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Coronavirus
Uckermark schaltet auf Notbetrieb

Schwedter Grenzübergang: Polnische Behörden hatten am Wochenende die Passierstellen von hüben nach drüben dicht gemacht.
Schwedter Grenzübergang: Polnische Behörden hatten am Wochenende die Passierstellen von hüben nach drüben dicht gemacht. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 17.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:24
Prenzlau (MOZ) Obwohl es bis Montagnachmittag weiterhin keinen bestätigten Corona-Fall gibt, wird das öffentliche Leben in weiten Teilen der Uckermark komplett heruntergefahren. Der Landkreis folgt dabei zentralen Empfehlungen aufgrund der schnellen Ausbreitung der Pandemie in ganz Deutschland.

Dennoch geht die Kreisverwaltung bisher nicht von der 100-Personen-Grenze bei öffentlichen Veranstaltungen zurück. In Nachbarregionen gelten bereits Verbote beziehungsweise Meldepflicht für Treffen ab 30 oder 50 Menschen. "Bei uns besteht dazu noch keine Notwendigkeit", erklärt Pressesprecherin Ramona Fischer. "Wir haben noch keinen bestätigten Fall." Dennoch gilt die dringende Empfehlung, bis auf weiteres generell auf Veranstaltungen zu verzichten. Das wird bereits seit dem Wochenende im gesamten Landkreis umgesetzt. Vereine, Institutionen, Kirchen und Kommunen sagen fast sämtliche größeren Treffen ab.

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Ab Mittwoch wird im gesamten Land Brandenburg der Schulbetrieb eingestellt. Um das öffentliche Leben, insbesondere die Versorgung, den Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wird eine Notbetreuung für Kinder verschiedener Berufsgruppen eingerichtet, deren Anwesenheit zwingend erforderlich ist. Eltern von Grundschulkindern, die zu diesem Personenkreis zählen, sollten sich an ihren Schulleiter wenden, um eine Notbetreuung zu klären, informiert die Kreisverwaltung.

Krisenstab gebildet

Eingestellt wird ebenfalls die Kitabetreuung. Kindertagespflegestellen können weiter betrieben werden. Für den Fall, dass eine Schließung einzelner Kitas durch das Gesundheitsamt veranlasst werden muss, wird die Betreuung von Kindern, deren Eltern speziellen Berufsgruppen angehören, in einer anderen Kita sichergestellt.

Grundsätzlich entscheiden die Kita-Träger über die Weiterbetreuung in der Einrichtung (ohne Antragstellung). Sollte kein Anspruch auf Weiterbetreuung oder Notbetreuung bestehen, kann beim Jugendamt ein Antrag gestellt werden. Entsprechende Vordrucke sind im Internet unter www.uckermark.de eingestellt.

Die Kreisverwaltung hat bislang keine generelle Schließung der Behörden für die Öffentlichkeit veranlasst. Ob das aufrecht erhalten wird, muss noch entschieden werden.

Wegen der Corona-Ausbreitung ist ein Krisenstab gebildet worden, der täglich zusammenkommt. Von hier gehen alle Informationen an Behörden, Bürgermeister und Amtsdirektoren raus. Die Landrätin setzt gemeinsam mit dem Gesundheitsamt die Weisungen des Gesundheitsministeriums um. Entsprechend der jeweiligen Gegebenheiten geben die Landkreise eigene Verfügungen heraus. So sind alle Sporthallen des Landkreises ab Mittwoch geschlossen.

Die Arbeit wichtiger Kreisbetriebe geht uneingeschränkt weiter. Dazu zählen Müllabfuhr, Straßenmeisterei oder Rettungsdienst. Die Busse der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft fahren bis einschließlich 20. März unverändert laut Fahrplan. Wie es danach weitergeht, wird noch entschieden

Der für Mittwoch festgesetzte Kreistag findet nach Angaben der Kreisverwaltung statt. Es soll eine leicht abgespeckte Variante sein, so Ramona Fischer. Damit sind nicht alle Abgeordneten einverstanden. Hans-Otto Gerlach (CDU) plädierte für eine Verschiebung, andernfalls werde er nicht teilnehmen.

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