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Zwei Schwedter Gymnasiasten heben die Nachbarschafts-PC-Hilfe aus der Taufe und planen ihre Zukunft

Junge Unternehmer
"Wir gründen unsere Firma mit 18"

Auf dem Sprung zu Unternehmern: Die Gymnasiasten Alan Ostaszewski (r.) und Luca Dietrich betreiben die Nachbarschafts-PC-Hilfe und reparieren Computer oder Laptops in Schwedt und Umgebung.
Auf dem Sprung zu Unternehmern: Die Gymnasiasten Alan Ostaszewski (r.) und Luca Dietrich betreiben die Nachbarschafts-PC-Hilfe und reparieren Computer oder Laptops in Schwedt und Umgebung. © Foto: Oliver Voigt
Dietmar Rietz / 23.03.2019, 11:00 Uhr - Aktualisiert 24.03.2019, 13:43
Schwedt (MOZ) Die Gauß-Gymna-­siasten Luca Dietrich (15 Jah-­re) und Alan Ostaszewski (16) wollen spätestens mit 18 ihre eigene Firma gründen. Bis dahin bieten sie bereits jetzt Nachbarn ihre Hilfe bei Computerproblemen an.

Luca Dietrich und Alan Ostaszewski lernen zurzeit in der 10. Klasse am Gauß-Gymnasium. Informatikunterricht erteilt dort Rüdiger Oberblöbaum. Die Schüler erweitern in der Schule ihre Programmierkenntnisse. Bei Sven Ketel an der Talsandschule gehen sie freitags außerdem noch in die Programmier-AG.

"Wir wollen unserem Leben einen Sinn geben", sagen Luca und Alan. Richtig Gas geben die beiden dafür seit dem Sommer 2018. Genauer: Seit der letzten Sommerferienwoche. "Wir dachten, wir verschwenden mal wieder unsere Ferien. Dabei hatten wir keine Lust, faul herum zu sitzen!" Die Jungs fingen an, schwimmen zu gehen – in den Ferien jeden Tag und in der Schulzeit freitags nach der Programmier-AG ins Aquarium.

Die Zukunft der beiden Gymnasiasten ist jetzt geplant: Abi so gut wie möglich abschließen bis 2022, dann Informatikstudium in Deutschland und spätestens mit 18 oder während des Studiums die eigene Firma gründen: Computerservice und Vertrieb. Wow!

Aus welcher Denkfabrik kommen denn diese beiden? Lucas Vater ist Regionalleiter bei einem Baustoffhändler, die Mutter Assistentin der Geschäftsleitung in einem Call Center. Er spielt Tischtennis im Verein JSV Schwedt. Seine erste Spielekonsole bekam er mit fünf, den ersten Laptop, als er in die 7. Klasse am Gymnasium wechselte, und den ersten PC zur Jugendweihe. Er interessierte sich schon immer für die Funktionsweise der Technik um ihn herum.

Alans Mutter ist von Beruf Kauffrau, sein Vater Automechaniker. Bei Alan fing die "Computer-Macke" schon im Kindergarten an. Aus Papier schnitt er, statt Herzchen und Einhörnern, CDs aus. Er hatte einem Onkel auf die Finger geschaut, der CDs brannte und etwas auf dem Computer machte. Die Familie schaffte sich einen Computer an, als Alan fünf war. Seitdem experimentierte, installierte und deinstallierte der Junge. Einmal pro Woche hat er seine Hochleistungsrechenmaschine sicher geschrottet, sodass ein guter Nachbar helfen musste. Dabei hat er viel dazu gelernt und dem Helfer immer genau auf die Finger geschaut. Außerdem hat er schon ab der zweiten Klasse angefangen, Computermagazine und Bücher zu lesen. Mit sieben hatte er seinen eigenen Laptop. Seitdem repariert er Computer anstatt sie kaputt zu machen.

Aber jetzt – eine eigene Firma mit 18? Die beiden Jungen sind Problemlöser. In der Schule ist bekannt, wenn einem Schüler die Präsentation crasht, dann helfen die beiden. Sie schreiben ein Programm, das die Ungerechtigkeit bei der Auswahl von Schülern für Leistungstests beendet. Die beiden erleben, dass nicht nur sie selbst, sondern auch Familie und Nachbarn sich tagtäglich mit technischen Problemen herumschlagen. Im Sommer 2018 kommt ihnen die Idee mit der "Nachbarschafts-PC-Hilfe".

Seitdem reparieren Luca und Alan Computer oder Laptops in Schwedt und der Umgebung. Sie bieten Starthilfe für Systeme, Beratung beim Umgang mit Programmen und Bereinigung von Viren an.

Erster Schritt auf dem Weg dahin: An der Tauschwand eines großen Lebensmittelladens pinnen die Gymnasiasten einen Zettel: Zwei versierte Schüler reparieren Computer vor ihren Augen. Starthilfe, Virenbereinigung, Hilfe mit Computerprogrammen, Outlook bis Firefox, Drucken. Auch wenn das Smartphone das WLAN-Netzwerk nicht erkennt, sind die beiden zur Stelle. Demnächst betreuen sie die Internetseite des Stadtchores. Auf Empfehlung der Vorstandsvorsitzenden, die mit ihrem Computer-Nachbarschaftsservice sehr zufrieden war. Die Nachbarschaftshilfe ist gut angelaufen.

Mittlerweile haben die beiden Gymnasiasten sogar prominente Unterstützung auf ihrem Weg zur eigenen Firma. Der Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark, Ulrich Menter, wurde durch einen einfachen Flyer in seinem Briefkasten auf sie aufmerksam. Er lernte sie kennen, fand sie und ihre Idee sympathisch. Er beschloss zusammen mit dem Präsidium, die jungen Leute in ihrer Selbstständigkeit zu begleiten.

Der Unternehmer-Präsident hat Alan und Lucas die kostenfreie Mitgliedschaft in der Unternehmervereinigung Uckermark angeboten und platzierte einen Hinweis zum Nachbarschaftsservice der Schüler auf der Internetseite des Vereins "mit den besten Empfehlungen".

Kontakt: 0163 2539480 oder kontakt@nachbarschafts-pc-hilfe.de, Internetseite: www.nachbarschafts-pc-hilfe.de

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