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Digitale Verwaltung
Uckermark führt elektronische Kfz-Zulassung ein

Oliver Schwers / 24.02.2020, 20:00 Uhr
Prenzlau (MOZ) Kann man wirklich von jedem Punkt der Welt aus ein Auto in der Uckermark zulassen? Ja, man kann. Seit einigen Tagen ist es möglich, online alle Formalitäten zu erledigen, ohne dass der Kunde wie bisher extra einen Tag Urlaub nehmen muss, um zur Behörde zu fahren. Was lange diskutiert wurde und noch längere Zeit ganz und gar unmöglich schien, gehört jetzt zur digitalen Wirklichkeit. Die Uckermark beteiligt sich als einer von vier Landkreisen in Brandenburg an der "internetbasierten Kfz-Zulassung". Das Projekt lief zunächst als Pilotvorhaben im Kreis Elbe-Elster und wurde für gut befunden. Nun also rückt die elektronische Verwaltung wieder ein Stück näher.

Elektronische Identifikation

Doch die Freude ist noch etwas getrübt, denn es müssen zunächst einige technische und Sicherheitsvoraussetzungen erfüllt sein. Alle notwendigen Dokumente wie Fahrzeugbrief- und schein benötigen einen Sicherheitscode. Der klebt etwa seit 2015 auf den Papieren. Schwieriger wird es schon mit der eigenen Identifikation. Denn der Antragsteller muss über die elektronische Funktion seines Ausweises verfügen. Diese Freischaltung jedoch wurde auf den Meldebehörden der Kommunen etwas stiefmütterlich behandelt unter dem Motto: "Wozu brauchen Sie das schon?"

Die elektronischen Daten des Ausweises lassen sich entweder über ein an den Rechner angeschlossenes Lesegerät übermitteln oder via "AusweisApp2" auf dem Smartphone. Die anfallenden Gebühren können derzeit mit Giropay bezahlt werden. Künftig sollen auch Kreditkarten oder Paypal beziehungsweise weitere Dienste möglich sein.

Außerbetriebsetzungen von Fahrzeugen, Adressänderungen oder Wiederzulassungen sind ebenso am Bildschirm möglich wie die Umschreibung mit und ohne Halterwechsel und sogar Neuzulassungen. Notwendige Unterlagen und Plaketten schickt die Kfz-Zulassungsbehörde dann direkt nach Hause. Der Halter kann sich die Plaketten selbst aufkleben. Sie sind nur für das entsprechende Auto zugelassen und gekennzeichnet. Die Kennzeichen fertigt jede entsprechende Firma an, sobald die Reservierungsbestätigung der Nummer vorliegt.

"Wir haben jetzt etwas Handhabbares", sagt Bernd Brandenburg, zuständiger Beigeordneter der Kreisverwaltung. Um dem Bürger den digitalen Gang in die Behörde zu erleichtern, gibt es schon auf der Startseite des Landkreises ein Symbol mit einem roten Auto. Wer darauf klickt, kommt automatisch zur Zulassung. Zunächst werden alle offenen Fragen beantwortet, dann kann es losgehen. Mehrere Videos unterstützen die Vorgehensweise.

Der Kreis hat sich hinter das Projekt gestellt. Schulungen mit Autohäusern und Zulassungsdiensten sollen die Partner in die Lage versetzen, den Online-Weg zu ebnen. Bernd Brandenburg wäre es lieber, vollkommen neue Varianten der Kfz-Zulassung einzuführen, ohne dass es noch des Kennzeichens bedarf. Doch an Bundesgesetzen kommt auch die Uckermark nicht vorbei. "Eigentlich bräuchten wir nur noch einen Barcode auf jedem Auto, aber das wird dann wohl erst die nächste Stufe sein."

Gebühren bleiben gleich

Geringere Gebühren fallen mit der Internet-Zulassung nicht an. Im Gegenteil: Es kommen noch Portokosten drauf. Dafür soll der Bürger Zeit und Wege sparen. Bisher hat ein einziger Nutzer den Online-Dienst in Anspruch genommen, und der ist auch noch Mitarbeiter der Kreisverwaltung. "Es muss sich herumsprechen", sagt Brandenburg. "Und man muss auch Lust darauf haben."

Alle Informationen, Antworten und Demonstrationsvideos sind über die Seite www.uckermark.de im Internet erreichbar. Die elektronische Ausweisfunktion schalten die Meldebehörden.

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