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Billard
Liga-Start mit Premiere für die 4+1-Regel

Rainer Fehlberg / 10.09.2019, 06:00 Uhr
Lychen Spannender hätte die neue Saison der Uckermarkliga im Kegelbillard kaum beginnen können: Stellenweise wirklich zum Atemanhalten, lieferten sich Vorjahres-"Vize" Gerswalder SV I und Titelverteidiger Lychener SV einen stimmungsvollen und würdigen Spieljahres-Auftakt 2019/20. Die 4+1-Regel ging an den Start und der Champion machte, wenn er diese auch nicht nutzte, gleich wieder Nägel mit Köpfen.

Die Dramatik kulminierte, als das letzte Duo an den Tisch ging: der Gerswalder Wolfgang Klaffki und der Lychener Steve Wendland. 17 Punkte Vorsprung hatte zuvor Lychens Bester, Sebastian Peykow, dem jungen Kollegen mit seinen 276 Zählern (gegen Matthias Schauseils 214 Points) mit auf den Weg gegeben, als er den bis dahin vorhandenen Gäste- Rückstand drehte. 14 Zähler davon holte Klaffki bis zur Halbzeit von 50 Stoß dann auf.

Was nun passierte, war Billard für Feinschmecker: beim 60., 70. und 80. Stoß lagen beide Teams insgesamt ständig gleichauf – Klaffki hatte die 17 Points genau egalisiert. Wendland spielte von da an ganz stark weiter, holte Punkt für Punkt auf, während sich der Gerswalder in einer schier aussichtslosen Stellung – die Kugeln zwischen den Kegeln platziert – befand. So entschied der Lychener das interne Duell sogar noch mit 228 zu 227 Punkten zu seinen Gunsten und sicherte seinem Team einen doch etwas überraschenden 873:855-Sieg.

Als Solist starke 218 Points

In diesem dramatischen Finale ging dann auch völlig unter, dass es der erste Spieltag mit der sogenannten 4+1-Regelung in der Liga war, die ab sofort den Einsatz eines fünften Spielers und die Möglichkeit eines Streichwertes beinhaltet. Es gab heiße Diskussionen zu diesem Beschluss vor, während und auch nach dem Match in Gerswalde.

Die Lychener hatten – in Personalnöten – allerdings nur vier Aktive mitgebracht, Gerswalde schöpfte das Personalkontingent voll aus. Ihr Dirk Collin, der zum Auftakt allein an die Tische musste, schlug sich mit 218 Punkten prächtig, fühlte sich durchs Alleinspielen ganz und gar nicht behindert und war absolut mit der Situation im Reinen. Mario Krause (Gerswalde) und Kai Forth als erstes Paar konnten ihm mit 173 und 187 Punkten überhaupt nicht das Wasser reichen. Das nächste Paar – der heimische Mario Zingelmann  (196) und Detlef Peykow (183) – blieb gut im Rahmen seiner Möglichkeiten, kam aber an "Alleinsegler" Collin auch bei weitem nicht heran. Es folgte der "Husarenritt" von Sebastian Peykow und das beschriebene Super-Finale des Liga-Spitzenspiels – mit einer möglichen Weichenstellung für das gesamte Jahr schon am ersten Spieltag?

Noch ist es viel zu früh, über die neue Regelung den Stab zu brechen, auch wenn dies schon einige tun. So viel sei erst einmal angemerkt: In der Auftaktpartie gewann das Team, das angeblich benachteiligt wird durch diesen Beschluss. Sieben der acht anderen Teams setzten fünfte Spieler ein. Also: Die erste Kritik scheint auf "ziemlich dünnen Beinchen" zu stehen. Fazit der Top-Partie: Gerswaldes Spitzenspieler konnten ihren Kontrahenten nicht entscheidend Paroli bieten. Von einem Lychen-Komplex der Gerswalder in den entscheidenden Begegnungen mag man aber noch nicht sprechen. Oder?

Doppelsiege für Günter-­berg und Greiffenberg

Resultate des 1. Liga-Spieltages im Überblick:Rot-Weiß Günterberg I – Gerswalder SV II 761:701, SV Boitzenburg II – SV Günterberg II 562:795, Gerswalder SV I – Lychener SV 855:873, Pool & Kegel Templin – SG Greiffenberg II 600:691, SG Greiffenberg I – SG Milmersdorf II 828:740, verlegt: SG Milmersdorf I – SV Boitzenburg I

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