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Corona-Pandemie
Unternehmer der Uckermark fordern Ende des Shutdowns

Im Büro mit Maske: Ulrich Menter, Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark, fordert ein Ende der staatlichen Verbote und Einschränkungen in der Corona-Krise für Unternehmen, Schulen und Kitas.
Im Büro mit Maske: Ulrich Menter, Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark, fordert ein Ende der staatlichen Verbote und Einschränkungen in der Corona-Krise für Unternehmen, Schulen und Kitas. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 22.05.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 07:13
Schwedt (MOZ) Die Unternehmervereinigung Uckermark hat zusammen mit dem Unternehmerverband Berlin-Brandenburg,  der Barnimer Unternehmervertretung und der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin das sofortige Ende der Einschränkungen für Unternehmen, Schulen und Kitas gefordert.

Der Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark, Ulrich Menter, erklärte am Mittwoch in Schwedt, es gehe nicht mehr um Lockerungen, sondern um die Auflösung der Einschränkungen. "Den Unternehmen muss ermöglicht werden, wieder ihre Arbeit aufzunehmen. Das gilt für alle Branchen. Auch die Schulen und Kitas müssten in die Lage versetzt werden, ihrem Bildungs- und Betreuungsauftrag wieder vollumfänglich nachzukommen."

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Forderungen abgestimmt

Die Unternehmervereinigung Uckermark vertritt rund 6000 Unternehmen im Landkreis, nach der Abstimmung ihrer Forderung mit den anderen Unternehmerverbänden spricht Ulrich Menter insgesamt sogar für 22 000 ostdeutsche Unternehmen und ihre Beschäftigten. Ulrich Menter berichtet von Friseuren, die wieder arbeiten dürfen, denen aber die Mitarbeiter fehlen, weil die sich zu Hause um die Kinder kümmern müssen. Geschäfte mit dem polnischen Nachbarn seien seit Corona so gut wie komplett he­runtergefahren. Touristische Betriebe, kleine Läden, Fitnessstudios – sie alle seien viel zu lange heruntergefahren.

Der Schwedter Unternehmerpräsident erklärte klar, dass er die Gefahr des Corona-Virus nicht herunterspielen wolle. Persönlich habe er die schnellen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sogar für richtig befunden. Seiner Meinung nach hätten die Unternehmen und die Bevölkerung mittlerweile aber längst bewiesen, dass sie verantwortlich mit der Gefahr umgehen können und sich weitgehend an die Hygieneregeln und Abstandsgebote halten. "Genauso schnell wie der Shutdown muss jetzt aber auch gehandelt werden, um das Leben wieder hochzufahren.  Das System der staatlichen Reglementierung  zur Eindämmung der Corona-Pandemie müsse durch die Eigenverantwortung der Unternehmen, Schulen und Kitas ersetzt werden. "Unternehmer sollen selbst bestimmen, wie sie unter den gegenwärtigen Bedingungen wieder öffnen und ihre Mitarbeiter und Kunden schützen. Wir fordern auch nicht, dass sofort alle Schüler wieder zur Schule gehen können. Vielmehr fordern wir, dass die Schulen ihre Kompetenz einbringen dürfen, wie sie auch unter Corona-Bedingungen ihrem Bildungsauftrag gerecht werden können", sagte Menter.

Hilfe statt Verbote

Nach Ansicht der Unternehmer drohen schwere wirtschaftliche und gesundheitliche Verwerfungen, wenn staatlicherseits nicht sofort umgesteuert werde. "Der Preis, den wir für die Eindämmung des Virus bezahlen müssen, wird sonst größer sein als die Auswirkungen der Pandemie. Damit meine ich nicht nur den finanziellen Aspekt. Es drohen auch gesundheitliche Gefahren, zum Beispiel gehen Menschen nicht mehr zum Arzt, obwohl sie müssten und die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt steigt", sagt Menter. Er wolle vielmehr ein Signal setzen, dass die Wirtschaft für das Hochfahren bereit sei und dass auch Schulen und Kitas vernünftige, eigenverantwortliche Lösungen finden, wenn die Behörden weniger verbieten, sondern vielmehr dabei helfen.

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