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Tantower Eltern müssen während des Schuljahres das Transportunternehmen wechseln

Schulbus
Kündigung wegen Unrentabilität

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa/Peter Gercke
Kerstin Unger / 21.12.2018, 19:12 Uhr
Tantow (MOZ) Mitten im Schuljahr mussten sich Tantower Familien, deren Kinder das deutsch-polnische Gymnasium in Löcknitz besuchen, jetzt eine neue Fahrgelegenheit suchen. Das bisher eingesetzte private Fahrunternehmen aus dem Raum Gartz hatte den Vertrag zum Jahresende gekündigt.

Mehrere Mädchen und Jungen aus dem nördlichsten Zipfel der Ostuckermark besuchen die Europaschule in Löcknitz oder die Schule in Penkun. Weil diese zu einem anderen Bundesland gehören und keine Busse der uckermärkischen Verkehrsgesellschaften dorthin fahren, wurden die Schüler durch andere Unternehmen befördert. Tantower Kinder und Jugendliche nutzten in den vergangenen drei oder vier Jahren einen Casekower Shuttleservice.

Im Oktober teilte der Inhaber den Eltern mit, dass der Schülertransport für ihn nicht mehr rentabel ist. In einem Gespräch im November wurde von ihnen als Alternative eine höhere private Zuzahlung in Aussicht gestellt, berichtet eine betroffene Mutter. Doch rund 200 Euro im Monat sei den Eltern zu viel gewesen. Vor einigen Tagen bekamen sie nun die schriftliche Kündigung des Vertrages zum 31. Dezember 2018.

Was passiert nun nach den Weihnachtsferien mit den Jugendlichen? Der Landkreis Uckermark ist dafür nicht zuständig, heißt es dazu aus dem Schulverwaltungsamt. In der Uckermark ist der Schülertransport für die Eltern kostenlos. Weil die Kinder auf Wunsch der Familien in einem anderen Bundesland beschult werden, müssen sie den Transport alleine organisieren und bekommen einen finanziellen Zuschuss – egal, ob ein Fahrdienst beauftragt wird oder die Eltern ihre Kinder selbst in die Schule bringen, teilte die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, Ramona Fischer, mit.

Die Eltern haben sich mittlerweile um eine neue Fahrgelegenheit gekümmert. Ihre Kinder benutzen jetzt wieder die roten Busse des Penkuner Fahrservices. Früher, so erzählt die Tantowerin Angelina Richter, deren Tochter seit zehn Jahren in Löcknitz zur Schule geht, sei der Kleinbus stärker ausgelastet gewesen. „Anfangs hatten wir einen Vertrag mit dem Fahrservice aus Penkun. Als der die Preise anhob, wechselten wir mit anderen Familien zum Casekower Shuttleservice.

Doch die Schülerzahl nahm immer weiter ab. Der Bus hat acht Plätze. Zuletzt fuhren nur noch drei Kinder mit. Das ist sicherlich unrentabel“, meint sie. „Klar ist es blöd, wenn man mitten im Schuljahr wechseln muss, aber es ist Sache der Familien. Als wir unsere Kinder dort einschulen ließen, haben wir gewusst, was auf uns zukommt.“

Viele Tantower möchten nach wie vor gern nach Löcknitz oder Penkun zur Schule gehen. „Es ist ein gutes Gymnasium“, sagt Angelina Richter. Vor allem sparen die Kinder aus dem Nordbereich viel Zeit. „Meine Tochter fährt morgens mit dem Bus um 7.30 Uhr los und ist spätestens um 16 Uhr wieder zu Hause. Andere Kinder müssen um 6.30 Uhr los und sind nicht vor 17 Uhr zurück“, erklärt sie. Dafür nehme sie die Eigenverantwortung für den Schülertransport gerne in Kauf.

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