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Für die neue Aula der Grundschule ist ein ovaler Anbau geplant / Bau soll im Herbst 2020 fertig sein

Erweiterungsbau
Das Ei am Waldrand

Michael Dietrich / 12.02.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 12.02.2019, 14:27
Schwedt (MOZ) Der Grundriss der geplanten Aula für die Grundschule Am Waldrand hat die Form eines Eis. 1,4 Millionen Euro soll der elliptische Anbau kosten, der die erste der vier Grundschulen der Stadt vom Mangel einer fehlenden Aula befreit.

Der Architekt Fred Jasinski aus Cottbus nennt seinen Entwurf „Saatkorn“, was natürlich gut passt zu einer Schule, in der Schüler wachsen und sich entwickeln sollen wie ein Saatkorn zur Pflanze. Vermutlich werden die Schwedter aber eher eine andere, profanere Assoziation haben, wenn sie dem elliptischen Bau sehen. Die Anwohner im Stadtteil Waldrand sollen in dem Ei genau so vorkommen wie die Schüler. „Mit der neuen Aula wird sich unsere Schule noch mehr für das Wohngebiet öffnen“, sagt Schulleiter Ernest Hobohm und freut sich schon darauf, dass dann die Rezitatorenwettbewerbe oder die Talenteshows für ein größeres Publikum erlebbar sind. Genauso kann er sich vorstellen, dass im Aula-Ei am Nachmittag oder Abend Kulturveranstaltungen für das Wohngebiet stattfinden.

Die Schwedter Stadtverordneten haben es jetzt in der Hand, für das 1,4 Millionen Euro teure Projekt den Startschuss zu erteilen. Ende Februar beschließen sie über den Bau der Aula. Immerhin sollen mehr als 600 000 Euro aus dem Stadthaushalt fließen, um die 1976 errichtete Grundschule um den Anbau zu erweitern.

Die Planung sieht vor, das Ei an den flachen Teil der Schule Richtung Friedrich-Engels-Straße anzubauen. Der Saal soll 220 Quadratmeter groß werden, knapp 200 Zuschauern Platz geben und in der Eispitze eine Bühne haben.

Zusammen mit dem Neubauprojekt soll die Schule auch zwei weitere Verbesserungen im Schulgebäude erfahren. Die Stadt plant den Schuleingang neu und vor allem offener zu gestalten. Dafür muss die Essenausgabe der Schulspeisung aus dem Eingangsbereich verlegt werden. Der Essenraum soll in den bisherigen Werkraum umziehen, sodass Platz für ein richtiges Eingangsfoyer entsteht und die Schüler mehr Platz für das Schulessen haben.

Wenn die Schule von dem heißersehnten Bauvorhaben redet, dann längst nicht mehr von einer fernen Vision. Die Schüler, die heute in die vierte Klasse gehen, könnten in der Ei-Aula im Sommer 2021 vielleicht schon ihre Zeugnisausgabe feiern, denn die Stadt plant den Baubeginn für diesen Herbst und ein Jahr später die Fertigstellung. Wenn es so richtig eirund läuft mit Ausschreibung, Auftragsvergabe und Bau, dann wäre sogar die Einschulung im September 2020 zur Einweihung des Aulaeis möglich.

Für die Saatkorn- oder Ei-Form hatte sich übrigens die Schule selbst entschieden. „Es gab zig Entwürfe und Varianten, an welcher Seite die Aula angebaut wird. Wir haben uns von Anfang an für die besondere Form und für die Ausrichtung zur Engelsstraße ausgesprochen“, erklärt Hobohm. Und der Architekt ergänzt: „So viel Originelles steht in dem Gebiet auch noch nicht, das ist alles nur eckig“, so Fred Jasinski. Die Stadt wollte einen funktionellen, eckigen Mehrzweckraum-Anbau, der wahrscheinlich auch etwas billiger gewesen wäre. Stadtplaner Frank Hein hat sich am Ende jedoch nicht gegen die Schule gestellt, sondern deren Wunsch unterstützt. „Warum nicht. Der Platz ist da und dem Stadtteil tut ein bisschen auffälligere Architektur auch bestimmt nicht schlecht“, so Hein.

Auffällig ist, dass die Waldrandschule die erste Grundschule der Stadt mit eigener Aula werden soll. Auch für die Lind-gren-, Kästner- und Brechtschule gibt es solche Pläne und Untersuchungen von machbaren Varianten. Die Waldrandschule ist am weitesten vom Zentrum der Stadt entfernt, ist Mittelpunkt des vom großflächigen Abriss übrig geblieben Restes eines Stadtteils und gilt als wichtiger sozialer Akteur. Die Schule leistet einen besonderen Beitrag zur Integration von Kindern aus den Ortsteilen, aus allen sozialen Milieus der Stadt sowie von Flüchtlingskindern.

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