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Tischtennis
Tischtennis-Coach mit viel Herzblut

Hat stets Hinweise parat: JSV-Coach Rainer Thümmel (links) gibt Moritz Weber im Schüler-Landesliga-Spiel Tipps, was er besser machen kann.
Hat stets Hinweise parat: JSV-Coach Rainer Thümmel (links) gibt Moritz Weber im Schüler-Landesliga-Spiel Tipps, was er besser machen kann. © Foto: Carola Voigt
Carola Voigt / 09.07.2020, 18:30 Uhr
Schwedt (MOZ) Rainer Thümmel, 63 Jahre, geboren in Eberswalde, hat bereits als 13-jähriger bei Lok Eberswalde angefangen, Tischtennis zu spielen. Er erlangte 1971 als 14-Jähriger (war damals so möglich) die Stufe I als Übungsleiter im Tischtennis und begann mit dem Nachwuchstraining, ein Jahr später eigenverantwortlich, mit Schlüsselgewalt. Bis 1976 blieb er bei Lok Eberswalde, dann zog es ihn aus beruflichen Gründen nach Schwedt (Abschluss der Ausbildung).

Nach der Familiengründung 1978 fing er 1983 bei Rotation Schwedt wieder mit Tischtennis an und übernahm nach kurzer Zeit dort das Training der Jungen. Er erreichte ein schnelles Wachstum der Trainingsgruppe von acht auf 30 Jungen. Mit Volker Klemm gewann er einen Auszubildenden für den Tischtennissport und die Trainertätigkeit. Es erfolgten weitere Trainerqualifizierungen bis hin zum Lehrwart (1986) – der damals höchsten Stufe, die auch eine pädagogische Ausbildung beinhaltete und zur Ausbildung neuer Trainer berechtigte. Mit starker Unterstützung des Rotations-Abteilungsleiters (Rainer Horn) und des Trägerbetriebes (Papierfabrik) wurden am Bootshafen eigene Tischtennis-Räume ausgestattet. Dadurch wurden deutlich bessere Trainingsbedingungen gewährleistet.

Änderungen nach der Wende

Dann kam die politische Wende und die Leitung des Großvereins Rotation erlaubte der Abteilung Tischtennis keine ausreichende Eigenständigkeit. Ein Beispiel: die Abteilung konnte über  Einnahmen von ihren Sponsoring- oder Werbepartnern nur sehr eingeschränkt verfügen. Um die sportlichen Ziele der leistungsorientierten Mitglieder weiter verfolgen zu können, blieben nur zwei Möglichkeiten: Gründung eines neuen Vereins oder Anschluss an einen anderen Verein.

Da der TTV Empor sich kurz zuvor neu gegründet hatte, entschied man sich 1992 für den Wechsel dorthin. Die breitensportlich orientierten Mitglieder von SV Rotation verblieben in den Räumlichkeiten am Bootshafen und betreuten erfreulicher Weise auch noch einige Jahre den Nachwuchs. Es entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit. "Heute gibt es den Verein SV Rotation leider nicht mehr. Ein Teil der Spieler sind weiterhin bei VfL Vierraden aktiv", erzählte Thümmel.

Die Entwicklung der Nachwuchsabteilung beim TTV Empor verlief sehr erfolgreich, zumal auch die Möglichkeit bestand, den Verein durch ABM-Kräfte zu unterstützen. Das traf auch auf Rainer Thümmel zu und so konnte sehr viel Zeit in den Aufbau des Nachwuchs-Sportes investiert werden (knapp 50 Kinder und Jugendliche). Erneut gab es grundsätzliche Widersprüche über den Umfang der Aktivitäten im Nachwuchsbereich und die Verwendung der finanziellen Mittel.

1996 entschied sich ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen unter Thümmels Leitung und mit Unterstützung der Eltern den Jugendsportverein (JSV) Schwedt zu gründen. Ziel war die Schaffung eines Vereines, in dem sie – die Kinder und Jugendlichen – ihre eigenen Vorstellungen von einer sinnvollen Freizeitgestaltung unter sportlichen Gesichtspunkten verwirklichen und darüber hinaus vielfältige Freizeiterlebnisse wahrnehmen können.

Seit dem Spieljahr 2002/03 nahm der JSV am Schwedter Spielbetrieb der Herren teil, um den stärkeren Kindern und Jugendlichen zusätzliche Wettkampfmöglichkeiten zu bieten und auch den älteren Jugendlichen kontinuierliche Sportangebote unterbreiten zu können. 2007/08 ging die Anzahl der jüngeren Kinder weiter zurück. Das traf auch beim TTV-Empor zu, der dadurch keine Schülermannschaft mehr stellen konnte.

Herren-Team wechselte zum JSV

Die überregional spielende Herrenmannschaft des TTV Empor (in der auch der JSV-Vorsitzende Volker Klemm mitspielte) durfte ohne Nachweis einer Nachwuchsmannschaft aber nicht dauerhaft und nicht ohne Sanktionen in einer höheren Spielklasse verbleiben. Deshalb baten deren Spieler um Aufnahme in den JSV und die Weiterführung ihres höherklassigen Spielbetriebes. Diese Variante wurde durch den Vorstand des JSV für gut befunden um die Stabilität des Vereins zu festigen und den heranwachsenden Spielern sichere Einsatzmöglichkeiten zu bieten, auch wenn dadurch eine Änderung der Trainingstage und eine Einschränkung der Trainingskapazität folgten.

Bald nach dem Wechsel der Herrenmannschaft des TTV Empor zum JSV arrangierten sich Jörg und Bernd Woite als Trainer im Nachwuchsbereich. Da somit der Trainingsbetrieb abgesichert war und Thümmel zu diesem Zeitpunkt durch Selbständigkeit und Wohnungsausbau stark beansprucht war, nutzte Thümmel 2010 die Möglichkeit, seine aktive Trainertätigkeit auszusetzen und verzichtete auch auf eine Tätigkeit im Vereinsvorstand. 2014 hat er seine Tätigkeit als Trainer beim JSV wieder aufgenommen, um den Trainings- und Wettkampfbetrieb einer Jugendmannschaft abzusichern.

Unterschiedliche Ansichten über die Gestaltung der Nachwuchsarbeit beim JSV führten dazu, dass Bernd und Jörg Woite ihre Trainertätigkeit einstellten. 2016 übernahm Thümmel als Jugendwart wieder Verantwortung im Vereinsvorstand. Es begann einen Neuaufbau. Inzwischen ist es gelungen, ein leistungsstarkes Nachwuchs-Team zu kreieren, welches in der kommenden Saison in der Verbandsliga spielt. Neben Daniel Böttiger als Trainer arrangiert sich auch Heike Thiel als Nachwuchstrainerin im Mädchenbereich. Die Herrenmannschaft wechselte mit Beginn des Spieljahres 2019/20 zum ESV Angermünde.

Der Qualifikationswegdes Trainers

Qualifikationen1971 Trainer Tischtennis Stufe I1974 Trainer Massensport Stufe I1984 Trainer Tischtennis Stufe II1985 Trainer Tischtennis Stufe II1985 Kampfrichter TT Stufe III1986 Lehrwart Tischtennis1991 Fachübungsleiter/C-Trainer1994 Trainer C-Lizenz1994 Bezirksschiedsrichter1995 Verbandsschiedsrichter2015 Trainer C (Neuausbildung)

Übungsleiter/Trainer1971 bis 1976 bei Lok Eberswalde1983 bis 1992 bei Rot. Schwedt1992 bis 1996 bei TTV Empor Schwedtseit 1996 beim JSV Schwedt (2010  bis2014 nicht aktiv)

Einsatz als Oberschiedsrichterseit 1994 in Regionalliga, 2. Bundesligaund NTTV-Veranstaltungen

Lehrtätigkeit1986 - 1989 mehrfach Lehrgangsleitung Übungsleiterausbildung Stufe I im Kreis Schwedt1987 - 1989 mehrfach Lehrgangsleitung ÜL-Ausbildung Stufe II und III im Bezirk Frankfurt1997: Lehrerweiterbildung im Kreis Uckermark für Wahlpflichtfach Tischtennis

Staffelbearbeiter1987 - 1993 im BFA Frankfurt beziehungsweise TTVB1997 - 2003 Verbandsligen Nachwuchs im TTVB

Mitarbeit in Kommissionen1985 - 1990 im KFA Schwedt als Nachwuchsverantwortlicher1987 - 1991 Mitglied Kommission Kinder- und Jugendsport des BFA Frankfurt beziehungsweise TTVB1991 - 1993 Mitglied im Sportausschuss des TTVB/Vorsitzender des Spielbereiches Ost

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