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Kontroverse Diskussionen um Fortsetzung des Wolletzseeprojektes / Stadt will Baufreiheit schaffen

Erneuerbare Energie
Türöffner für künftige Investoren

Symbolfoto
Symbolfoto © Foto: pixabay
Daniela Windolff / 12.02.2019, 07:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Das Wolletzseeprojekt erhitzt noch immer die Gemüter in der Stadtverordnetenversammlung. Die Verwaltung will das Vorhaben noch nicht aufgeben, sondern Baurecht für die Zukunft sichern.

Die Stadt Angermünde will das Areal rund um das Strandbad Wolletzsee touristisch aufwerten. 2011 begannen die Planungen für das ehrgeizige Projekt, das die Städtischen Werke als Vorhabenträger entwickelten. Schon damals gab es Kritiker vor allem aus den Reihen der CDU und der Ländlichen Bürgergemeinschaft (LBG), die das Projekt zu groß und zu teuer fanden und die vor allem die beabsichtigte Räumung des Campingplatzes auf der Halbinsel ablehnten.

Diese Stimmen werden nun wieder laut, nachdem die Stadtverwaltung einen neuen Bebauungsplan aufstellen möchte. Der ist notwendig, wenn das Areal künftig weiter entwickelt werden soll. Weil die Förderung über das Interreg-II-Programm abgelehnt wurde, musste das Projekt zunächst auf Eis gelegt werden. Die Stadtwerke sind als Vorhabenträger ausgestiegen. Dennoch bestehe am Wolletzsee Entwicklungsbedarf für touristische Angebote.

Also will man durch eine eigene Bauleitplanung für das Areal Baurecht sichern. Die Planungen der Städtischen Werke, die hierfür schon 300 000 Euro investierten, wurden der Stadt übergeben und können Grundlage sein, dürfen jedoch nicht eins zu eins übernommen werden. „Einfach ein neues Etikett auf die alte Planung kleben, das ist rechtlich nicht möglich“, räumt Bauamtsleiterin Susanne Tahineh ein und sieht deshalb die Aufstellung einer neuen Bauleitplanung vor, die nicht nur das Strandbad, sondern die gesamte ehemalige Planungskulisse mit Schäferberg, Kiefernwäldchen und Halbinsel umfasst. Würde man sich zunächst im B-Plan nur auf das Strandbad beschränken, wäre künftig eine Entwicklung außerhalb dieses Gebietes nicht mehr möglich, da es nur einmal eine Ausnahmegenehmigung im Biosphärenreservat gibt, erklärt die Bauamtschefin.

Burkhard Grambauer (LBG) wettert dagegen. „Das große Projekt ist gescheitert, das haben wir jahrelang prophezeit. Wir sollten uns auf das Strandbad konzentrieren mit neuer Gaststätte und für den bestehenden Campingplatz ordentliche Pachtverträge abschließen, statt die Halbinsel zu opfern für ein ominöses Projekt, wo niemand weiß, ob es je gebaut wird.“ Auch Volkhard Maaß (CDU) bekräftigt seine Kritik am Großprojekt: „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen. Die Halbinsel ist ein beliebter Zeltplatz, den man mit dem Verein gemeinsam entwickeln könnte.“

SPD und Linke dagegen wollen mit einer Bauleitplanung für das gesamte Areal Möglichkeiten offen lassen, hier in Zukunft touristische Entwicklung vorantreiben zu können, was nicht bedeute, dass die Stadt es selbst macht, sondern Investoren oder künftige Generationen, betont SVV-Präsident Olaf Teiß, der  auf die Kommunalwahl im Mai verweist. „Dann sitzen hier vielleicht andere Abgeordnete, die anders entscheiden, wenn sie Handlungsfreiraum haben.“ Auch Heiko Poppe (Linke) appellíert an die Abgeordneten, planerisch alle Möglichkeiten offen zu halten, sonst sei touristische Entwicklung am Wolletzsee für immer verbaut. „Wir wissen wie schwer es ist, Betreiber für den Imbiss-Kiosk zu finden. Eine Gaststätte nur für das Strandbad zu betreiben, ist wirtschaftlich illusorisch.“ Ein B-Plan sichere Investoren die Chance, hier etwas Zukunftsfähriges entwickeln zu können.

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