Wiese, also dem Rasen zwischen dem Schotter, war wirklich so gut wie nichts zu sehen.

Die Stadt bestätigte auf Nachfrage, dass sich die Endabnahme der Baustelle und damit die Nutzung weiter hinauszögern werde. „Die Baufirma hat auf den Flächen schon das zweite Mal Rasen angesät und anschließend gewässert, beide Male erfolglos. Auf mehreren Flächen ist die Rasensaat wegen der Trockenheit und Hitze einfach nicht aufgegangen“, erklärte eine Sprecherin. Die Aktionsfläche ist nicht grün, sondern staubig gelb und braun. Jetzt soll günstigeres Wetter für eine dritte Saat abgewartet werden. Der Bolzplatz, noch mit Bauzäunen geschützt, damit kleine Kickerschuhe den jungen Rasen nicht zu früh betreten und gleich wieder zerstören, gleicht eher einem Wildblumenbeet als einem Rasen, früher hätte man ökologisch unkorrekt Unkrautwüste gesagt. Der vertrocknete Rasensamen liegt zwischen dem Unkraut auf dem blanken Boden. Sogar über den Einsatz von Rollrasen wird bereits ernsthaft nachgedacht. Die Stadt rechnet mit einer weiteren Kostensteigerung.

Bis der Rasen nicht angewachsen ist, will die Stadt die Flächen nicht befahren lassen. Notgedrungen musste sie den Zirkus wieder auf die Ausweichfläche im Gewerbegebiet verweisen. Schon 2016 hatte Aeros Pech und musste sich damals noch selbst einen Standort suchen, an der Steinstraße hinter Mercedes.

Die neue Festwiese scheint einfach unter keinem günstigen Stern zu stehen. 2015 beschlossen musste der Bau bis 2017 verschoben werden, weil die Planung nicht passte und die Kosten das Budget sprengten.

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