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Regionale Planungsstelle legt erstaunliche Ergebnisse einer Datenanalyse vor / Bessere Verbindungen nötig

Langer Arbeitsweg
Strom der Pendler steigt weiter

Durchgangsstation für viele Reisende: Auf dem Angermünder Bahnhof treffen sich morgens die Pendler. Von hier aus geht es nach Schwedt, Eberswalde und Berlin. Am Abend kehren die Berufstätigen wieder heim.
Durchgangsstation für viele Reisende: Auf dem Angermünder Bahnhof treffen sich morgens die Pendler. Von hier aus geht es nach Schwedt, Eberswalde und Berlin. Am Abend kehren die Berufstätigen wieder heim. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 20.02.2019, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Pendlerströme nehmen zu. Doch durch wachsende Arbeitsplatzangebote verändern sich die Zielrichtungen. Das geht aus einer neuen Pendleranalyse der Landkreise Uckermark und Barnim hervor. Fazit: Es müssen bessere Verkehrsverbindungen her.

Wer hätte das gedacht: Die Zahl der Einpendler in die Uckermark nimmt zu. In den vergangenen zehn Jahren stieg ihr Anteil um rund 48 Prozent. Der Landkreis greift offenbar immer stärker auf Angestellte zurück, die anderswo leben und hier einen Job finden. Möglicherweise ist der enorm wachsende Fachkräftebedarf eine Erklärung für das Phänomen. Während rund 6000 Berufstätige jeden Tag von auswärts in die uckermärkischen Arbeitsorte fahren, sind andersherum rund 10 000 Uckermärker auf den Beinen, um ihren Job in anderen Kreisen und in Berlin aufzusuchen.

Auch im Barnim wächst die Zahl der Einpendler aufgrund des höheren Jobangebots. Ihre Zahl stieg in zehn Jahren von 13 700 auf fast  17 000. Doch der Landkreis ist ein klassisches Pendlergebiet für Menschen, die rund um Berlin wohnen und dorthin zur Arbeit fahren. Jeden Tag sind mehr als 28 000 Berufstätige in Richtung Hauptstadt unterwegs. Weitere 10 000 Barnimer pendeln in andere Landkreise und Städte.

Die Analyse hat die Regionale Planungsstelle Uckermark-Barnim vorgelegt. Sie soll auf die Pendlerverflechtungen mit ihren Auswirkungen auf Verkehrsverbindungen aufmerksam machen. In beiden Kreisen gibt es derzeit drei größere Zentren, in denen sogar mehr Jobs existieren als Berufstätige dort leben. Das sind Prenzlau, Schwedt und Eberswalde.

Die Analyse bestätigt alle Forderungen zum Ausbau von Buslinien, Bahnstrecken und wichtigen Straßen in der Region. Denn auch innerhalb des Barnim wachsen die Pendlerbewegungen zwischen Bernau und Eberswalde, Schorfheide und Eberswalde, Wandlitz und Bernau. In der Uckermark sind Schwedt und Prenzlau Zentren mit wachsendem Zustrom. Die Region im Norden Brandenburgs profitiert inzwischen von polnischen Arbeitskräften. Kamen vor zehn Jahren lediglich 80 Menschen hier täglich zur Arbeit, so sind es jetzt schon 537. Die meisten finden in Schwedt und Angermünde einen Job.

Bestätigt werden die zunehmenden deutsch-polnischen Verflechtungen durch Zählungen an den Grenzübergängen. An allen vier Punkten im Norden (Pomellen, Rosow, Mescherin, Schwedt) sowie am Bahngrenzübergang Tantow hat der Verkehr teilweise bis zu 34 Prozent zugenommen.

Hauptausrichtung aller Pendlerbewegungen bleibt aber Richtung Süden und damit das Ziel Berlin. So hat die Zahl der Auspendler aus dem Raum Eberswalde im Analysezeitraum um 70 Prozent zugenommen. Bernau und Wandlitz folgen mit einem Plus von je 30 Prozent. Die Uckermark hält da nicht mit. Möglicherweise liegt das an Bahnverbindungen mit teilweise über einer Stunde Fahrzeit zur Arbeit. Denn aus Schwedt zieht es täglich lediglich 360 Menschen nach Berlin zur Arbeit. In Angermünde mit günstigem Bahnanschluss sind es schon 380. Zum Vergleich: Eberswalde hat 1800 Berlin-Pendler.

Fazit der Pendleranalyse: Die wichtigsten Pendlerbewegungen bündeln sich entlang des klassischen Korridors Berlin-Eberswalde-Angermünde. Hier empfehlen die Planer die Ausweitung der Verkehrsangebote. Das trifft auch auf die Achse Angermünde-Stettin zu. Die Städte Prenzlau, Templin und Schwedt benötigen demnach bessere Anbindungen nach Berlin mit Fahrzeiten unter einer Stunde. Zwischen Schwedt und Polen deutet sich außerdem ein steigender Bedarf auf der Straße an.

Die Analyse wird auf der Regionalversammlung am 21. Februar in Eberswalde vorgestellt.

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Armin Rohde 20.02.2019 - 09:19:51

Wie zu erwarten.

Nichts anderes ist eigentlich auch in weiterer Zukunft zu erwarten . Und da muss ich mich wiederholen sind Visionen gefragt. Zukunftskonzepte worauf man hinarbeitet. Aber es wird immer nur solchen Konzepten hinterhergehandelt. Sicher gibt der Landkreis viel Geld für den Nahverkehr aus. Aber größere P +R Parkplätze brauchen lange Vorplanungen und da muss man im Kopf immer schon weiter sein! Und wenn die Uvg wegen jedem gefahrenen Mehrkilometer zum Landkreis fragen muss und dann erst ein Ausschuss zustimmen muss ist doch auch schon Unmut vorprogrammiert.

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