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Überraschung
CDU-Kreistagschef der Uckermark rät zur Zusammenarbeit mit der AfD

Fachlicher Umgang, aber keine Kooperation: Wolfgang Banditt (CDU), Kreistagschef der Uckermark, macht einen Schritt auf die AfD zu. Parteikollegin und Landrätin Karina Dörk hat sich nach der Wahl dagegen eher verhalten geäußert.
Fachlicher Umgang, aber keine Kooperation: Wolfgang Banditt (CDU), Kreistagschef der Uckermark, macht einen Schritt auf die AfD zu. Parteikollegin und Landrätin Karina Dörk hat sich nach der Wahl dagegen eher verhalten geäußert. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 04.09.2019, 18:37 Uhr - Aktualisiert 05.09.2019, 08:54
Prenzlau (MOZ) Der uckermärkische Kreistagschef Wolfgang Banditt (CDU) sagt: "So wenig mir persönlich das auch gefällt – die AfD-Abgeordneten sind demokratisch gewählt und sitzen nun mit am Tisch." Banditt bezieht sich dabei auf den Einzug der Partei als Fraktion in den uckermärkischen Kreistag, wo sie mit acht Sitzen vertreten ist, und den jetzigen gewaltigen Stimmenzuwachs bei den Landtagswahlen. Gleich zwei Direktmandate davon kommen aus uckermärkischen Wahlkreisen.

Wolfgang Banditt rät zu einer sachlichen und fachlichen Zusammenarbeit mit der AfD auf allen Ebenen, anstatt sie weiter zu verteufeln. Entgegen anders lautender Stimmen in seiner Partei müsse man einen pragmatischen Weg finden. Der langjährige Lokalpolitiker, der schon vor Jahren selbst mehrfach als Landtagskandidat Wahlkampf betrieben hat, aber dennoch kein Mandat erhielt, sieht auch das schlechte Abschneiden der Union als eine Folge fehlerhafter Entscheidungen und auch in Berührungsängsten mit der AfD.

"Genau diese Abgrenzung ist einer der Gründe, warum die Partei so stark geworden ist. Wir hätten auf Kreisebene auch etwas tun sollen oder können", meint Banditt selbstkritisch. Noch im Mai habe die CDU bei den Kommunalwahlen in der Uckermark mit über sechs Prozent Mehrstimmen den Sieg vor der AfD davongetragen. In der Zwischenzeit veränderte sich offenbar die Wählergunst deutlich von schwarz zu blau. Gerade auf dem Lande und auch in solchen Gemeinden, wo traditionell Hochburgen der Christdemokraten sind und sie sogar den Bürgermeister stellen. Erstmals seit 1990 stellt die Uckermark keinen eigenen CDU-Landtagskandidaten. "Insofern bin ich schon froh über den Ausgang der Landtagswahl, weil eben die SPD und nicht die AfD gewonnen hat", so Wolfgang Banditt. "Es ist aber zu einfach, die Alternative für Deutschland erst zu ignorieren, sie dann aber im Wahlkampf auch noch hochzustilisieren."

Für die künftige Kreistagsarbeit wirbt er um sachlichen Umgang mit den acht Vertretern der Fraktion, erwartet aber ebenso eine konstruktive und sachliche Zusammenarbeit seitens der AfD. Eine direkte Kooperation von CDU und AfD lehnt aber auch er ab. "Persönlich habe ich eine völlig andere Weltanschauung. Aber man muss auch mit anderen Meinungen umgehen. Und hinter den AfD-Abgeordneten stehen Wähler." Als Zeichen für einen fairen Umgang sieht er den Vorsitz des Kulturausschusses des Kreistages mit Hannes Gnauck von der AfD.

Veränderung bei Listenplätzen

Für die künftige Arbeit der eigenen Partei wünscht sich Banditt eine Veränderung bei der Besetzung von Listenplätzen. "Innerhalb der CDU werden Listenplätze häufig von Leuten besetzt, die nicht immer die besten Wahlergebnisse haben."

Leserforum

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Paul Müller 05.09.2019 - 06:15:23

Bekommt man Angst ...

... das die AFD im Gegenzug genauso verfährt ? :)

Stefan Csevi 04.09.2019 - 20:44:49

Ein weiser Schritt

Ein weiser Schritt von Wolfgang Banditt. Ausgrenzen und verteufeln ist keine demokratische Art. Endlich wird richtig agiert.

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