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Oderstädter besuchen am Sonnabend mit Kind und Kegel Leipa. Unternehmen feiert mit Tausenden von Mitarbeitern und neugierigen Gästen.

Jubiläum
60 Jahre Papier aus Schwedt

Dietmar Rietz / 16.06.2019, 20:04 Uhr - Aktualisiert 17.06.2019, 08:55
Schwedt (MOZ) Rundes Jubiläum bei Leipa. Die Firma ist heute Marktführer für nachhaltige Papier- und Verpackungslösungen. Tausende wollen wissen, wie dieses Wunder funktioniert. Schwedt strömt am Sonnabend trotz Tropenhitze mit Kind und Kegel zum Tag der offenen Tür in die Papierfabrik.

Am 17. Juli 1959 wird in Schwedt der Grundstein für die modernste Papierfabrik der DDR gelegt. Jürgen Franke (73) gehörte zu den ersten Lehrlingen. Als Beweis hat er Sonnabend seinen alten Staplerführerschein dabei. 350 Kilometer ist er mit seiner Frau aus der neuen Heimat in Sachsen nach Schwedt gefahren, um zu sehen, ob das Papier-Wunder an der Oder bis heute anhält und funktioniert. "Ich gehöre zur Aufbaugeneration, da ist man stolz auf seinen Betrieb", sagt er.

Mehr als eine halbe Stunde vor Einlass um 10 Uhr steht er schon vor dem Tor. Ebenso wie Hans-Frieder Hübler (74). Der kennt die Werksgeschichte etwa ebenso lange und meint: "Hubert Schrödinger hat als Unternehmer hier mit den Mitarbeitern ein Wunder vollbracht, gerade wenn man bedenkt, was hier und anderenorts nach der Wende den Bach runter gegangen ist. Wir standen auch schon auf der Abschussliste."

60 Jahre Papier aus Schwedt - das bedeutet 60 Jahre Engagement und Herzblut der Mitarbeiter und seit 1992 auch der Eigentümerfamilie. Mehr als 1 Milliarde Euro wurden seitdem hier in Menschen und Maschinen investiert. Schwedt stieg zu einem der bedeutendsten Papierstandorte Europas auf. Am Sonnabend öffnete das Unternehmen zum Jubiläum die Türen für Gäste. Bis Mittag waren schon rund 3000 der Einladung gefolgt. dir
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60 Jahre Papierfabrik Leipa

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Leipa schickt seine Besucher vorbei an allen Papiermaschinen. Mehr als eine Milliarde Euro haben die aus Schrobenhausen zugewanderten Papiermacher investiert, seit sie hergekommen sind und den Firmensitz nach Schwedt verlegten. Hier laufen einige der modernsten Papiermaschinen, die Europa kennt. Für Geschäftsführer Peter Probst heißt die aktuelle Mission: "Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen."

Neues aus Altpapier

Wirtschaftsprofessor Jörn Mallok sieht sich am Sonnabend genau um bei Leipa: "Das hier ist Weltklasse. Leipa vereint am Rande des Nationalparks Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, macht neues aus 100 Prozent Altpapier statt Wälder abzuholzen."

Der jüngste Stern am Leipa-Papiermaschinen-Himmel ist die PM 5. 170 Millionen Euro hat ihr Umbau gekostet. Hier rollt weißgedecktes Wellpappenrohpapier vom Band. 450 000 Tonnen im Jahr. Das geht weg wie "geschnitten Brot". Der Hunger der Online-Versandhändler ist riesig. "Leipa hatte wieder mal den richtigen Riecher", sagt ein Mitarbeiter.

Leipa-Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Platzeck erklärt sich so, wie das Papier-Wunder über die Wende gerettet worden ist: Mit ihrem Bekenntnis zu Schwedt und dem Anspruch, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen, leiste die Unternehmerfamilie der Leipa Vorbildliches für die Zukunft der Region, Umwelt und Mitarbeiter. "Dank dieses Weitblicks gibt es noch heute Papier aus Schwedt." Und dazu rund 1000 Arbeitsplätze mit Zukunft. Nach dem Rundgang durch das Werk greift Besucher Rainer Thomas im großen Festzelt zum Bewertungsbogen: "Ich gebe dem Tag der offenen Tür fünf Sterne."

Das Unternehmenauf einen Blick

Über 1,75 Milliarden Euro  Investitionen seit 1990, über eine Milliarde davon in SchwedtÜber 1700 Mitarbeiter, davon rund 1000 in Schwedt, plus 70 Azubis und Studierende (95 Prozent werden übernommen). 16 Standorte in Europa850 Millionen Euro Geschäftsvolumen1,5 Millionen Tonnen recyceltes Altpapier530 000 Tonnen Magazinpapier, 125 000 Tonnen Karton, 400 Millionen m2 flexible Verpackungen (pro Jahr)1,9 Millionen Tonnen transportiert die Leipa Logistik in jedem Jahr⇥dir

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