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Breitbandausbau
4000 Kilometer Glasfaser für die Uckermark

Kabel für den Anschluss von Breitband-Internetverbindungen: Solche Baustellen sind ab sofort überall in der Uckermark zu sehen. Es müssen 4000 Kilometer Glasfaser verlegt werden.
Kabel für den Anschluss von Breitband-Internetverbindungen: Solche Baustellen sind ab sofort überall in der Uckermark zu sehen. Es müssen 4000 Kilometer Glasfaser verlegt werden. © Foto: Carsten Rehder
Oliver Schwers / 26.06.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 26.06.2020, 07:14
Prenzlau (MOZ) Das schnelle Internet gerade für Menschen, die bisher mit schlechten Verbindungen leben mussten, rückt näher. Der vom Bund und vom Land geförderte Breitbandausbau läuft jetzt an. Am 23. Juli soll für das Schwedter Gebiet der erste Spatenstich gesetzt werden, und zwar im Ortsteil Vierraden. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende 2021 die unterversorgten Bereiche Geschichte sind.

Für das große Ausbaugebiet Uckermark ist ein Jahr mehr Zeit. Momentan werden sogenannte Mandatsträgerveranstaltungen in allen Stadt- und Gemeindegebieten durchgeführt. Dabei erhalten zunächst Ortsvorsteher und Abgeordnete die wesentlichen Informationen, wann, wo und wie ausgebaut wird. Der Landkreis erhofft sich auch Hinweise, wo Ungenauigkeiten bei den Vorpla-­nungen aufgetreten sind und wo möglicherweise ein Grundstück vergessen wurde. Mitunter kann das geschehen, wenn sich eine Scheune als Adresspunkt erweist oder Hausnummern nicht ordnungsgemäß gemeldet sind. "Die Markterkundung hat ja vor ein paar Jahren schon stattgefunden, und seitdem hat sich die Welt weitergedreht", erklärt André Reichow, Breitbandkoordinator des Landkreises. "Wir sind sehr zufrieden über die Rückmeldungen, die Leute reagieren gut."

Kein Wunder, muss doch der Hauseigentümer oder Nutzer keinen Cent für den nagelneuen Anschluss hinlegen. Das bedeutet: Das Hochgeschwindigkeits-Glasfaserkabel kommt direkt bis hinter die Haustür. Die früheren Kupferleitungen, die häufig noch von der Verteilerstelle bis zum Gebäude existieren, haben damit ausgedient. Eine Wertsteigerung des Hauses geht damit einher. Normalerweise müsste ein Eigentümer etwa 1500 selbst aufbringen. Das entfällt durch die Förderung. Wer in den Genuss des Turbo-Anschlusses kommt, wird zuvor in einem Brief informiert. Darin enthalten ist ein Grundstücksnutzungsvertrag, der den Baufirmen und Planern die Möglichkeit einräumt, das Gelände zu betreten und die notwendigen Arbeiten vorzunehmen. Bis zum 16. August müssen im gesamten Kreisgebiet rund 9000 solcher Briefe verschickt sein.

Informationen im Internet und auf Versammlungen

Wer sich unsicher ist, ob er nicht auch einen förderfähigen Breitbandanschluss bekommen müsste, kann auf der Internetseite des Landkreises Uckermark adressgenau die Verfügbarkeit prüfen. Hier sind auch kleine Erklärvideos veröffentlicht, die zeigen, wie der Ausbau vonstatten geht. Im Juli und August beginnen die eigentlichen Informationsveranstaltungen für die betreffenden Haushalte in den einzelnen Orten. Dabei werden alle auftretenden Fragen geklärt. "Es gibt eben auch Beschwerden, dass ein Nachbar das schnelle Internet bekommt, der andere aber nicht", so André Reichow. "Das liegt dann eben daran, dass der eine schon jetzt eine etwas bessere Leitung hat." Alles, was bislang unter 30 Megabit pro Sekunde liegt, kommt in den Ausbau.

Ziel des Landkreises ist ein Rücklauf von 90 Prozent der Betroffenen. Schwedt liegt bei 93 Prozent. "Manche älteren Menschen müssen wir überzeugen, dass es gut für das Grundstück ist, auch wenn sie das Internet dann selbst gar nicht nutzen", sagt der Breitbandkoordinator. Garantiert ist später eine Leistung von 100 Megabit, und zwar im up- und im download. Dadurch entfallen die bis dato häufig kritisierten Schwankungen der Leistung. In der Regel kommen die neuen Anschlüsse aber auf einen Wert bis zu einem Gigabit.

Baustart ist im dritten Quartal dieses Jahres. In den Räumen um Angermünde, Prenzlau und Templin wird gleichzeitig begonnen. "Die Uckermark soll flächendeckend mit Glasfaser ausgebaut werden", so André Reichow. "Der Start dazu ist jetzt. Was hier entsteht, ist ein neues Netz."

Viele Kilometer Tiefbau

Die mit dem Ausbau in den Bereichen Angermünde, Prenzlau und Templin beauftragte Firma E.discom arbeitet an der Genehmigung. Der Baubeginn soll im dritten Quartal dieses Jahres folgen. Dazu sind zwischen sieben und zehn Bautrupps quer durch den Landkreis verteilt. Sie sollen über 4000 Kilometer Glasfaser verlegen. Dazu sind 1627 Kilometer Tiefbauarbeiten notwendig. Alle Schulen in der Uckermark werden im Zuge des geförderten Breitbandausbaus mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet, der eine Bandbreite bis ein Gigabit pro Sekunde erlaubt. Hinweise und Probleme nimmt der Breitbandbeauftragte André Reichow in der Kreisverwaltung entgegen.⇥os

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