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Wirtschaft und Wissenschaft starten deutsch-polnisches Pilotprojekt zur Fachkräftegewinnung

Fachkräftemangel
Zukunftspakt in der Grenzregion

Kurswechsel: Wirtschaftskapitäne und Professoren aus Deutschland und Polen haben in der PCK Raffinerie in Schwedt einen Zukunftspakt verkündet. Unternehmen und Hochschulen aus der Grenzregion kooperieren dabei.
Kurswechsel: Wirtschaftskapitäne und Professoren aus Deutschland und Polen haben in der PCK Raffinerie in Schwedt einen Zukunftspakt verkündet. Unternehmen und Hochschulen aus der Grenzregion kooperieren dabei. © Foto: Dietmar Rietz
Dietmar Rietz / 06.11.2018, 19:00 Uhr - Aktualisiert 06.11.2018, 19:59
Schwedt (MOZ) Wirtschaft und Wissenschaft haben einen grenzübergreifenden Zukunftspakt geschlossen. Der Start wurde am Dienstag in Schwedt verkündet. Gegründet wird ein Konsortium, um bedarfsgerecht auszubilden, wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen und Netzwerke zu knüpfen.

Das Ganze gilt als Pilotprojekt. In einem ersten Schritt werden für 360 Studierende aus Deutschland und Polen über zwei Jahre verteilt 24 Unternehmensbesuche organisiert. Deutsche Studenten erhalten Einblick in polnische Firmen – ein Novum. Polnische Studenten in deutsche. Sie werden auf diese Besuche vorbereitet. In den Unternehmen sollen sie kommunizieren, was sie erwarten. Gleichzeitig lernen sie die Betriebe kennen, erfahren, was Unternehmer von ihrem Fachkräftenachwuchs erwarten, beschreibt Professort Jörn Mallok von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde das Szenario. Im besten Falle, so sagt er optimistisch, sind 360 Studierende nach zwei Jahren vermittelt an Arbeitgeber, die sie dringend brauchen. Geplant sind darüber hinaus Fachveranstaltungen für die Beteiligten zum Führen von Unternehmen, zu Wirtschaftsrecht oder Management-Lehrgänge. Die Universität Stettin plant, dazu E-Learning-Vorträge anzubieten. Mit einem besseren Trainee- und Praktikumsangebot will die neue „Zukunftsallianz Wirtschaft-Wissenschaft“ in der Grenzregion deutsche und polnische Studierende länger in den Betrieben binden.

Der Ausbau der wissenschaftlichen Kooperation und das Vernetzen von Hochschulen mit den Unternehmen soll ebenfalls in diese Richtung wirken. Insgesamt 400 000 Euro sollen über zwei Jahre für das Pilotprojekt ausgegeben werden. Der größte Teil stammt aus der EU-Kasse. Unternehmen zahlen ebenfalls. Wissenschaftler steuern Know-how und Organisation bei. Es gibt die Option, das Projekt um zwei Jahre zu verlängern.Das Interesse an dem neuen Pakt scheint groß. 45 Betriebe aus der Uckermark, dem Barnim, aus Mecklenburg-Vorpommern und Polen wollen mitmachen, informierte Martin Culle von der Unternehmervereinigung Uckermark. Mit am Start sind zudem die Universität Stettin, die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und die Hochschule Stralsund.

Die zunehmende Landflucht junger Menschen in die großen Städte, so ist aus den Äußerungen der Allianz-Partner zu entnehmen, bewegt Wirtschaft und Wissenschaft ernsthaft. Betriebe wie die PCK Raffinerie oder der Papierhersteller Leipa, aber auch viele andere, suchen händeringend nach Fachpersonal, nach Arbeitern und Ingenieuren.

In Schwedt gehen in diesen Jahren ganze Genrationen von Beschäftigten in den Ruhestand oder die Produktion wurde erweitert und mehr Personal wird gebraucht. Um jungen Leuten zu erklären, wie innovativ und attraktiv die auf höchstem technischen und technologischen Standard produzierenden Unternehmen vor Ort sind und welche Chancen sich bieten, so äußerte Peter Probst von Leipa, müssen wir ihnen das zeigen. Das wurde bisher ungenügend praktiziert.

Den Nachteil der Lage an der deutsch-polnischen Grenze, so die Partner der deutsch-polnischen Allianz aus Wirtschaftskapitänen, Universitätspräsidenten, Hochschulrektoren und Professoren, sei mit gemeinsamen Anstrengungen in einen Vorteil umzumünzen.

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