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Zwei Schwedter Lästerschwestern nehmen als "Lachmöwen" die Geschlechter-Problem-Zonen aufs Korn

Neue satirische Lesebühne
Spaß mit spitzer Zunge

Gründerinnen der satirischen Lesebühne: Die Lachmöwen Ilona Bormann und Iris Kunz. Ihre erste Lesung in der Artum Galerie unterm Dach des Centrum Kaufhauses Schwedt (CKS) ist bereits ausverkauft.
Gründerinnen der satirischen Lesebühne: Die Lachmöwen Ilona Bormann und Iris Kunz. Ihre erste Lesung in der Artum Galerie unterm Dach des Centrum Kaufhauses Schwedt (CKS) ist bereits ausverkauft. © Foto: Oliver Voigt
Dietmar Rietz / 26.03.2019, 08:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Kaum eine Stadt in Brandenburg hat so viele Profi- und Laienbühnen wie Schwedt. Jetzt kommt eine neue dazu: Iris Kunz und Ilona Bormann haben die satirische Lesebühne "Die Lachmöwen" gegründet.

Der erste Auftritt der spitzzüngigen Lachmöwen in der Artum Galerie unterm Dach des Centrum Kaufhauses in Schwedt am 10. April soll bereits ausverkauft sein. Die beiden Lästerschwestern Iris Kunz und Ilona Bormann besetzen weniger die Abgründe der garstigen Politik, sondern eher  Geschlechter-Problem-Zonen. Wobei beide klarstellen: "Frauen sind die besseren Männer – was den Humor angeht!"

Was hat sich der Zuschauer und Zuhörer unter der satirischen Lesebühne sonst noch vorzustellen? "Die humorvollen Texte, die wir ausgegraben haben, gehen direkt aufs Zwerchfell und manchmal auch mitten auf die Zwölf", sagt Ilona Bormann. "Ja, wir verbreiten auch schwarzen Humor." Iris Kunz ergänzt: "Wir lesen die kurzen, spritzigen Texte mit verteilten Rollen, damit uns die Zuhörer nicht ermüden. Das Ganze mit vollem Körpereinsatz vom Zeh über Finger, Mundwinkel und Augendeckel bis zum Scheitel. Unser erster Anspruch: Kunst darf nicht langweilen."

Ilona Borman (60) trägt auffällig rotes Haar. Schwedter und andere Uckermärker kennen sie noch aus dem scharfzüngigen Bürgerkabarett "Die Stechäpfel". Der Arbeit in Prenzlau wegen ist die heutige Verwaltungsfachangestellte dort vor geraumer Zeit ausgestiegen. Studiert hatte sie in ihrer Jugend Freundschaftspionierleiterin mit Lehrbefähigung für Deutsch und Sport. Sie ist verheiratet. Die leiblichen  Kinder sind erwachsen und raus aus dem Haus. Die jetzigen, die letzten Kinder tragen Fell. Wenn sie mit ihren beiden Hunden, wie einst Theodor Storms Schimmelreiter zu Pferde, über den Deich tobt, dann hat sie Zeit, Texte zu lernen. Die treuen Begleiter nehmen ihren Wortschwall freundlich zur Kenntnis. Passanten drehen sich manchmal irritiert um.

Als sie eines Schwedter Abends im Lesebus der Vorleseinitiative guten Lesestoff auf die Ohren bekam, bekam sie Lust, selbst wieder Satire auf die Bühne zu bringen. Aber nicht allein. Gemeinsam Lachen macht doppelt so viel Spaß. In der Schwedter Volkshochschule begegnete Ilona Bormann Iris Kunz, die dort Sprechtechniken für freies Präsentieren lehrte, und sprach sie an. Mit Erfolg.

Iris Kunz ist 40, Schweizerin, geboren in Willisau, im Kanton Luzern. Gelernt hat Iris Kunz Schauspielerin. Über Bonn, Berlin und München ist sie fast direkt nach Schwedt gekommen. Mit ihrem Mann, Felix Gattinger, der momentan als Dramaturg an den Uckermärkischen Bühnen beschäftigt ist. Zwei Jungs hat sie mitgebracht an die Oder. Und die Lust etwas Eigenes zu machen. Bemerkenswerte Auftritt hatte sie an den Bühnen in den Stücken "Grete Beier" und "Ein Knochenjob".

Warum jetzt die satirische Lesebühne? "Mit Ilona Bormann stimmt die Chemie. Wir können zusammen wunderbar literarische Figuren zum Leben erwecken. Das macht uns Spaß und hoffentlich dem Publikum auch."

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