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Stadtspaziergang durch Angermünde auf den Spuren der wichtigen Schule fürs Leben / Gründung in Schwedt erst im Jahr 1963.

Jubiläum
"Wir sind für alle da"

Start am Franziskanerkloster: Aktive und ehemalige Mitarbeiter, Schul- und Kursleiter sowie Kursanten der Volkshochschule Angermünde besuchten beim Stadtspaziergang durch Angermünde aktuelle und ehemalige Bildungsorte.
Start am Franziskanerkloster: Aktive und ehemalige Mitarbeiter, Schul- und Kursleiter sowie Kursanten der Volkshochschule Angermünde besuchten beim Stadtspaziergang durch Angermünde aktuelle und ehemalige Bildungsorte. © Foto: Oliver Voigt
Dietmar Rietz / 14.05.2019, 06:15 Uhr
Angermünde/Schwedt (MOZ) Vor 100 Jahren schrieben sich die Deutschen in ihre Reichsverfassung, dass Bildung fortan gefördert wird. 1919 gilt deshalb wohl offiziell als Geburtsstunde der Volkshochschule (VHS) in Deutschland, die nicht nur eine "Schule fürs Leben" sein, sondern dem Volk zum Aussprechen seiner eigenen Angelegenheiten verhelfen sollte.

Katrin Palow leitet die VHS-Außenstelle Angermünde. Sie nahm am Sonnabend das Jubiläum zum Anlass, um mit früheren und gegenwärtigen Schulleitern, Kursleitern und Kursanten die Volkshochschulgeschichte in Angermünde zu erkunden.

Der Stadtspaziergang führte vom Franziskanerkloster zum ehemaligen Kinder- und Familienzentrum, ins AHA-Projekthaus und in die Spectrum-Praxis am Ring, zur ehemaligen Förderschule, zur Puschkin- und zur Kreismusikschule. Die Spaziergänger machten Halt an der Jugendtöpferei, am Haus der Generationen und an der Ehm Welk-Schule, ehe sie zum Kaffee in der VHS-Außenstelle am Gymnasium einkehrten.

Mehr als zwei Dutzend Kursorte belegt die Volkshochschule in Angermünde, berichtet Katrin Palow. Aber ihre Kursanten treiben auch in der Schwimmhalle der Fachklinik Wolletz Sport, Töpfern im Keramikraum der Grundschule Gartz, schmieden bei Familie Pieske in Greiffenberg, beschäftigen sich mit Kunst im Kloster Chorin sowie im Atelier von Jana Debrodt in Neukünkendorf. Lambert Janssen nimmt regelmäßig Kursanten mit zum Qi Gong auf die Insel Hiddensee oder betreut sie in Gellmersdorf.

Manche Namen früherer Volkshochschulleiter sind schwer aufzufinden. Aber Katrin Palow erinnert sich, dass zu ihren Vorgängern bis 1990/1991 die Herren Knopf und Zieber gehörten. Von 1992 bis 1994 waren es Annegret Hannemann, Joachim Funk 1995 und 1996, Marlies Heide von 1997 bis 2012.

Die beiden letztgenannten Schulleiter erinnerten sich beim Stadtrundgang lebhaft an ihre Volkshochschulzeit. Marlies Heide ist heute dort Schülerin. Sie besucht Sportkurse für Ältere. Ihre Erfahrung: "Die Volkshochschule spricht jetzt vor allem ältere Menschen zwischen 55 und 80 Jahren an, denen lebenslanges Lernen ein Bedürfnis ist."

Pro Semester bietet die Angermünder Volkshochschule 70 bis 80 Kurse von Kultur, Politik und Umwelt über Kultur und künstlerisches Gestalten bis zum Umgang mit neuen Medien und der landwirtschaftlichen Ausbildung an. Sie erreicht damit schätzungsweise 300 bis 400 Leute. Sport und Sprachen sind die Renner für die älteren Semester.

In Schwedt ist die VHS erst am 23. September 1963 aus der Taufe gehoben worden. Hauptaufgabe der DDR-Volkshochschule damals war es,  nachträglich Schulabschlüsse zu ermöglichen.

In den 1970er-Jahren gab es einen vorsichtigen Wandel zurück zu traditionellen Kursangeboten wie Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Kunst und Kultur. Fremdsprachen, Stenographie und nachzuholende Schulabschlüsse waren auch die wichtigsten Kurse in der aufstrebenden Industriestadt. Vor der Wende hatte die Volkshochschule hier jährlich weniger als 1000 Schüler.

Nach der Wende wurde das Angebot stark erweitert: Computerkurse, politische Vorträge und Diskussionen, Kunst und Handwerk, Ökologie und mehr. 2001 war ein Spitzenjahr mit 2665 Schülern.

Drei bekannte Schulleiterinnen der Schwedter Volkshochschule waren Ulrike Tenner, Claudia Benkert und gegenwärtig Gaby Schweer.

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