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Einen Elch fotografierten überraschte Autofahrer am Freitag auf der B 2.

Wildbeobachtung
Elchbulle im Nationalpark

Frühstück am Straßenrand: Der Elchbulle frisst am Freitagmorgen Blätter einer Hecke an der alten B 2 zwischen Schwedt und Flemsdorf. Mehrere Autofahrer fotografierten und filmten das seltene Ereignis.
Frühstück am Straßenrand: Der Elchbulle frisst am Freitagmorgen Blätter einer Hecke an der alten B 2 zwischen Schwedt und Flemsdorf. Mehrere Autofahrer fotografierten und filmten das seltene Ereignis. © Foto: Katrin Hanusa
Michael Dietrich / 11.08.2019, 06:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Am Freitagmorgen ist bei Criewen ein Elch gesichtet worden. Die Überraschung war für die Augenzeugen groß, da ein solches Erlebnis selbst im Nationalpark Unteres Odertal selten ist. Katrin Hanusa aus Schwedt war gegen 7.30 Uhr gerade auf dem Weg zu Arbeit, als sie den Elch am Straßenrand sah. Sie konnte den Elch dabei beobachten, wie er seelenruhig  Blätter eines Heckenbusches verspeiste. "Ich glaubte meinen eigenen Augen nicht", war die Schwedterin völlig aus dem Häuschen und filmte und fotografierte das imposante Wildtier aus dem Auto.

Wenig später wechselt der Elchbulle mit dem unverkennbaren Geweih über die Straße. "Ich hätte ihn fast noch gestreift", berichtet Nationalparkmitarbeiter Tim Bornholdt. Der Naturschützer war gerade mit dem Auto auf dem Weg zu seiner Arbeit in Criewen, als er auf den seltenen Nationalpark-Besucher stieß. Auch er hielt seine Beobachtung auf Video und Foto fest. "In freier Natur habe ich vorher auch noch keinen Elch gesehen. Wandernde Elche werden ja immer wieder mal wieder gesichtet, auch im Nationalpark, wie zuletzt in Stolpe oder bei Friedrichsthal", erzählt Bornholdt. Er filmte den Elch, der gemächlich in Richtung Densenberge lief, einem der geschützten Wildnisgebiete im Nationalpark.

Elchbeobachtungen gibt es im Nationalpark selten, aber regelmäßig. Meist werden junge Elchbullen im Herbst  in der Vor- und Hauptbrunft auf uralten Wegen von Ost nach West  gesichtet. Zwischen 2006 bis 2009  gibt es einige dokumentierte Elchnachweise. Ansiedlungen aber  gab es bisher in der Region nicht.  Die Tiere wanderten in der Regel immer weiter oder zurück in die polnischen Ausgangsreviere. Eine wesentlich seltenere Sichtung einer Elchkuh mit ihren Kälbern glückte zuletzt 2002 bei Criewen.

Der Elch steht ganzjährig unter Schutz und darf also völlig ohne Scheu vor Jägern durch Brandenburg wandern. Nicht selten kam es aber schon zu Wildunfällen mit Elchen. Elche werden bis zu drei Meter lang, 2,30 Meter groß und bis zu 800 Kilogramm schwer.

Elche verbinden wir automatisch mit Skandinavien, sie sind ursprünglich aber auch in Deutschland heimisch gewesen, bevor sie hier im Mittelalter  ausgerottet wurden. Aktuell besiedelt der Elch das nördliche und östliche Europa bis Polen. Naturschützer vermuten, dass die im Nationalpark gesichteten Tiere aus Polen durch die Oder schwimmen.

Odertal wird elchfreundlich

Ansiedlungsversuche des Elches im Jagdgebiet Schorfheide  in den 1930er-Jahres schlugen fehl. Erste Pläne für den Nationalpark sahen ebenso das Aufstellen von Elchgattern vor, stießen aber in der Region auf heftige Kritik und wurden vom Volksmund als "Elchpapier" verspottet.

Mit der Entwicklung von Wildnisgebieten im unteren Odertal werden die Lebensbedingungen zunehmend "elchfreundlicher", sodass die größte europäische Hirschart vielleicht irgendwann einmal ganz von allein im Nationalpark Unteres Odertal heimisch wird.

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