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Glasfaser
Stadtwerke bringen Schwedt bis 2030 auf die schnelle Datenautobahn

Die Stadtwerke Schwedt versorgen die Stadt bis 2030 mit schnellem Internet. Weil das Netz noch aktuellen Standards entspricht, muss das Unternehmen den Kraftakt ohne Förderung über die Bühne bringen.
Die Stadtwerke Schwedt versorgen die Stadt bis 2030 mit schnellem Internet. Weil das Netz noch aktuellen Standards entspricht, muss das Unternehmen den Kraftakt ohne Förderung über die Bühne bringen. © Foto: Guido Kirchner/dpa
Thorsten Pifan / 28.05.2020, 19:40 Uhr
Schwedt (MOZ) Spätestens 2030 werden alle Schwedter auch über das Glasfasernetz auf der schnellen Datenautobahn unterwegs sein können. Rund 20 Millionen Euro schätzt Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Sasson die Kosten für den Ausbau. Geld, das das Unternehmen aus eigener Tasche zahlen muss. Denn für Glasfaser in der Schwedter Kernstadt gibt es nach dem aktuellen Sachstand keine Förderung.

Das liegt an der guten Versorgung, die es bereits jetzt in weiten Teilen der Innenstadt gibt. "Wir haben hier ein sehr gutes Breitbandkabelnetz", erklärt Sasson. Dadurch sei es möglich, auch in den kommenden Jahren mit dem Stand der Technik noch mitzuhalten. Anders sieht es dagegen in den Ortschaften rund um Schwedt aus. Da gebe es noch etliche sogenannte weiße Flecken. Bürger, die dort wohnen, kriechen nur im Schneckentempo über die Datenautobahn.

Zehn Millionen für die Ortsteile

Und dort wird auch früher investiert, sagt Sasson. Denn für diese Bereiche gebe es eine entsprechende Förderung. Rund zehn Millionen Euro werde der Anschluss der Haushalte in den betroffenen Orten kosten. Das Gros finanziert der Staat über Fördergelder. In Einzelfällen werden auch Gebiete oder einzelne Gebäude innerhalb Schwedts bereits mit Glasfaser versorgt. Stefan Döring, Projektleiter Breitbandausbau bei den Stadtwerken, sagt: "Das sind beispielsweise Gewerbeflächen oder Schulen."

Aktuell keinen Glasfaseranschluss bekommen Bürger in den Ortschaften, die schon einen schnelleren Anschluss haben. Sasson erklärt: "Das sind sogenannte graue Zonen." Da zu erwarten ist, dass dafür in den kommenden Jahren noch Förderprogramme auflegt werden, warten die Stadtwerke mit einem Ausbau zunächst noch ab. Die aktuell kalkulierbaren Kosten dafür: rund fünf Millionen Euro.

Nach und nach werden auch schon jetzt Gebäude mit dem schnellen Internet über Glasfaser versorgt. Ein Beispiel ist der Neubau der Wohnungsgenossenschaft Wobag am Augustiner Tor. Dort werden die neuen Mieter direkt in ihren Wohnungen auf  Glasfaser zurückgreifen können. In vielen anderen Teilen der Stadt sind die Stadtwerke schon vorbereitet und haben in der Nähe der Wohngebäude Glasfaserkabel liegen. Diese seien im Zuge von Erneuerungen von Strom- und Gasleitungen gleich mit verlegt worden.

Allerdings sei es nicht möglich, den großen Wurf in einem Zuge umzusetzen. "Wir können in der Stadt ja nicht an allen Stellen den ganzen Verkehr lahm legen, weil wir für die Kabel die Straßen aufbuddeln", sagt Sasson. Entsprechend dauere es einige Jahre, bis die Stadt komplett mit Glasfaser versorgt sei.

Fernsehen gibt es gratis dazu

Die große Herausforderung sei es, dass nicht nur die Hauseigentümer beispielsweise von der Wobag und den stadteigenen Wohnbauten einen Glasfaseranschluss legen lassen, sondern auch, dass die Mieter das Angebot nutzen. Ein zusätzliches Angebot, das die Schwedter in der Kernstadt bekommen, ist das Fernsehen, das sie quasi kostenlos zum Service wie Telefon oder Internet erhalten.

Gute Nachrichten gibt es allerdings für die weißen Flecken innerhalb der Stadt. Denn der Ausbau dieser Bereiche läuft bereits. Döring sagt: "Die Fertigstellung der Arbeiten ist dann bis Ende 2021 vorgesehen."

Geförderter Ausbau des Glasfasernetzes

Rund 1300 Hauseigentümeraus Schwedt und den umliegenden Ortsteilen haben sich den kostenfreien Glasfaseranschluss für ihre Immobilie gesichert. Das sind über 90 Prozent aller förderfähigen Objekte. Aktuell bauen die Stadtwerke das Netz in den Ortsteilen und einigen Bereichen in der Stadt aus, die noch nicht über die moderne Breitbandversorgung verfügen. Der Abschluss ist gefördert, sodass die Eigentümer jetzt in den Genuss kommen, kostengünstiger an den Anschluss zu kommen.

Der offizielle Anmeldezeitraum ist allerdings bereits abgelaufen. Sollte ein Hauseigentümer im Fördergebiet in der Vergangenheit die angebotene Gelegenheit verpasst haben, diesen Anschluss zu beantragen, bleibt ihm nur eine Möglichkeit: Er sollte das Gespräch mit den Beratern der Stadtwerke Schwedt suchen und im bilateralen Gespräch eine individuelle Lösung für das Problem versuchen zu finden. Kontakt: 03332 449-449, glasfaser@stadtwerke-schwedt.de.⇥pif

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