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Freudenfeuer
Uckermärker sagen ihren Weihnachtbäumen adé

Kerstin Unger / 13.01.2020, 06:45 Uhr - Aktualisiert 13.01.2020, 06:53
Gartz (MOZ) Sie verbrachten mit ihm nur wenige Tage, dennoch war Traude und Günter Hennig schon ein wenig wehmütig zumute, als ihr Weihnachtsbaum in Flammen aufging. "Das ist unserer", riefen die beiden Gartzer Rentner, die sich das Verbrennen der Weihnachtsbäume auf dem Gartzer Sportplatz nie entgehen lassen. "Das ist immer der Abschluss des Festes", sagt Günter Hennig. Die Gartzer Carnevalsgesellschaft Blau-Weiß und der Sportverein Blau-Weiß Gartz laden dazu jährlich gemeinsam ein. Das Bestattungsunternehmen Busch stellte ein Fahrzeug zur Verfügung, mit dem seit Vormittag alle Bäume vom Straßenrand eingesammelt wurden. Mit 140 Exemplaren wurde diesmal ein neuer Rekord aufgestellt, der vorher bei 128 lag, berichteten der Karnevalsvereins-Präsident René Schlöricke und der Vorsitzende des Sportvereins, Andreas Roggenbuck. Beide Vereine teilen sich die Aufgaben. Die Karnevalisten sammeln ein und die Sportler verbrennen die Bäume und versorgen die Besucher.

Die ausgedienten Weihnachtssymbole brannten wie Zunder in den Tonnen. Der Wind stand günstig. Stolze 2,40 Meter groß war die Nordmanntanne der Hennigs, die sie wie in den vergangenen Jahren von der Privatanlage Pauls in Hohenfelde geholt hatten. "Die Spitze musste abgeschnitten werden", verriet die Ehefrau. "Daran haben wir ihn erkannt."

Der Nachschub an Tannen reichte für einen geselligen Abend, der als inoffizieller Neujahrsempfang in Gartz gilt und wo man gemeinsam das Jahr begrüßt. Gemeinsam und fröhlich geht es es weiter. Am 19. Januar beginnt mit dem Rentnerkarneval die legendäre Faschingszeit im Kanonenschuppen.

Immerhin fast 100 Bäume erwärmten die Heinersdorfer Gäste am Sonnabend auf dem Sportplatz des HSV. Vier Hängerfuhren holten Olaf Ziemendorf und Bernd Krüger am Vormittag mit ihren Traktoren und  Helfern ab. Erst am 28. Dezember hatten die Heinersdorfer Jahresabschluss gefeiert. Jetzt ließen sie sich von Katrin Krieg gebrutzelte Bratwürste, Buletten und Pommes schmecken. Dazu gab es etwas zu trinken, zum Beispiel den Geheimtipp: heißen Caipirinha. "Der kam schon beim Jahresausklang bestens an", sagt Katrin Krieg. Ihr Mann Norbert, der Platzwart, kümmerte sich um das andere Organisatorsiche auf dem Sportplatz.

Auf das Gelände der  Bauernstube strömten am Samstagabend die kleinen und großen Groß-Pinnower. Wer nicht am Weihnachtsbaumfeuer stehen wollte, nahm gemütlich an der Feuerschale Platz. Bei Musik aus der Konserve ließ man sich die Buletten und Bratwürste der Griller Peter Dähn und Norbert Dittmann schmecken. Dank des rührigen Dorfvereins mit rund 40 Mitgliedern, von denen am Sonnabend knapp 15 im Einsatz waren, finden in Groß-Pinnow jeden Monat Veranstaltungen statt, und sei es nur ein gemütliches Beisammensein. Die größte Veranstaltung ist die Hexenverbrennung, auf die man sich auch diesmal am 30. April wieder freut. Zudem gehören das Angelfest im Sommer und das Erntefest im September zum Dorfleben dazu.

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