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Ungewöhnliche Prämienaktion aus dem Rathaus / Für jeden Unterstützer aus Schwedter Vereinen gibt es 50 Euro

Prämien
Stadt sucht dringend Wahlhelfer

Heike Voigt, Leiterin Fachbereich Ordnung, Bürgerangelegenheiten Schwedt
Heike Voigt, Leiterin Fachbereich Ordnung, Bürgerangelegenheiten Schwedt © Foto: MOZ/Maria Ugoljew
Eva-Martina Weyer / 10.01.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 09:33
Schwedt (MOZ) 2019 ist ein Superwahljahr. Am 26. Mai stehen vier Wahlen an und am 1. September noch eine. Dafür sind in Schwedt und den Ortsteilen 35 Wahlvorstände zu besetzen. Allein im Mai kommen 335 Personen zum Einsatz. Die Stadt sucht dringend nach Wahlhelfern und verspricht Prämien.

Diese Prämienaktion ist ungewöhnlich. Das Geld wird aus städtischen Mitteln bereitgestellt. Es kommt Vereinen zugute, deren Mitglieder oder Freunde im Superwahljahr in Wahlvorständen helfen. Diese Vorstände arbeiten ehrenamtlich, sind den ganzen Tag im Wahlbüro und helfen ab 18 Uhr beim Auszählen der Stimmzettel. Bei 35 Wahlvorständen mit acht Mitgliedern werden allein im Mai 335 Helfer gesucht. Dann werden die Mitglieder von Kreistag, Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräten und obendrein für das Europaparlament gewählt. Im September zur Landtagswahl sind es noch einmal 290 Personen. Ein gigantischer Aufwand.

„Aus den Reihen der Stadtverwaltung ist das nicht zu stemmen. Wir brauchen zusätzliche Unterstützung“, schätzt Heike Voigt ein. Sie ist die Leiterin der Wahlbehörde Schwedt und stellt Vereinen in Schwedt und in den Ortsteilen eine lukrative Prämie in Aussicht. Vereine, die Wahlhelfer melden, erhalten pro Person und Einsatz 50 Euro für die Vereinskasse zu freien Verwendung. Meldetermin ist bis zum 31. Januar.

Die ersten Freiwilligen haben Kontakt zu Heike Voigt aufgenommen. Das sind der Förderverein der Oberschule Dreiklang, der Verein Kinder- und Jugendtheater Stolperdraht, der Schwedter Stadtchor und der Dorfklub Blumenhagen. „Wir wurden von der Stadt gut motiviert“, sagt Annette Clauß, Theaterleiterin bei Stolperdraht. „Ich war selbst schon Wahlhelfer und weiß, das ist eine freiwillige Arbeit, die kann man locker machen. Die Prämie, die wir dafür von der Stadt kriegen, fließt direkt in unsere Vereinskasse. Das finden auch die Eltern unserer Theaterkinder toll.“ Zwei Eltern und eine Oma, die bei Vorstellungen hinter der Bühne mithilft, haben sich bereit erklärt, an beiden Wahltagen mitzuhelfen. Das macht dann 300 Euro für den Verein.

Doch die bisher gemeldeten Freiwilligen reichen nicht aus. Heike Voigt ist enttäuscht, erklärt sich die Sache aber so: „In den Wochen seit unserem Aufruf hatten die Vereine mit Weihnachtsfeiern und kulturellen Auftritten zu tun. Ich habe dafür Verständnis. Aber gerade im Januar finden viele Jahresversammlungen statt. Es wäre schön, wenn die Vereinsvorstände das Thema Wahlhelfer bei ihren Mitgliedern ansprechen würden.“

Warum aber sind die Wahlen 2019 so außerordentlich personalintensiv? „Weil die Wahlvorstände besonders groß sein müssen“, erläutert Heike Voigt. Im Mai sind Kreistag, Stadtverordnete, Ortsbeiräte und EU-Parlament zu wählen. Da kommen wir mit sechs Mitgliedern im Wahlvorstand nicht hin, sondern brauchen jeweils acht.“

In jedem Wahllokal stehen im Mai also vier Urnen. Die gefalteten Stimmzettel müssen in die richtige Urne geworfen werden. Da passen die Helfer auf.

Einen ganzen Tag lang Fleißarbeit

■ Die Stadt sucht Wahlhelfer aus Schwedter Vereinen. Dafür gibt es pro Person und Einsatz50 Euro für die Vereinskasse zur freien Verfügung. Außerdem gibt es am Wahltag ein Erfrischungsgeld von 35 Euro für den Wahlvorsteher und25 Euro für die übrigen Mitglieder des Wahlvorstandes.

■ Der Einsatz der Wahlhelfer beginnt gegen 7.30 Uhr und endet nach der Stimmenauszählung. In der Zeit der Stimmabgabe zwischen 8 und 18 Uhr muss nicht der komplette Wahlvorstand anwesend sein. Der Wahlvorsteher kann Schichten einteilen.

■ Aufgaben eines Wahlvorstandes sind: die Wahlberechtigung der Wähler prüfen, Stimmabgabevermerke im Wählerverzeichnis anbringen, Stimmzettel ausgeben, Wahlkabinen und Wahlurnen beaufsichtigen, den Wahlvorgang vor Störungen schützen, ab 18 Uhr die Stimmzettel auszählen.

■ Meldezeit für Vereine bis 31. Januar, Wahlbüro des Rathauses, Neubauerstraße 5, Raum 165, Telefon 03332 446440

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