Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der Verbundstillstand Step 2 ist beendet, alle Anlagen haben wieder ihren TÜV-Stempel. Dennoch läuft PCK noch nicht wieder völlig rund.

PCK-Abstellung
Holprige Anfahrt nach TÜV

Michael Dietrich / 26.04.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 26.04.2019, 11:35
Schwedt (MOZ) Der größte Stillstand in der Geschichte der Schwedter Raffinerie ist geschafft. Die Erdölraffinerie hat bis Ostern mit mehr als 4000 zusätzlichen Arbeitskräften einen Großteil ihrer Anlagen instandgesetzt, modernisiert und geprüft. Über die Osterfeiertage hatte die PCK jedoch hörbare Probleme, ihre Anlagen wieder anzufahren. Einige entscheidenden Anlagen konnten wegen Qualitätsmängeln nicht ans Netz gehen. PCK musste überschüssiges Gas abfackeln und Druck ablassen, was in Schwedt zu zahlreichen Beschwerden über Lärmbelästigungen führte.

Seit Donnerstag, also etwa eine Woche verspätet, fährt PCK nun die letzten beiden größeren Anlagen, eine Wasserstoffanlage und den Aromizer, an denen es noch klemmte, wieder hoch.

Qualität stimmte nicht immer

Als Grund für die Probleme beim Wiederanfahren der Anlage nennt PCK-Chef Wulf Spitzley "unvorhersehbare Probleme bei der Produktivität und der Qualität einiger Arbeiten. Damit aber kein falscher Eindruck entsteht: Die meisten Arbeiten wurden in der gewohnt hohen Qualität ausgeführt und wir sind mit der Arbeit fast aller Partnerfirmen und ihrer Monteure sehr zufrieden. Das riesige Arbeitspensum, das geleistet wurde, ist ein  großer Erfolg für PCK, ihre Partner und die allermeisten Monteure. Da aber alle Anlagen eng miteinander verknüpft sind, wirken sich Probleme in einer Anlage eben auf alle aus."

PCK hatte wegen der Qualitätsmängel bei der Arbeit in einer Anlage enormen zusätzlichen Prüfaufwand aller Verbindungen. Dabei wurde eine Reihe von Mängeln an Rohrflanschen und Sicherheitsventilen festgestellt. Sie sind inzwischen behoben oder aufwändig repariert, so Spitzley. Für die laute Fackel und das Ablassen von überschüssigem Druck über die Ostertage entschuldigt sich der PCK-Chef bei den Anwohnern. "Das ist uns selbst unangenehm, wir können verstehen, dass das viele Schwedter gestört hat. Das geht so natürlich nicht. Wir können uns dafür nur entschuldigen. Inzwischen haben wir Anweisungen zur Änderung des Anfahrtprozesses getroffen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten", sagte der PCK-Chef.

Seit gestern werden die Sorgen um das Wiederanfahren der Anlagen von den Meldungen der gekappten Erdölleitung Drushba an der weißrussisch-polnischen Grenze überschattet. Noch hat PCK nicht den vollen Rohöldurchsatz erreicht, für ein paar Tage befindet sich auch noch Öl im polnischen Teil der Pipeline, die PCK noch abnehmen kann. Danach soll, so es bei der Unterbrechnung bleibt, die alternative Versorgung über den Seehafen in Rostock organisiert sein. Nach Rostock hat PCK eine Pipeline.

Uckermärker gewinnt Auto

PCK hat inzwischen auch ihr Sicherheitsgewinnspiel beendet und den Hauptpreis, ein neues Auto im Wert von 10 000 Euro, verlost. Glücklicher Gewinner ist Daniel Schulze aus Hohenselchow von der Firma Rudar.

Im Nachhinein musste PCK den  Unfall, bei dem ein Mitarbeiter einer Partnerfirma durch ein Gerüstrutsche, als meldepflichtigen Arbeitsunfall einstufen. Der Betroffene erlitt dabei glücklicherweise keine ernsthaften Verletzungen, wurde aber anschließend krank geschrieben.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG