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Streit mit dem Landkreis um Gewerbe-Standort in der Angermünder Stadtrandsiedlung wird beigelegt

Gewerbestreit
Wäschereibesitzer gibt Filiale auf

Wäscht und wäscht: Olaf Herr, Inhaber der Wäscherei und Volksladen in Angermünde, muss seinen Firmensitz in der Stadtrandsiedlung schließen.
Wäscht und wäscht: Olaf Herr, Inhaber der Wäscherei und Volksladen in Angermünde, muss seinen Firmensitz in der Stadtrandsiedlung schließen. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 06.12.2018, 06:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Auf absehbare Zeit schließt Olaf Herr, Eigentümer einer uckermärkischen Wäscherei, seine Filiale in der Angermünder Stadtrandsiedlung. Er beugt sich damit dem Druck der uckermärkischen Kreisverwaltung, die mit Strafandrohung und Zwangsgeld die versagte Genehmigung durchsetzen wollte. Nach Ansicht des Bauordnungsamtes sei die äußerst ruhige Wohnlage in der Siedlung nicht geeignet, eine Wäscherei in einem Nebengebäude eines Eigenheims zu betreiben. Olaf Herr argumentierte dagegen. Sein Gewerbe würde niemanden belästigen. Die Waschmaschinen verursachen keinen Lärm und nutzen haushaltstypische Waschmittel. Zudem handele es sich nicht um eine chemische Reinigung. Der Lieferverkehr halte sich ohnehin in Grenzen. Außerdem würden auch andere Gewerbetreibende in dem Gebiet ansässig sein.

Inmitten des bereits vor Gericht anhängigen Verfahrens hat Olaf Herr nun die Notbremse gezogen. „Die vom Kreis angedrohten Zwangsgelder sind zu hoch für einen jahrelangen Prozess. Und das Bauordnungsamt gibt nicht auf“, so der Unternehmer. „Ich muss mich aber auf das eigentliche Geschäft konzentrieren.“

Nach Schließung der Angermünder Filiale werde er den Wäschereibetrieb in der Schwedter Hauptstelle fortsetzen. Das System der über die Uckermark verteilten Annahmestellen bliebe daher erhalten.

Perspektivisch hat er nun einen komplett neuen Standort für einen größeren Wäschereibetrieb in einem vorhandenen Gebäude gefunden. Der liege zentraler im Landkreis, sei von allen vier größeren Städten aus gut erreichbar und biete Entwicklungsmöglichkeiten. Eine Baugenehmigung werde beantragt. Hier biete sich eine wirtschaftliche Kooperation mit einem Partner an.

Die beiden Haushälften in der Angermünder Stadtrandsiedlung würden daher wieder verkauft, auch der von ihm bislang genutzte Wohnbereich. „Keine leichte Entscheidung, aber es geht mir besser dabei“, so Olaf Herr. Es seien bereits Interessenten für das Objekt vorhanden.

Seitens des Bauordnungsamtes ist man zufrieden über den Ausgang. „Diese Lösung ist besser als mögliche Zwangsmaßnahmen“, so Behördenleiter René Harder. Ein anderer Standort sei für alle Beteiligten und auch für den Unternehmer besser.

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