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Gemeindevertretung beruft Sondersitzung ein, um die sofortige Öffnung für Fußgänger und Radfahrer zu beschließen.

Streitthema
Schöneberger machen Druck

Malerischer Zankapfel: Die Schöneberger und der Nationalpark wollen, dass die Stützkower Brücke schnellstmöglich wieder geöffnet wird.
Malerischer Zankapfel: Die Schöneberger und der Nationalpark wollen, dass die Stützkower Brücke schnellstmöglich wieder geöffnet wird. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 11.05.2019, 06:30 Uhr
Schöneberg (MOZ) Die Untersuchungsergebnisse über die Standsicherheit der  Stützkower Brücke liegen nun seit einigen Tagen vor. Daraus geht hervor, dass die Brücke für Fußgänger geöffnet werden könnte. Nun drängen die Schöneberger und alle Leute, die den Übergang in den Nationalpark nutzen wollen, auf eine schnelle Freigabe. In der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend machten sie in der Einwohnerfragestunde ihrer Forderung Luft. Der ehemalige Bürgermeister Manfred Schroeder präsentierte 1008 Unterschriften und warnte davor, dass die Absperrvorrichtung der Brücke noch mehr zusetzen könnten.

Zu einem Beschluss der Gemeindevertretung zur sofortigen Brückenöffnung kam es jedoch nicht. Einen entsprechenden Antrag hatte Bürgermeister Wilfried Schramm gestellt. Amtsdirektor Detlef Krause wies jedoch darauf hin, dass der Beschluss unzulässig wäre, da er nicht angekündigt war. Diskutiert wurde am Donnerstagabend unter vielen emotionalen Einwürfen der Besucher dennoch. "Geringfügige Mängel lassen wir beseitigen. Weiteres müssen wir langfristig planen", sagte Bürgermeister Wilfried Schramm und kündigte eine zügige außerordentliche Versammlung an, um den Beschluss zur Öffnung zu fassen. "Es sei denn, das Amt öffnet sie nach dem Gutachten", meinte er. Amtsdirektor Detlef Krause erklärte: "Wenn andere Daten und Informationen vorliegen, die aussagen, die Brücke ist so sicher, dass bei einer Benutzung keine Gefahr besteht. Bei Risiken müssen wir gucken, wie wir damit umgehen." Wann das geschehe, hakte Wilfried Schramm nach. Das, so Krause, hänge vom Inhalt des Gutachtens ab. Er werde sich damit beschäftigen.

Auf die wütenden Zurufe und Vorwürfe in Richtung Amtsverwaltung Oder-Welse informierte der Schöneberger Bürgermeister, dass der Landkreis die Brückensperrung im Dezember zu diesem Zeitpunkt für rechtens erklärt habe. "Wir hatten ein Schreiben an den Landkreis Uckermark gerichtet, in dem wir baten, die Sperrung zu prüfen." Dieser habe sich diplomatisch verhalten, meinte Wilfried Schramm. Sein Amtsvorgänger ManfredSchroeder erklärte, er habe auch die Landrätin nach Stützkow eingeladen. "Es ist aber nur Papier hin- und hergeschoben worden", sagte er.

Auch dem Amt sei vom Landkreis bestätigt worden, dass nach dem ersten Gutachten keine andere Schlussfolgerung als die Sperrung möglich gewesen sei, meinte der Amtsdirektor. "Wenn jetzt neue Daten vorliegen, wird neu bewertet", erklärte er.

Der Nationalpark hat indes das Gutachten zur Brücke auf seiner Internetseite www.nationalpark-unteres-odertal.eu veröffentlicht. "Wir setzen auf Transparenz", sagt Nationalparkleiter Dirk Treichel, "jeder kann sich selbst davon überzeugen, dass die Gutachter die sofortige Öffnung der Brücke empfehlen. Ich hoffe, dass die zuständige Verwaltung des Amtes Oder-Welse umgehend die erforderlichen Schritte zur Wiederöffnung dieser touristisch so bedeutsamen Brücke einleitet und die Einschränkungen für Nationalparkbesucher und Einwohner Stützkows der Vergangenheit angehören."

Brückenchronik

Die Stützkower Brücke wurde im Oktober 2000 als Ersatz für die Ende der 1960er-Jahre abgerissene Brücke über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße installiert. Sie ist Bestandteil des Uckermärkischen Wegekonzeptes und soll Fußgängern und Radfahrern den Zugang zum Nationalpark ermöglichen. Im Mai 2012 feierten die Stützkower und ihre Gäste auf der geschmückten Brücke ihr erstes Brückenfest. 2016 wurden im Haushalt als eine der wichtigsten Investitionsmaßnahmen Sanierungsmaßnahmen an der Brücke beschlossen. Auch auf der Prioritätenliste 2017 stand die Beseitigung der Mängel an der Brücke. Aufgrund des Haushaltslochs passierte nichts. Kurz vor Weihnachten 2018 sperrte der Amtsdirektor ohne Vorankündigung die Brücke wegen der Baumängel. Im April 2019 veranlasste der Nationalpark Unteres Odertal eine Untersuchung der Brücke. ⇥red

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