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Gelb ist das neue Pfandgeschirr aus der Uckermark – eine spülmaschinenfeste Öko-Alternative gegen Einwegprodukte.

Mehrwegbecher
Uckermark führt müllvermeidendes Pfandsystem ein

Knallgelb und modern: Der neue Kaffeebecher für die Uckermark heißt Uckerccino. Hier steht er schon bei Bäcker Schreiber in Angermünde. Die Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft sucht weitere Partner des kreisweiten Pfandsystems.
Knallgelb und modern: Der neue Kaffeebecher für die Uckermark heißt Uckerccino. Hier steht er schon bei Bäcker Schreiber in Angermünde. Die Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft sucht weitere Partner des kreisweiten Pfandsystems. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 20.11.2019, 06:45 Uhr
Prenzlau (MOZ) Es passiert jeden Tag, jede Stunde: Ein heißer Kaffee aus der Maschine fließt in einen Papp- oder Kunststoffbecher. Deckel drauf und schon kann er für unterwegs auf dem Bahnhof, im Auto oder gar beim Laufen genossen werden. Danach hat der Becher seine Schuldigkeit getan und landet im Müll. 2,8 Milliarden Stück davon vergrößern jedes Jahr in Deutschland den Abfallberg.

Obwohl das Bundesumweltministerium der Wegwerfmentalität den Kampf angesagt hat und gegen den Einwegbecher zu Felde zieht, hält der sich weiter hartnäckig an jeder Ecke, bei jedem Bäcker, in jedem Kiosk. Dabei weiß inzwischen jeder Verbraucher, dass es den Plastiktüten und dem Einweggeschirr an den Kragen geht. Doch hört offenbar beim Kaffeetrinken das grüne Gewissen auf.

Nun reagieren deutschlandweite Initiativen, Landkreise und regionale Firmen mit wiederverwendbaren Mehrwegbechern, die abwaschbar sind. Über ein Pfandsystem soll der Verbraucher öko-freundlich den heißen Kaffee weiterschlürfen können, ohne dass Abfall zustande kommt.

Knallgelb beteiligt sich die Uckermark an dieser neuen Form von Coffee to go. Gerade hält der auffällig gestaltete Uckerccino Einzug in Läden, Geschäfte und an Kaffeeautomaten. Er fasst 400 Millimeter und ist damit für jeden Durst einsatzfähig. Auf seinem Bauch kann sich der geneigte Kaffeetrinker die Stadtsilhouetten von Angermünde, Schwedt, Prenzlau und Templin anschauen.

Die Idee stammt von denen, die sonst die Kaffeereste einsammeln müssen – von den Leuten der Uckermärkischen Dienstleistungsgesellschaft (UDG). "Es ist das erste Mehrwegbecher-Pfandsystem für den gesamten Kreis", erklärt Mitarbeiterin Anja Teschke-Surau. "Wir wollten, dass der Uckerccino sofort ins Auge sticht und haben daher gelb gewählt wie die Farbe der Sonne."

Netz von Wechselshops

Der Warmhaltebecher besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und natürlich vorkommenden Mineralien. Er ist biologisch abbaubar und keine Belastung für die Umwelt. Dennoch soll er gar nicht in den Müll, sondern immer und immer wieder befüllt werden. Er hält angeblich 250 Geschirrspülungen aus und ist stapelbar.

Über ein Netz von Partnern gelangt er derzeit an mehreren Stellen der Uckermark in Umlauf: Der Kunde muss ein Pfand von 2,50 Euro für den Becher und 2 Euro für den Deckel zahlen. Dafür kann er ihn mitnehmen, wiederbefüllen lassen oder an allen Partnerstellen gegen Rückerstattung des Pfands abgeben.

Über 1000 Becher sollen derzeit schon im Umlauf sein. Über Werbung, Medien und Netzwerke verbreitet sich die neue Coffee-to-go-Variante. Die Reaktionen sind positiv, zumal der Kaffee auch länger heiß bleibt und der Becher jederzeit selbst für die eigenen Heißgetränke aus der Thermoskanne genutzt werden kann.

Die UDG sucht überall weitere Partner und Umtauschstellen. Voraussetzung sind vorhandene Hygienebedingungen und der Wille, ein Stück für die Umwelt und gegen den Müllberg zu tun.

Kontakt:Anja Teschke-Surau, Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft; www.uckerccino.de im Internet

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