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Ehm Welk-Oberschule wird als erste Schule Brandenburgs offizieller Partner der professionellen Retter

Partnerschaft
Zeugnisnote für Nachwuchs der Feuerwehr

Besiegelte Partnerschaft: Die Ehm Welk-Oberschule Angermünde wurde als erste Schule Brandenburgs von Innenminister Karl-Heinz Schröter (l.) und Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (r.) als Partner der Feuerwehr ausgezeichnet. Schulleiter Frank Bretsch (2.v.r,.) nimmt mit den Schülern Jana Markhoff, Leroy Behnke und Tom Deligas die Plakette entgegen.
Besiegelte Partnerschaft: Die Ehm Welk-Oberschule Angermünde wurde als erste Schule Brandenburgs von Innenminister Karl-Heinz Schröter (l.) und Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (r.) als Partner der Feuerwehr ausgezeichnet. Schulleiter Frank Bretsch (2.v.r,.) nimmt mit den Schülern Jana Markhoff, Leroy Behnke und Tom Deligas die Plakette entgegen. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 29.01.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 29.01.2019, 11:27
Angermünde (MOZ) Die Ehm Welk-Oberschule hat am Montag als erste Bildungseinrichtung Brandenburgs den offiziellen Titel „Partner der Feuerwehr“ erhalten. Hier werden Schüler im Unterricht zu Feuerwehrleuten ausgebildet.

Mittwochs steht „Feuerwehr“ im Stundenplan von Jana Markhoff. Dann marschiert die Schülerin der 9. Klasse mit anderen Jugendlichen zur Angermünder Feuerwache und absolviert hier ihre Truppmannausbildung. Das Besondere: Janas Feuerwehrausbildung gehört zum regulären Unterricht an der Ehm Welk-Oberschule.

Hier gibt es seit vier Jahren für die 9. und 10. Klassen das Wahlpflichtfach Feuerwehr, das wie jedes andere Fach benotet wird und auf dem Abschlusszeugnis stehen wird. In Brandenburg ist die Angermünder Schule damit einzigartig und Vorreiter bei dieser Form der Nachwuchssicherung für Feuerwehren. Dafür wurde sie am Montag von Innenminister Karl-Heinz Schröter und Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher mit der Plakette „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet.

„Das ist eine Premiere, denn diese Plakette haben bisher nur Betriebe erhalten“, betonte der Minister bei seinem Besuch in der Ehm Welk-Oberschule, der zu einem großen Erfahrungsaustausch mit vielen Vertretern der Feuerwehr, der Kommunalpolitik und Schulen der Region wurde. Sogar der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, und Barnims Landrat Daniel Kurth wollten das Projekt persönlich kennenlernen. Sie alle sind von der Idee so begeistert, dass sie unbedingt wissen wollen, wie das in der Praxis funktioniert.

„Die Idee ist so wichtig, dass sie unbedingt als Blaupause ins Land getragen werden muss. Abschreiben in der Schule ist hier ausnahmsweise sogar erwünscht, um auf neuen Wegen Nachwuchs fürs Ehrenamt zu sichern“, gab sich Minister Schröter geradezu euphorisch und diskutierte mit Bildungsstaatssekretär Drescher spontan über Haushaltsmittel, die beide Ministerien für dieses Projekt locker machen können, um weiteren Schulen den Start zu erleichtern, zum Beispiel Ausstattung und Honorare finanzieren zu können.

Für Schulleiter Frank Bretsch ist die Idee so sensationell nicht, sondern aus einer Intuition geboren. „Ich war als Kreistagsabgeordneter bei einer Feuerwehrtagung und hörte dort von den Nöten, Nachwuchs gerade für die ländlichen Feuerwehren zu gewinnen. So überlegte ich, was wir als Schule machen können. Ganztagskonzept und Rahmenlehrpläne lassen da Spielraum“, erklärte Frank Bretsch.

Mit der Angermünder Feuerwehr und bei der Stadt fand der Schulleiter für seine Idee sofort Partner, ohne die es nicht funktionieren würde.

Die größte Herausforderung sei die zuverlässige personelle Absicherung des Unterrichts durch die Feuerwehr. „Wir können unseren hauptamtlichen Gerätewart Steffen Hoppe dafür freistellen und hatten Glück, dass der ehrenamtliche Feuerwehrmann Christian Hummel als Bäcker überwiegend nachts arbeitet, sodass er tagsüber die Schüler ausbilden kann“, erklärt der Angermünder Stadtbrandmeister Jürgen Duckert.

Der Unterricht findet direkt im Feuerwehr-Depot statt. Dort können Jana und ihre Mitschüler die Ausrüstung sowie Technik der Feuerwehr nutzen. Was noch fehlt, ist persönliche Schutzbekleidung für die Schüler, die im Anschaffungspreis von 2000 Euro je Person sehr teuer ist. Hier wurde Unterstützung über gemeinsame Förderanträge zugesagt. Auch die Anschaffung einer digitalen Tafel für den Unterricht bei der Feuerwehr soll unterstützt werden. Lehrplan für das Fach ist der Ausbildungsplan für die Truppmannausbildung. Die Schüler sind außerdem Mitglieder in freiwilligen Feuerwehren ihrer Heimatorte: Jana in Stolpe, Mitschüler Tom Deligas in Parstein. „Wir bilden Feuerwehrnachwuchs nicht nur für Angermünde, sondern auch für das Amt Oder-Welse, Joachimsthal oder Eberswalde aus“, betont Frank Bretsch.

Nach zwei Jahren Unterricht erhalten die Schüler nicht nur eine Note auf dem Abschlusszeugnis, sondern auch das Zertifikat der Feuerwehr für die erfolgreiche Grundausbildung, mit der sie von der Jugendfeuerwehr in die Einsatztruppe wechseln können.„Vielleicht öffnet sich euch damit auch ein Berufsweg, denn auch hauptamtliche Feuerwehrleute werden immer dringender gesucht“, gibt Innenminister Schröter den Schülern als Tipp mit auf den Weg.

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