Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Das Stadtmuseum kann ein Originalgemälde der Schwedter Markgräfin erwerben. Doch noch reicht das Geld nicht.

Spendenaufruf
Das Lächeln der Prinzessin ist käuflich

Drei Damen in Blau: Museumsleiterin Anke Grodon (l.) und Mitarbeiterin Katrin Boßdorf halten mit weißen Handschuhen ein Gemälde. Es zeigt Prinzessin Sophie Marie von Brandenburg-Schwedt und soll erworben werden.
Drei Damen in Blau: Museumsleiterin Anke Grodon (l.) und Mitarbeiterin Katrin Boßdorf halten mit weißen Handschuhen ein Gemälde. Es zeigt Prinzessin Sophie Marie von Brandenburg-Schwedt und soll erworben werden. © Foto: Eva-Martina Weyer
Eva Martina Weyer / 08.11.2019, 06:30 Uhr
Schwedt Mitten in den Aufbau der neuen Sonderausstellung "Wendegeschichten 1989" im Stadtmuseum platzt eine kostbare Lieferung. Mit einem Spezialtransport ist ein Gemälde mit vergoldetem Rahmen eingetroffen. Das Museum will dieses Gemälde erwerben. Es zeigt Prinzessin Sophie Dorothea Marie von Brandenburg-Schwedt und stammt aus der Werkstatt von Antoines Pesne. Der war Hofmaler bei Friedrich dem Großen. Das Bild ist auf die Zeit um 1735 datiert. Da war Sophie 16 Jahre alt und hatte schon den 32-jährigen Markgrafen Friedrich Wilhelm geheiratet.

Porträt kostet 16 000 Euro

Das Stadtmuseum möchte zur Erweiterung seiner Sammlung dieses Porträt erwerben. Es kostet 16 000 Euro. Sein Wert ist durch Sachverständige unbestritten. Das Museum hat jetzt Förderanträge beim Kulturministerium und bei der Stadtsparkasse Schwedt gestellt. "Diese beiden Partner sind überzeugt von der Wichtigkeit dieses Gemäldes für das Schwedter Museum und haben Geld zugesagt", freut sich Museumsleiterin Anke Grodon. Dennoch ist die Finanzierung nicht ganz geklärt. Es fehlen noch 5800 Euro.

Das Gemälde ist noch Eigentum der Dr. Habeck Kunsthandel GmbH. Wie die Leute dort versichern, befindet es sich seit Generationen in Privatbesitz. "Bei Habeck Kunsthandel war man jetzt so freundlich, uns das Bild leihweise zur Verfügung zu stellen, damit wir es zeigen können. Wir wollen möglichst viele  Menschen für den Ankauf begeistern. Auf diese Weise wollen wir das restliche Geld zusammenbekommen", erläutert Anke Grodon. "Wir freuen uns auch über Kleinbeträge."

Das Stadtmuseum hat bisher kein originales Gemälde der Markgrafen oder der Markgräfinnen. Deshalb möchte es durch den Ankauf seine Dauerausstellung bereichern. "Gleichzeitig können wir damit stärker die Museumsarbeit und die Museumspädagogik auf das Zeitalter des Barock – des Schwedter ,Goldenen Zeitalters’ – ausrichten. Wunderbar kann man Projekttage zu diesem Thema gestalten", versprüht Anke Grodon Begeisterung.

Und ausgerechnet 2020 soll es eine Sonderausstellung zum Jubiläum 350 Jahre Markgrafschaft Schwedt geben. Da würde das Gemälde der Prinzessin Sophie der i-Punkt sein. "Gerade qualitätsvolle Gemälde und Ausstellungsobjekte würden die Bedeutung der Markgrafenzeit für Schwedt und das Alleinstellungsmerkmal der Herrschaft Schwedt in Brandenburg und damit auch des Stadtmuseums hervorheben", ist Anke Grodon überzeugt.

Gutachter empfiehlt den Ankauf

Dass die junge Prinzessin auf dem Gemälde graue Haare hat, ist wohl ihrer Perücke und den höfischen Sitten geschuldet. Mit sanftem Lächeln schaut sie den Hofmaler und damit den heutigen Betrachter an. Auf ihren königlichen Rang deutet der Hermelinmantel hin, in den goldene Kronen gestickt sind.

Der Gutachter Gerd Bartoschek aus Potsdam empfiehlt den Ankauf des Ölgemäldes. Der Preis erscheint ihm angesichts des guten Erhaltungszustandes als gerechtfertigt.

Wer helfen will, kann so Spenden überweisen: Kennwort: Prinzessin, IBAN DE02 1705 2302 0010 0002 00, Kassenzeichen 01B40014. Interessenten können sich auch persönlich mit dem Museum in Verbindung setzen.

Sophie Dorothea Marie von Brandenburg-Schwedt

Die 1719 geborene Tochter Friedrich Wilhelms I. und der Königin Sophie Dorothea wurde 1734 mit dem Markgrafen Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt verheiratet.

Er gilt in der Geschichtsschreibung als der "tolle Markgraf". Als junge Markgräfin interessierte sie sich sehr für Kunst und Literatur und führte in den ersten Jahren eine glückliche Ehe.

Doch die weitere Ehe mit Friedrich Wilhelm stand unter keinem guten Stern. Markgräfin Sophie Dorothea Marie wohnte bevorzugt im Schlösschen Monplaisir außerhalb der Stadt, das sie kaum zu unterhalten vermochte.

Sie starb bereits 1765. Ihr 19 Jahre älterer Gemahl überlebte sie um sechs Jahre. ⇥emw

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG