Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

In der Mosterei Klimmek in Sternfelde beginnt die Apfelzeit. Doch durch die lange Trockenheit ist nicht genug Material vorrätig.

Saisonstart
Trockenobst statt Saftfrüchte

Daniela Windolff / 19.08.2019, 19:18 Uhr - Aktualisiert 20.08.2019, 07:50
Angermünde (MOZ) Mit Klimmeks Apfelsaft sind ganze Generationen aufgewachsen. Die im Jahr 1983 gegründete Mosterei in Sternfelde ist in Angermünde eine Legende. Äpfel sammeln, nach Sternfelde bringen und Flaschenkisten mit leckerem Most nach Hause holen. So einfach ist es, sich den Geschmack des Sommers bis in den Winter zu bewahren und Heimat zu schmecken.

Doch in diesem Jahr droht die Mosterei auf dem Trockenen zu sitzen. "Es gibt viel weniger Obst. Bei Äpfeln wird die Ernte wohl um schätzungsweise 80 bis 90 Prozent geringer ausfallen. Es ist einfach zu trocken", sagt Rico Klimmek. Der Enkel des Mosterei-­gründers Heinz Klimmek hat den Familienbetrieb übernommen und will ihn nach alter Tradition und mit neuen Geschäftsideen in die Zukunft führen. Kern des Geschäftes bleibt das Verarbeiten von Obst aus  Kleingärten, von Alleen oder Streuobstwiesen. Auch wenn die Supermarktregale sich unter Hunderten Saftsorten biegen, das Selbermosten heimischer Früchte ist nach wie vor beliebt. Und wird immer beliebter, denn das Bewusstsein der Verbraucher für gesunde Ernährung und nachhaltige regionale Erzeugung wächst. Klimmek beliefert inzwischen auch Regionalläden, Restaurants und Kitas.

Doch ohne Obst gibt es keinen Most. "Wir verarbeiten bei bestimmten Sorten zwar auch Konzentrate, zum Beispiel für Säfte mit Südfrüchten oder mixen Sorten zum Beispiel mit Erdbeernektar oder Sanddorn. Doch unser Markenzeichen ist das frische heimische Obst und der Renner ist und bleibt der Apfelsaft. Das ist eben regionale Frische von hier", erklärt Rico Klimmek.

Hoffen auf die Kleingärtner

200 bis 300 Tonnen Äpfel werden hier pro Saison verarbeitet. Auch hartreife Birnen werden genommen. Vorher haben bereits Beeren Saison. Jetzt beginnt die Apfelzeit. Doch noch sind die Kisten leer. Die Äpfel sind durch die lange Trockenheit sehr klein oder fallen unreif vom Baum. Dennoch hofft Rico Klimmek, dass viele Kleingärtner ihr Obst vorbeibringen oder auch Straßenobst ernten. Als Verarbeitungsbetrieb ist die Mosterei von der Natur und vom Wetter abhängig. "2017 hatten wir schon ein schlechtes Obstjahr, weil der Frost viel kaputt gemacht hatte", erinnert sich Klimmek. Im vergangenen Jahr fiel die Apfelernte jedoch trotz des heißen, trockenen Sommers sehr gut aus. "Wir hatten reichlich zu tun und Äpfel von bester Qualität", erzählt der junge Unternehmer. Doch das nun zweite trockene Jahr hat offenbar die Bäume gestresst, die ihre Früchte schon unreif abwerfen.

Mobile Mosterei auf Tour

In dieser Woche startet die Saison in der Mosterei in Sternfelde. Ab 2. September geht das Team auch mit der mobilen Mosterei auf Tour, die im vergangenen Jahr Premiere hatte. Immerhin 80 bis 90 Tonnen Obst wurden hier verarbeitet. "Das kommt bei den Kleingärtnern in der Umgebung sehr gut an, weil sie sich weite Anfahrtswege ersparen und ihren Saft gleich mit nach Hause nehmen können."

Auch bei Erntefesten, wie dem Tag der Regionen in der Blumberger Mühle am 3. Oktober oder beim diesjährigen Landeserntefest in Passow, sowie in Kindertagesstätten ist Klimmeks Saftpresse auf Rädern beliebt. "Die Kinder können beobachten, wie ihr selbst gesammeltes Obst zu leckerem Saft wird und lernen einen Apfel viel mehr schätzen." Vielleicht stromern sie ja bald wieder auf die Streuobstwiese und sammeln ihre Körbchen voll für Klimmeks Mosterei.

Annahmeterminefür die Mosterei

Die Mosterei in Sternfelde nimmt ab sofort montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr Obst zum Mosten entgegen. Die mobile Mosterei macht ab 2. September montags in Bad Freienwalde am Obi-Markt Station, dienstags in Templin am Landhandel, mittwochs in Schwedt vor dem real-Markt am Oder-Center, donnerstags in Finowfurt am real-Markt und freitags am Marktkauf in Prenzlau. Besuche in Kitas können angefragt werden.⇥dw

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG