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Fünf Gemeinden wollen auf der einstigen Kleinbahnstrecke Casekow-Penkun-Oder einen 42 Kilometer langen Weg für Radler bauen.

Fahrradfahrer
Radweg auf dem Bahndamm

Eva-Martina Weyer / 19.09.2019, 21:07 Uhr
Casekow (MOZ) Der fast vergessene Bahndamm zwischen Casekow und Wartin soll zu neuen Ehren kommen. Und zwar als Radwanderweg. Es handelt sich um den Damm einer Kleinbahn, die von 1899 bis 1945 über Penkun, Krackow, Grambow bis nach Kolbitzow und nahe Stettin führte. Nach 1945 wurde der Bahnverkehr eingestellt. Die Gleise wurden als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgebaut. Die Trassenführung ist heute zwar überwuchert, aber noch erkennbar.

Baubeginn soll 2020 sein

Fünf Gemeinden planen nun, auf dieser 42 Kilometer langen Trasse einen Radwanderweg zu errichten. Dabei soll die Natur links und rechts des Weges genauso erlebbar gemacht werden, wie die Geschichte der Kleinbahn und Kulturstätten entlang der Trasse, zum Beispiel Schloss Wartin. "Der Anstoß für dieses Vorhaben ging von der Gemeinde Krackow in Mecklenburg-Vorpommern aus", sagt Casekows Bürgermeister Dr. Hans-Georg Goetzke. "Wir wollen uns gern mit einbringen, auch wenn unsere Prioritätenliste vom Neubau der Kita angeführt wird. Trotzdem wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten das Unsrige dazu tun, damit der Radwanderweg ein Erfolg wird."

Die bereits bewilligte Förderung von 85 Prozent der Baukosten sei ein schlagendes Argument gewesen, hier mit am Strang zu ziehen. Die gesamte Radlerstrecke würde 3,8 Millionen Euro kosten. Casekow hätte die acht Kilometer lange Trasse bis Wartin zu stemmen, wo die Kleinbahn einst zwei Haltepunkte hatte. Baubeginn soll 2020 sein, das Ende ist offen. Die vier beteiligten Gemeinden und die Stadt Penkun haben einen Partnerschaftsvertrag geschlossen, um mit dem Radwanderweg "die touristischen Potenziale in direkter Nachbarschaft der Metropolregion Stettin zu nutzen".

Schon zu ihren Glanzzeiten hieß die Kleinbahn Casekow-Penkun-Oder und hatte das Kürzel CPO. Dieses Kürzel schmückt jetzt Sticker und Plakate, die auf das Vorhaben hinweisen. Der Ortsbeirat von Casekow hat sich Gedanken gemacht, wie der Ei-genanteil der Gemeinde aufgebracht werden kann und verkauft Anteilsscheine zu 10, 50 und 100 Euro. Sie sollen die Käufer an ihre gute Tat zum Wohle der Heimatgeschichte erinnern. Dorfvereinsmitglied Torsten Bolle hat das Design für das CPO-Projekt entworfen. Damit auch der kulturelle Zusammenhalt zwischen den Partnern wächst, wollen die Gemeinden reihum ein Volksfest ausrichten. Casekow ist die erste gastgebende Gemeinde und lädt am 3. Oktober zu einem Familienfest im Dorfzentrum ein. Bei Wettbewerben von Angelzielwurf bis Kistenstapeln kann die beste Gemeinde einen Pokal gewinnen.

Familienfest in Casekow mit Partnergemeinden, 3. Oktober, 11 bis 18 Uhr, 17 Uhr Pokalübergabe

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