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Sparkassen helfen Bienen. Mit einer unbürokratischen Förderung können Landwirte in Brandenburg Blühflächen anlegen.

Blühflächen
Uckermark-Bauern wollen Blütenmeer für Bienen

Übermannshohe Blumen: Manfred Mesecke (l.) vom Bauernverband, Gregor Beyer vom Forum Natur, Jörg Kath von der Sparkasse und Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer vom Bauernverband Uckermark stehen in einer Blühfläche in Hohengüstow. 10 000 Euro können Landwirte in Brandenburg unbürokratisch vom Forum Natur für solcherart Saatgut abrufen.
Übermannshohe Blumen: Manfred Mesecke (l.) vom Bauernverband, Gregor Beyer vom Forum Natur, Jörg Kath von der Sparkasse und Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer vom Bauernverband Uckermark stehen in einer Blühfläche in Hohengüstow. 10 000 Euro können Landwirte in Brandenburg unbürokratisch vom Forum Natur für solcherart Saatgut abrufen. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 13.08.2019, 06:30 Uhr
Hohengüstow (MOZ) Es summt und brummt. Auf den gelben Köpfen der dicken Sonnenblumen tummeln sich Bienen. Etwas weiter unten recken violett-blaue Malven ihre Blüten empor. Der Tisch für die Honigsammler ist gedeckt. Ein komplettes Feld hat die Tiplo Agrar GmbH bei Hohengüstow mit einer bunten Blumenmischung bestellt. Insgesamt 13 Hektar.

Solche Bienenbuffets sind allerdings eher die Ausnahme in Brandenburg. Erst im kommenden Jahr soll es ein Blühstreifenprogramm geben. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger stellt dafür sechs Millionen Euro zur Verfügung, um den Insekten auf konventionell bewirtschafteten Äckern zu helfen. 700 Euro je Hektar stehen in Aussicht.

Doch viele Bauern haben schon selbst gehandelt, verärgert darüber, dass Brandenburg bis dato als einziges Bundesland kein solches Programm hatte. Mit Unterstützung der ostdeutschen Sparkassen können Bauern unbürokratisch einen Zuschuss für das teure Saatgut erhalten. Die Agrarbetriebe stellen freiwillig und kostenlos einen Teil ihrer Flächen zur Verfügung. Das Forum Natur vermittelt Sparkassen- und Spendengelder weiter. Die Initiative gibt es bereits seit 2017. Mit im Boot die Sparkasse Uckermark. "Es ist schön, dass wir hier einen Impuls geben können", so Wolfgang Janitschke vom Vorstand.

Zwischen 300 und 500 Euro kostet das Saatgut für einen Hektar. Das Aussäen übernehmen die Bauern umsonst. In der genau vorgeschriebenen Mischung – es müssen heimische Pflanzen sein – befinden sich bis zu 20 verschiedene Arten.

"Wir betreiben hier Insektenschutz durch Nutzung und nicht durch Verbote oder Verunglimpfung", so Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer des Bauernverbands Uckermark. Imker sind begeistert. Einige bringen ganze Kartons mit Honig als Dankeschön zu den Agrarbetrieben.

Das Forum Natur hat in diesem Jahr durch die Aktion insgesamt 205 Hektar in Brandenburg gefördert. Rund 10 000 Euro stehen zur Verfügung. "Ein Flächenland ohne ein solches staatliches Programm ist ein Unding", so Geschäftsführer Gregor Beyer.

Doch ganz zufrieden sind die Bauern nicht. Ihnen geht es weniger um ein blumiges Aussehen entlang von Radwegen oder Straßen, um Touristen zu entzücken. Sie wollen deutlich stärker die Artenvielfalt unterstützen. "Die Uckermark will Blühflächen und nicht nur Streifen als Beitrag für den Insektenschutz", so Friedhelm Rogasch.

Ungewohnte Pracht

An vielen Stellen lassen Betriebe sogar auf eigene Kosten ausgedehnte Bienenweiden entstehen. Darin enthalten sind Buchweizen, Sonnenblumen, Malven, Klee, Borretsch oder Sommerwicken. Und direkt an Straßenrändern findet die ungewohnte Pracht auch illegale zweibeinige Interessenten, wie abgeschnittene Stengel beweisen.

"Für uns ist wichtig, dass ein solches Landesprogramm auch mindestens 15 bis 20 Jahre hält", sagt Manfred Mesecke, Vorsitzender des Bauernverbands Uckermark. Seine Sorge: Künftig reiche das Saatgut nicht aus.

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