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Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro durch zusätzliche Stellen und höhere Tarife

Höhere Gebühren
Rettungsdienst wird teurer

Notarzt im Einsatz: Deutlich steigende Gebühren müssen durch die Krankenkassen bezahlt werden.
Notarzt im Einsatz: Deutlich steigende Gebühren müssen durch die Krankenkassen bezahlt werden. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 21.12.2018, 07:15 Uhr
Prenzlau (MOZ) Der Rettungsdienst in der Uckermark wird im nächsten Jahr deutlich teurer. 848 Euro kostet es, wenn ein Rettungswagen mit Besatzung ausrückt. Das bezahlen die Kassen. Hintergrund sind höhere Personalkosten durch Tarifsteigerungen und zehn zusätzliche Stellen.

Der Notruf eines Unfalls kommt über die Leitstelle. Wenig später rast einer der vielen Rettungswagen mit Blaulicht und Besatzung vom Hof. Wenn es um Menschenleben geht, zählt jede Sekunde. Obwohl die Rettungswachen flächendeckend über die gesamte Uckermark verteilt sind, fallen lange Wege an, um zu entlegenen Gehöften, in versteckte Waldstücke und an schwer erreichbare Stellen zu gelangen. Pro Jahr laufen die Fahrzeuge der Uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft (URG) rund 675 000 Kilometer über die Straßen.

Das gesamte System wird immer teurer. In diesem Jahr hat die Kreisverwaltung Uckermark einen Gesamtaufwand von15,6 Millionen Euro errechnet. Darin enthalten sind Fahrzeuge, Wachen samt Betriebskosten, Personal, Verwaltung, Kraftstoff und Verbrauchsmittel. Doch im nächsten Jahr steigen die Gebühren gleich sprunghaft an. Nach bisherigen Schätzungen kommen mindestens 1,4 Millionen Euro drauf. Damit würden die Gesamtkosten bei 17 Millionen Euro liegen. Die Krankenkassen, die das Ganze bezahlen müssen, wissen Bescheid.

Bisher kostete ein einziger Einsatz eines Rettungswagens etwa 740 Euro. Ab 2019 sind es fast 850 Euro. Nach Berechnungen des Kreises fallen jährlich14 500 Einsätze an. Steigerungen gibt es ebenso bei jeder Fahrt eines Krankentransportwagens, des Notarzteinsatzfahrzeugs und der Notarztpauschale.

Hintergrund für die Mehrkosten sind Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. Außerdem verzeichnet die URG in den vergangenen Jahren deutlich mehr Einsätze im Templiner Raum. Deshalb muss der zweite Rettungswagen der dortigen Wache nicht mehr nur werktags, sondern ab Ende 2019 rund um die Uhr und auch am Wochenende besetzt werden. Allein daraus ergeben sich sechs zusätzliche Stellen.

Erhebliche Mehrkosten verursacht gleichermaßen die Verwaltung. Von erheblichen Umstrukturierungen innerhalb der Gesellschaft ist die Rede. Hier sind vier zusätzliche Stellen einkalkuliert. Lediglich bei den Kilometerkosten dreht sich die Spirale gegenwärtig nicht nach oben.

Auf den einzelnen Patienten haben die Gebührenerhöhungen keinen Einfluss, wohl aber auf Abrechnungen der Krankenhäuser und Krankenkassen. Der Landkreis hat die Aufgabe, den Rettungsdienst zu organisieren. Er muss regelmäßig eine Gebührenkalkulation vorlegen. Die neuen Sätze treten ab 1. Januar in Kraft.

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