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Das landesweite Projekt "KlasseMusik" feiert Schuljahresabschluss. Schwedt hat14 Klassen, in denen Kinder kostenfrei ein Instrument erlernen.

Projekt
Mutig auf der großen Bühne

Eva-Martina Weyer / 07.06.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 07.06.2019, 07:39
Schwedt (MOZ) Ein landesweit operierendes Projekt findet in diesen Tagen an der Schwedter Musik- und Kunstschule und an Grundschulen der Stadt seinen vorläufigen Abschluss. Die Rede ist von "KlasseMusik". Dieses Projekt will jedem Kind – unabhängig von seiner sozialen Herkunft – den Zugang zu musikalischer Bildung zu ermöglichen. In öffentlichen Präsentationen stehen manche Kinder mit ihrem Instrument zum ersten Mal auf einer richtigen Bühne. Sie haben Lampenfieber und strahlen dennoch übers ganze Gesicht, wenn der Beifall erklingt.

In Schwedt gibt es 14 dieser Musikklassen: sechs an der Astrid-Lindgren-Grundschule, zwei an der Grundschule "Bertolt Brecht", zwei an der Grundschule "Erich Kästner" und "Am Waldrand" sowie zwei an der Schule am Schlosspark. Unterricht wird in Gitarrenklassen, Percussionsklassen, Streicherklassen, Bläserklassen und Patchworkklassen erteilt. Und dies im Tandem: Musiklehrer der Grundschule und Musikpädagogen von der Musik- und Kunstschule unterrichten gemeinsam.

In diesem Projekt ist es Tradition, dass jeweils zum Schuljahresende die mitmachenden Kinder ein Bühnenprogramm darbieten und sogar ein Zertifikat erhalten. So haben es jetzt für die Mädchen und Jungen der Gitarrenklasse von der Erich- Kästner-Grundschule erlebt. Schüler der 4. und 5. Klasse zeigten Eltern und Schulfreunden, was sie gelernt haben. Mütter und Väter zückten ihre Handykameras, fotografierten ihre Sprösslinge und geizten nicht mit Beifall.

Die Gitarrenkinder zeigten die ganze Vielfalt ihres Unterrichts. Sie spielten nicht nur auf der Gitarre, sondern schlugen den Rhythmus mit dem Tambourin, sie sangen und gaben sogar eine HipHop-Einlage. Nach ihrem Auftritt erzählten Alexia und Mahua: "Wir hatten Montag und Mittwoch Gitarreunterricht. Die meisten von uns haben gar nichts gewusst von Instrumenten und Noten. Am Anfang war es sehr anstrengend." Ihr Klassenkamerad Damien fügt hinzu: "Am Ende haben uns aber alle Lieder so gefallen. Wir wollten durchhalten."

Musikpädagogin Lina Mikolai und ihr Kollege Mike Hesche von der Musik-  und Kunstschule haben den Unterricht gemeinsam mit Delia Opitz von der Kästnerschule gestaltet. "Jedes Kind hat die Möglichkeit, mit einem Musikinstrument in Berührung zu kommen und lernt, wieviel Mühe dahinter steckt, es zu spielen", begründet Lina Mikolai die Besonderheit dieses landesweiten Projektes. "Was wir im Unterricht lernen, können die Kinder sofort im Unterricht anwenden. Nur wenige Kinder wissen heutzutage, wie Msik funktioniert. Wir schaffen ihnen ein Erfolgserlebnis."

Der Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg hat instrumentale Klassensätze beispielsweise für Bläser-, Gitarren-, Streicher-, Perkussionsklassen, aber auch für elementare Musikklassen und Singklassen angeschafft. Sie stehen den Schülern kostenfrei zur Verfügung. Kinder der Klassenstufen 1 bis 6 erhalten für die Dauer von zwei Jahren im Rahmen des regulären Stundenplans wöchentlich drei gebührenfreie "Musikklassen"-Stunden. Jede Musikklasse findet über einen Zeitraum von zwei Jahren statt. Dann erfolgt der Wechsel der Instrumente an nachrückende Klassen.

Wie Lina Mikolai erzählt, können Mädchen und Jungen nach Abschluss des Projektes Schüler der Musik- und Kunstschule werden. "Das sind dann mindestens eine Handvoll Kinder pro Jahr, die zu uns kommen wollen. Sie werden auf der Warteliste bevorzugt, damit der Abstand zur letzten Instrumentalstunde nicht so groß ist."

Weitere Abschlusspräsentationen an der Musik- und Kunstschule finden statt am: 11. Juni um 8.30 Uhr Percussionsklasse der Schule am Schlosspark; am 18. Juni um 10 Uhr, die Patchworkklasse an der Astrid-Lindgren-Grundschule

"Klasse Musik"

Im landesweiten Projekt "KlasseMusik" für Brandenburg arbeiten mittlerweile 165 Musikklassen an 66 Schulen im gesamten Bundesland. 23 öffentlich anerkannte und geförderte Musikschulen agieren als Kooperationspartner mit den 66 Schulen. Schwedter Einrichtungen gehören seit mehreren Jahren dazu. Landesweit unterrichten derzeit 74 Lehrkräfte der Musikschulen als sogenannte Tandempartner in den Schulen und unterstützen die dortigen Musiklehrer. Finanziert wird das Projekt aus dem Förderprogramm "Musische Bildung für alle" des Ministeriums für Kultur in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam und dem Bildungsministerium.⇥⇥emw

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