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Zwei Elle-Preisträger 2018 prämiert / Bewegender Abend würdigt alle Nominierten

Auszeichnung
Menschlichkeit im Rampenlicht

Daniela Windolff / 19.11.2018, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Die Elle 2018 ist verliehen. Die Jury entschied sich aus der Fülle und Vielfalt der Vorschläge in diesem Jahr überraschend für zwei Auszeichnungen, die am Freitag Abend bei einem bewegenden Empfang im Rathaus verliehen wurden.

In Berlin wird der Bambi verliehen, fast zeitgleich in Angermünde die „Elle“. Im Rampenlicht standen hier allerdings keine Mediensterne und –sternchen, sondern Mitmenschen von nebenan, die eher im Hintergrund agieren. Es sind Menschen, die dennoch Außergewöhnliches tun und das ganz uneigennützig für andere Menschen. Die Angermünder Elle ist ein Preis für Gerechtigkeit, Toleranz, Gewaltfreiheit und Weltoffenheit in Angermünde, den das Angermünder Bürgerbündnis verleiht. Schirmherren sind der Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer und der Präsident des Landesverfassungsgerichtes Jes Möller.

Für die Elle nominiert waren in diesem Jahr: Die Mitstreiter der Aktion „Wir lassen uns keine kleben“, die Initiatoren des Begegnungscafés für Einheimische und Asylbewerber, die Schülerinitiative Kranichfalten zum Weltfriedenstag, Lony Machleidt, Sabine Schweizer, Sigrid Korepkat und Warif Wely als Einzelpersonen, die sich ganz besonders für die Integration von Flüchtlingen einsetzen, sowie die Leiterin der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule Dorothea Janowski für ihre grenzüberschreitenden Projekte mit Kindern und Jugendlichen zu Völkerverständigung und Versöhnung. Nominiert wurden außerdem die IG Frauen und Familie für ihre vielfältigen sozialen Initiativen für Familien und gegen häusliche Gewalt, der Sprecher der Bürgerinitiative Crussow, Rainer Ebeling, der sich für eine verantwortungsvolle Energiewende im Interesse der Bürger engagiert, sowie Anita Schwaier für ihr Lebenswerk für ein umweltverträgliches Miteinander von Mensch und Natur.

Mit elf Vorschlägen erlebte die Elle-Ausschreibung 2018 einen Rekord. Alle Nominierten seien des Preises würdig, betonte Wolfgang Rall als maßgeblicher Organisator. 2016 wurde die Elle nach zehnjähriger Pause wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt, als die Flüchtlingswelle auch Angermünde erreichte.

Lony Machleidt aus Altkünkendorf gehörte zu den ersten Bürgern, die ungefragt und uneigennützig halfen, Neuankömmlinge willkommen zu heißen, ihnen beim Deutschlernen und beim  Zurechtfinden im fremden Gastland zu helfen. Bis heute ist die Seniorin unermüdlich ehrenamtlich im Einsatz, um Flüchtlingsfamilien, vor allem Frauen und Kinder in ihrem Nachbardorf Wolletz, zu unterstützen. Für diese Herzenssache wurde Lony Machleidt mit der Elle 2018 ausgezeichnet. „Sie spürt, wenn Menschen Hilfe brauchen und tut es einfach. Sie zeigt, wie wertvoll es gerade in heutiger Zeit ist, einfach menschlich zu sein“, begründete Bürgermeister Frederik Bewer die Entscheidung der Jury.

Die Jury entschied sich in diesem Jahr für eine zweite Elle, die der Angermünder Kunstschmied Wilfried Schwuchow noch kurzfristig nachfertigen musste. Sie ging an die Aktion Kranichfalten zum Weltfriedenstag. Seit sieben Jahren wird sie von Schülern des Religionskurses des Einsteingymnasiums als öffentliche Aktion im Kloster durchgeführt. Über 15 000 Origamikraniche wurden seitdem gebastelt. Die Aktion zeige gerade den Jugendlichen durch die Initialkraft und die symbolische Botschaft des Friedens-Kranichs, dass auch sie selbst etwas bewegen können.

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