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CDU-Regionalrat Wolfgang Banditt kritisiert Aufbegehren der Windkraftgegner in Uckermark und Barnim

Windkraft auf dem Vormarsch
„Wir streiten um des Kaisers Bart“

Sie wachsen in den Himmel: Feinarbeit mit Riesentechnik. Bei Heinersdorf wird der Generator einer Windkraftanlage gehoben. 54 Tonnen wiegt das nach einem Defekt ausgetauschte Aggregat. Dann kann der Strom wieder fließen.
Sie wachsen in den Himmel: Feinarbeit mit Riesentechnik. Bei Heinersdorf wird der Generator einer Windkraftanlage gehoben. 54 Tonnen wiegt das nach einem Defekt ausgetauschte Aggregat. Dann kann der Strom wieder fließen. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 23.02.2019, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Mehr Akzeptanz für Windenergie – das will die Landesregierung. Doch bei betroffenen Bürgern in den Kreisen Uckermark und Barnim sieht das anders aus. Sie fühlen sich ungehört. Immer wieder kommt die ungeliebte Windkraft auf die Tagesordnung der Regionalplanung.

Wieder ergreifen Leute das Wort, vor deren Tür riesige Masten aufgebaut werden. Wieder die immer gleichen Fragen nach Gesundheitsgefahren, nach Lebensqualität, nach dem Wert der Grundstücke, nach Naturschutz und Landschaftsbild. Die Regional-­räte der Planungsgemeinschaft Uckermark und Barnim haben diese Fragen schon oft gehört. Doch der Windplan steht längst. Die Stromspargel kommen.

„Es ist schade, dass man jetzt erst über die Auswirkungen auf das Leben der Anwohner nachdenkt“, sagt Angela Mans, vehemente Kritikerin der Windkraft aus Crussow in der Uckermark mit Sitz in der Regionalversammlung. Das Gremium, das die Ausweisung der neuen Windeignungsgebiete in beiden Kreisen über Jahre hinweg diskutiert hat, ist nun letztmals in seiner jetzigen Zusammensetzung im Eberswalder Wunderlich-Haus zusammengekommen. Und so versucht Regionalrat Bernd Hartwich (Rettet die Uckermark) noch einmal, vier umstrittene Eignungsgebiete in Neukünkendorf, Prenden, Klosterfelde und Wandlitz herausnehmen zu lassen. Er will die Auswirkungen auf den Gesamtplan prüfen lassen. Doch der Vorschlag findet keine Mehrheit.

„Wir streiten um des Kaisers Bart, den der gar nicht hat“, hält Wolfgang Banditt (CDU) dagegen. Er spricht von „merkwürdigen“ Anträgen. Die Windfelder seien nicht herausgenommen „und fertig“. Sollte man tatsächlich darauf eingehen, würde man die Kriterien der Windausweisung gefährden und damit den einmal beschlossenen Plan ad absurdum führen, sagt Frank Bretsch (SPD), Chef des Planungsausschusses. Und dies auch noch zu einem Zeitpunkt, an dem der Windplan vor Gericht liege. Das Papier wird gleich von mehreren Seiten beklagt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Von regelrechten Verstößen bei der Ausweisung von Windfeldern spricht Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ im Barnim. Schutzabstände zu Schwarzstörchen und verschiedenen Adlerarten hätte man gar nicht eingehalten, obwohl es für deren Vorkommen Belege von Umweltwissenschaftlern gebe. Man würde sich mit Korrekturen am Windplan nicht klein machen, sondern Fehler anerkennen.

„Es ist unstrittig, dass es in der Zwischenzeit zu neuen Erkenntnissen gekommen ist“, bestätigt Frank Bretsch. Die neuen Daten würden aber direkt zur Genehmigungsbehörde gehen und dort Einfluss auf die Entscheidung haben. „Und dann wird dort kein Windrad gebaut.“

Doch die Windkraftgegner trauen der Sache nicht. Sie sind frustriert. „Wir waren der einzige Gegenpol in der Regionalversammlung“, fasst Rainer Ebeling von der Bürgerinitiative Crussow die Arbeit der vergangenen Jahre zusammen. „Wir hätten uns von den Regionalräten mehr Unterstützung gewünscht.“

Im März soll es nun eine Regionalkonferenz in Eberswalde geben, um Maßnahmen zur Akzeptanzverbesserung zwischen Investoren, Kommunen und Bürgern öffentlich zu diskutieren. Einen entsprechenden Beschluss hat der Landtag gefasst. Und schon wieder hagelt es Kritik. „Ich bin gelinde gesagt erschüttert, dass man beim Thema Akzeptanz hier nicht auch Vertreter der Bürger oder Bürgerinitiativen eingeladen hat“, so Angela Mans in einem Brief an den Ministerpräsidenten. „Immer mehr Bürger beschweren sich über den Ausbau der Windkraft. So geht es nicht weiter.“

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