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Stützkow will am Sonnabend mit Gästen feiern, Amtsdirektor Krause sorgt dafür, dass die Brücke weiterhin zu bleibt.

Brückenstreit
Direktor bemüht Juristen zur Bestätigung der Sperrung

Brückenfest: Stützkow lädt Sonnabend ab 15 Uhr ein und hofft auf viele Gäste, die sich mit dem Ort solidarisieren.
Brückenfest: Stützkow lädt Sonnabend ab 15 Uhr ein und hofft auf viele Gäste, die sich mit dem Ort solidarisieren. © Foto: Stefan Csévi
Michael Dietrich / 13.06.2019, 06:30 Uhr
Stützkow (MOZ) "Wir werden unser Brückenfest auf jeden Fall feiern, ob die Brücke nun offen ist oder verrammelt oder vom Amt bewacht. Wir laden unsere Gästen ab 15 Uhr herzlich ein, mit uns an der geschmückten Brücke bei Kaffee, Grill, Musik und Tanz zu feiern", sagt Gemeindevertreterin Doris Stöckmann.

Natürlich hatte der kleine Ort am Nationalpark gehofft, dass nach dem Brückengutachten vom Mai, das der Brücke Stand- und Verkehrssicherheit bescheinigt, ihre Brücke sofort wieder geöffnet wird. Sie sind, so Bürgermeister Wilfried Schramm, sogar darauf eingestellt, dass zuvor Reparaturen erfolgen, Geld sei dafür da. Doch Amtsdirektor Detlef Krause macht ihnen wieder einmal einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

"Verfehlte Gemeindepolitik"

Nachdem der Direktor vier Wochen für die Prüfung des Gutachtens brauchte und weder Bürger, Gemeinde noch Landkreis informierte, was er zu tun gedenke, ließ er am Dienstag nach Pfingsten die Katze aus dem Sack und erklärte unter der Überschrift "Sperrung durch das Amt Oder Welse ist rechtmäßig und notwendig", dass er ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben hat, das seine Entscheidung, die Brücke zu sperren, bestätigt und der Brückenhauptprüfung des Nationalparks, die er als "privaten Prüfbericht" disqualifiziert, kein Gewicht einräumt.

In dem Prüfbericht hatte das auf Brückenprüfung spezialisierte Ingenieurbüro Paul die sofortige Öffnung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer empfohlen und lediglich mittelfristige Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Kfz-Verkehrs vorgeschlagen. Laut dem juristischen Gutachten des auf Verwaltungsrecht spezialisierten Rechtsanwalts Torsten Barthel aus Berlin, das Detlef Krause nicht bereit war, vorzulegen, soll "akuter Handlungsbedarf" für die Sperrung bestanden haben.

Schuld daran, dass die Brücke gesperrt werden musste, sei laut Krause die Gemeinde. "Es wird immer deutlicher, dass der marode Zustand der Brücke Ergebnis einer verfehlten Gemeindepolitik in Schöneberg ist", schreibt Krause und kündigte an, dass er in der nächsten Woche mit vereidigten Sachverständigen und weiteren Gutachtern klären werde, welche Sofortmaßnahmen nötig sind.

Landrätin Karina Dörk hatte den Brückenstreit zur Chefsache erklärt und Detlef Krause aufgefordert, bis heute zu erklären, was er tun will, um die Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen. Danach will sie entscheiden, ob sie eingreift.

Nicht mehr warten wollte der Hochschulprofessor a. D. Gerhard Ackermann aus Berlin, der in Stützkow Zweitwohnsitz hat. Er reichte bei der Landrätin eine Dienstaufsichtsbescherde gegen Amtsdirektor Krause wegen Amtsanmaßung ein.

Die Stützower hoffen nun, dass viele Gäste zum Brückenfest kommen und sich damit solidarisch mit ihnen zeigen.

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