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Der Gartzer Bürgermeister Burkhard Fleischmann hätte noch einmal gegen seine Herausforderin Inge Ballenthin antreten müssen.

Kommunalwahl
Rückzug von der Stichwahl

Eva-Martina Weyer / 13.06.2019, 06:00 Uhr
Gartz (MOZ) Am Sonntag hätte um das Amt des Bürgermeisters von Gartz eine Stichwahl stattgefunden. Doch Amtsinhaber Burkhard Fleischmann hat seine Kandidatur zurückgezogen. Er ist seit 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister von Gartz. Im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung erklärt er, warum er nun nicht mehr antritt.

Herr Fleischmann, Sie haben Ihre Kandidatur für die Stichwahl zurückgezogen. Warum?

Burkhard Fleischmann: Ich sehe für mich keine Chancen bei einer Stichwahl. Das muss ich mir nach 15-jähriger Tätigkeit als Bürgermeister und Ortsteilbürgermeister von Gartz nicht antun. Ich sehe das Wahlergebnis vom 26. Mai und möchte bei einer Stichwahl nicht abgewählt werden.

Passiert der Rückzieher voller Groll?

Nein. Ich habe viel für Gartz gearbeitet. Das ging oft auf Kosten meiner Familie und vor allem der Enkel, die mich oft vermisst haben. Es war mir wichtig, für meine Heimatstadt da zu sein.

Was ist mit Ihren Mandaten für die Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeirat von Gartz?

Da war das Wahlergebnis eindeutig. Ich habe diese Mandate geholt und nehme sie an. Denn ich will meine Erfahrungen weiter für Gartz einbringen. Es stehen viele Projekte an,  die ich mit angeschoben habe, und an deren Verwirklichung ich weiter mitwirken will.

Welche Projekte sind das?

Ganz oben steht für mich die energetische Sanierung unserer Grundschule Gartz. Der Förderbescheid ist jetzt da. Es könnte sein, dass noch zusätzliche Mittel gebraucht werden. Darum werde ich mich bemühen. Außerdem geht es mir um die Vollendung des letzten Bauabschnittes bei der Sanierung der B2.

Das Vorhaben läuft schon ein paar Jahre. Was ist denn dort noch zu tun?

Die Sanierung der Straße geht bis 2007 zurück. Ich war Ortsteilbürgermeister und habe mit dem damaligen Landrat Klemens Schmitz die Sache angeschoben. Damals wollten wir den Lkw-Verkehr aus dem Gartzer Stadtzentrum raus haben.

Was war so schwer daran?

Um Geld für Gartz zu besorgen, war viel Überzeugungsarbeit im Ministerium zu leisten. Wir mussten in Potsdam erst einmal Interesse für Gartz wecken. Viele wussten gar nicht, wo Gartz liegt. Heute ist Gartz in Potsdam bekannt. Jetzt haben wir eine Umgehungsstraße, eine wunderschöne Kastanienallee und einen sanierten Abschnitt der B2 bei Friedrichsthal. Nun geht es um den letzten Bauabschnitt am  Stadtausgang in Richtung Stettin.

Liegt Ihnen noch etwas am Herzen?

Ja, alles. Als Bürgermeister war mir die Entwicklung der Stadt wichtig, zum Beispiel das Aufstellen eines Stadtentwicklungskonzeptes. Als Stadt hatten wir nie genug Geld, aber nach Gartz ist viel Geld geflossen.

In welche Vorhaben zum Beispiel ist das Geld geflossen?

Allein die Sanierung des Walls und die Gefahrenabwendung haben 2 Millionen Euro gekostet. In den Straßenbau der Pommernstraße sind 2 Millionen Euro und in die Stettiner Straße 800 000 Euro geflossen. Die Sanierung der Kastanienallee/B2 hat 1,5 Millionen Euro gekostet. 600 000 Euro sind in die Sanierung der Gartzer Kita Regenbogenhaus investiert worden und 120 000 Euro in die Kita Buddelflink im Ortsteil Hohenreinkendorf. Außerdem freue ich mich, dass im Herbst mit der Sanierung der Wiesenstraße begonnen werden kann.

Was möchten Sie außerdem vorantreiben?

Gartz hat immer noch nicht den Titel Kranichstadt. Es wäre schön, wenn wir in Zusammenarbeit mit der Pomerania eine Brücke über die Oder kriegen und einen Campingplatz an der Oder bauen, auch wenn der nur eine Abstellmöglichkeit für Caravans wäre. Außerdem möchte ich allen Stadtverordneten, dem Amt, den Vereinen und Institutionen für die Zusammenarbeit danken.

Am 26. Mai stimmten die Wahlberechtigten so ab

An der Kommunalwahl am 26. Mai um die Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Gartz haben sich58,7 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt.  Dabei entfielen 34,9 Prozent der Stimmen auf Burkhard Fleischmann und 39,3 Prozent auf Inge Ballenthin. Sie war zum ersten Mal zu einer Kommunalwahl angetreten. Weil keiner von beiden 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte, sollte es am 16. Juni zur Stichwahl kommen. Diese wird nun eine ganz normale Wahl mit Einzelkandidatin Inge Ballenthin. Sie steht auf dem Stimmzettel. Der Wähler kann ja oder nein ankreuzen. ⇥emw

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