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In wenigen Jahren sollen Reisende nur noch 90 Minuten bis Berlin benötigen. Die Sanierung des Abschnitts Angermünde-Passow beginnt voraussichtlich 2021.

Sanierung
Erste Baupläne für Stettiner Bahnlinie

In Angermünde müssen Fahrgäste Richtung Stettin meist umsteigen: Das ist spätestens ab 2026 Geschichte. Dann rollen wieder durchgehende Züge. Die Reisezeit verkürzt sich.
In Angermünde müssen Fahrgäste Richtung Stettin meist umsteigen: Das ist spätestens ab 2026 Geschichte. Dann rollen wieder durchgehende Züge. Die Reisezeit verkürzt sich. © Foto: Wilfried Bergholz
Oliver Schwers / 13.06.2019, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Viele Bahnfahrer würden sich mehr Tempo wünschen, um die fast vergessene Bahnstrecke Angermünde-Stettin aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Sie soll spätestens 2026 als Teil einer europäischen Verkehrsachse mit Tempo 160 zweigleisig und elektrisch befahrbar sein. Doch Planungen in Deutschland brauchen Zeit. Die ersten Baupläne für den Teilabschnitt zwischen Angermünde und Passow liegen ab 17. Juni öffentlich in Rathäusern und Verwaltungen der Uckermark aus. Das Eisenbahnbundesamt hat über das Landesbauamt ein öffentliches Anhörungsverfahren bis Mitte August gestartet.

Umrüstung auf Tempo 160

Beim ersten Abschnitt handelt es sich um den Ausbau von 19 Kilometern. Zwar gibt es hier bereits elektrische Oberleitungen, jedoch ist eine komplette Erneuerung vorgesehen. Ebenso werden sämtliche vorhandenen Bahnanlagen und große Teile der Gleise fit gemacht für höhere Geschwindigkeiten und eine stärkere Belastung. Gerade das Niedermoor zwischen Frauenhagen und Passow verursacht immer wieder Probleme, weil der alte Damm im Boden versackt. Bestandteil des millionenschweren Großprojekts sind auch Eisenbahnüberführungen, Bahnübergänge und Durchlässe. Die Bahnstation Passow muss ebenfalls modernisiert werden. Das alte Bahnhofsgebäude selbst ist allerdings nicht Bestandteil der Sanierung.

Alle Bürger, Anlieger, Verwaltungen und Behörden können sich die Pläne, Zeichnungen und Umweltauswirkungen in den Unterlagen ansehen und gegebenenfalls Hinweise oder Kritiken abgeben und Einwände geltend machen. In den Gemarkungen entlang der Strecke sind Ausgleichsvorhaben für die Eingriffe in die Natur vorgesehen.

Die Deutsche Bahn rechnet mit einer Baugenehmigung im Jahre 2021 und will dann sofort mit den Arbeiten beginnen. Frühestens 2025 könnte dieser Abschnitt dann fertig sein und mit höherem Tempo befahren werden.

Der mit 30 Kilometern längere Abschnitt zwischen Passow und der Bundesgrenze zu Polen soll dann ein Jahr später in Betrieb gehen. Hier laufen derzeit die Planungen für den dringend notwendigen Bau des zweiten Gleises, der bisher nicht vorhandenen elektrischen Oberleitungen und der Modernisierung der vier Stationen Schönow, Casekow, Petershagen und Tantow (ohne Berücksichtigung von Empfangsgebäuden).

Mehr Züge für Pendler

Ziel ist eine schnelle Verbindung der beiden Metropolen Berlin und Stettin. Bislang läuft fast der gesamte Verkehr über die Autobahn, die gerade an den Wochenenden regelmäßig verstopft. Wer heute in die polnische Hafenstadt fährt, muss meist in Angermünde in eine Regionalbahn umsteigen. Mit der wieder ertüchtigten Trasse soll nicht nur die alte Hauptstrecke wiederhergestellt werden, sondern auch durchgängig Tempo 160 und ein wesentlich kürzerer Zugtakt besonders in den Pendlerzeiten. Reisende benötigen dann nach derzeitigen Plänen nur noch 90 Minuten zwischen den beiden Städten. Angermünde als zentraler Bahnhof der Uckermark rückt damit quasi in den Vorort-Bereich von Berlin und Stettin. Der gesamte Gartzer Raum bekommt seine alte Anbindung an das Eisenbahnnetz zurück und sogar eine S-Bahn-Verbindung bis Stettin.

Die Pläne zum Anhörungsverfahren liegen vom 17. Juni bis 16. Juli zu den Sprechzeiten im Angermünder Bauamt aus. Weiterhin in der Stadt Schwedt sowie in den Ämtern Gramzow, Oder-Welse und Gerswalde. Bis 16. August sind schriftliche Anmerkungen möglich.

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