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Die Angermünder Speditionsfirma blickt auf eine lange Geschichte zurück und behauptet sich auch in schwierigen Zeiten.

Wirtschaft
Rollende Botschafter der Uckermark

Daniela Windolff / 12.07.2019, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Lust auf unberührte Natur im Odertal? Oder auf ursprünglichen Geschmack feiner Spirituosen aus dem Grumsin, auf Urlaub im Landhotel Felchow, traditionelle Glasmacherkunst in Annenwalde oder klasse Theater in Schwedt? Die großformatigen Bilder und verlockenden Angebote stammen nicht aus einem Ferienkatalog des Tourismusvereins. Es sind bunte Werbeaufdrucke auf großen Lkw-Planen, die die Trucks der Angermünder Firma Euba Logistic als rollende Botschafter der Uckermark kreuz und quer durch ganz Deutschland und Europa fahren. Ein Gruß von Zuhause, den die Fahrer mitnehmen und in die Welt  tragen.

Ein Gruß aus der Heimat

Heimatverbundenheit und moderne Lösungen für Mobilität sind die wichtigsten Eckpfeiler der Firmenphilosophie, ebenso wie Zuverlässigkeit, soziale Verantwortung und Mitarbeiterfürsorge. Die Geschäftsführung sieht darin das Fundament für den dauerhaften Erfolg des Unternehmens, das sich seit nunmehr 70 Jahren am Markt etabliert und sich auch durch schwierige Zeiten, wachsendem Preis- und Konkurrenzdruck und härteren gesetzlichen Daumenschrauben sicher manövriert.

Das Jubiläum soll deshalb am 20. Juli mit einem Sommerfest gebührend gefeiert werden, um die Entwicklung der Firma und das dahinter stehende Engagement aller Mitarbeiter und Geschäftspartner auch einmal öffentlich zu würdigen. 120 Mitarbeiter beschäftigt die internationale Spedition heute, die im Juli 1949 in Westberlin gegründet wurde. Nach dem Ende der Berlinblockade, als der wirtschaftliche Aufschwung begann, der auch den Güterverkehr belebte. Aus diesem Unternehmen entwickelte sich die Euba Logistic GmbH. Zeitgleich entstand in der neugegründeten DDR die Vereinigung volkseigener Betriebe "Deutsche Spedition". Das größte Problem war der Mangel an Lastkraftwagen. In Angermünde blieben in den Nachkriegsjahren Pferdegespanne die wichtigsten Transportmittel, weiß Museumsmitarbeiter Lutz Libert, der die Transport- und Verkehrsgeschichte Angermündes aufgearbeitet hat. 1953 entstand auf dem MTS-Gelände eine Außenstelle des neugegründeten VEB Kraftverkehr Schwedt mit zunächst vier Beschäftigten, drei Omnibussen und einem Lkw. Bis Mitte der 1960er Jahre wuchs der Betrieb auf 118 Mitarbeiter und einen Fuhrpark von 13 Bussen und 44 Lkw. Im Mai 1968 wurde der neue, größere Betriebssitz in der Puschkinallee, direkt an der Fernverkehrsstraße nach Schwedt, heute B 2, in Betrieb genommen.

Übernahme von Homlog

Hier gab es auch Werkstätten, Waschanlagen, eine eigene Tankstelle, sogar eine Fahrschule. Das Verwaltungsgebäude steht heute noch und ist Logistikzentrale und Verwaltung der Euba Spedition. Die hatte unter der Führung des Gesellschafters Anton Euba ihren Sitz 1997 nach Schwedt verlegt. Seit 1999 ist Ronald Garkisch, ein gebürtiger Schwedter, Geschäftsführer.

2005, nach der Übernahme der insolventen Spedition Homlog, zog Euba nach Angermünde. Hier arbeiten 120 Mitarbeiter mit einer Fahrzeugflotte von 100 hochmodernen Trucks.

Dass Ronald Garkisch, der 2017 nach dem plötzlichen Tod von Anton Euba die Firma übernommen hatte, inzwischen mit Kayth Kasel jungen Nachwuchs aus Angermünde an seiner Seite als Geschäftsführer hat, ist für ihn ein Signal: Euba hat Zukunft!

Interessante Fakten

Die DEFA drehte 1973 auf dem Gelände des VEB Kraftverkehr in Angermünde Szenen für den Spielfilm im Fernfahrermilieu "Wie füttert man einen Esel" mit Manfred Krug und Fred Delmare in den Hauptrolle.

Das Fuhrgeschäft florierte in Angermünde im 19. Jahrhundert durch den Aufstieg der Metropolen Berlin und Stettin. 1824 begann der Bau einer gepflasterten Chaussee von Eberswalde bis zur pommerschen Grenze, die heutige B 2.

In den 1960er-Jahren transportierte der VEB Kraftverkehr über 1,7 Millionen Tonnen, u. a. Rohmilch, und transportierte täglich rund 1000 Menschen aus Angermünde zu den Schwedter Betrieben PCK und Papierfabrik.⇥dw

Schlagwörter

Speditionsfirma Lutz Libert Glasmacherkunst Fred Delmare Landhotel

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