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Baumpflege
Mit Mut zum beherzten Schnitt

Michael Dietrich / 11.02.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 11.02.2019, 14:37
Görsldorf (MOZ) „Schnitt, schnapp, Ast ab – ­Obstbaumschnitt richtig gemacht“ hieß der Kurs, der am Wochenende zwölf Hobbygärtner und Neubauern zu „Knigges Kulturen“ führte. Gärtner und Landwirt Magnus Knigge gab sein Wissen über die Pflege von Apfelbäumen an wissbegierige Städter weiter.

Siegmar Engelmann aus Schwedt hat sein „Problem“ auf Handyfotos dabei und zeigt Bilder von einem jungen, zweitriebigen Apfelbaum in seinem Kleingarten. „Ein bisschen was weiß man ja, aber eben nicht genau, wo man nun wie viel wegschneidet“, sagt er. Viktoria Borat und Robert Viehöfer kamen aus Berlin-Hellersdorf zur Blumberger Mühle. „Wir haben uns einen Dreiseiten-Hof im Oderbruch gekauft und damit auch ein paar schöne alte Obstbäume“, erzählt der junge Familienvater. Für den ersten Grundschnitt gaben sie viel Geld für einen Gärtner aus, jetzt wollen sie selber lernen, wie es geht. Aus Templin, Angermünde, Criewen und Templin kommen die anderen Teilnehmer. Magnus Knigge macht ihnen zur Begrüßung Mut. Es gebe ein paar Grundregeln, aber in zehn Kursen auch zehn unterschiedliche Meinungen. „Meine Methode ist, dass der Baum danach schön aussieht. Und ich schneide nie mehr als 30 Prozent zurück“, erklärt er.

Grundlagen zum Obstbaumschnitt vermittelte Magnus Knigge den Teilnehmern seines Workshops. Dabei lernten die Hobby-Gärtner auch den richtigen Umgang mit den Werkzeugen und Hilfsmitteln.
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Mut zum beherzten Schnitt

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Knigge hat mehrere alte Bäume auf seiner Wiese. Er zeigt Wasserreißer, die weg sollen, nach innen wachsende Triebe, kahle und dichte Stellen, den Schnitt oberhalb der Knospe und Produktempfehlungen für geeignete Sägen, Scheren und Leitern gibts obendrein. Das Wissen, das er sich in mehreren Obstbaumschnittkursen während seiner Ausbuldung zum Gärtner in Serwest, Leipzig und Kerkow aneignete, gibt er gern weiter. 35 Euro bringt ihm das pro Teilnehmer ein, seine Frau bewirtet zwischendurch mit Kaffee und Apfelsaft, Kartoffel- und Kürbissuppe mit Würstchen. In kleinen Gruppen rücken die Laien drei Bäumen auf den Leib. Jana Bartsch fragt anfangs noch zaghaft, ob dieser Zweig da weg kann, die  Tenplinerin Conni Langer kletterte beherzt von der Leiter in den Baum, um in der Krone Wassertriebe zu stutzen, der Schwedter „Siggi“ und Michael Felgentreu aus Angermünde diskutieren, wo der Ast  gekürzt werden soll. Beim Schneiden und Sägen werden sie sicherer, mutiger. Zum Schluss sind zwei von Knigges Bäume beschnitten, an den dritten muss er noch einmal ran. Der Kurs als Arbeitsentlastung? Am Ende dauert der Kurs vielleicht genauso lange wie der versierte Schnitt durch ihn selbst.

Ganz nebenbei gibt der Einzelbauer  auch ein bisschen von seiner Überzeugung an die Teilnehmer weiter, daran zu denken, dass man nicht allein auf der Welt sei. „Wer alles für sich haben will, muss mehr schneiden und braucht ein Netz über dem Baum“, erklärt Knigge seinen Schülern. „Ich lasse die Zweige oben etwas länger stehen, als ich sie ernten kann, das fördert Insekten und Vögel. Und unten sollte man eigentlich die Äste so wegschneiden, dass man bequem unterm Baum gehen kann. Ich lasse die Äste stehen für die Schafe.“

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