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Uckermark-Landrätin Karina Dörk zur Zukunft des Amtes Oder-Welse

Uckermark-Landrätin Karina Dörk
Uckermark-Landrätin Karina Dörk © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 27.07.2020, 20:00 Uhr - Aktualisiert 27.07.2020, 20:11
Prenzlau (MOZ) Seit mehr als drei Jahren gibt es Streit um die Eingemeindung von Schöneberg in die Stadt Schwedt und seit ein paar Monaten auch um die Zukunft des  gesamten Amtes Oder-Welse. Das sagt Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU).

Frau Dörk,  nach drei Jahren Streit um die Eingemeindung von Schöneberg werden die Rufe nach einem Durchgreifen des Landkreises immer lauter. Das Innenministerium hat Ihnen jetzt empfohlen, die Eingemeindung gegen den Willen des Amtes sofort zu vollziehen, wann werden Sie das tun?

Dazu haben wir sehr zeitnah noch notwendige Gespräche mit dem Innenministerium, denen möchte ich nicht vorgreifen. Im Moment gehe ich davon aus, dass wir die Rücknahme der Klage der Gemeinde Passow gegen die Genehmigung der Eingemeindung noch abwarten. Ich kann die Rufe nach einem Eingreifen natürlich verstehen, aber die Kommunalaufsicht des Landkreises übt lediglich die Rechtsaufsicht aus, dass alles rechtlich sauber abläuft. Die Entscheidungen aber müssen grundsätzlich vor Ort getroffen werden.

Aber die Gemeinde Schöneberg hat sich längst entschieden, ebenso der Amtsausschuss. Es sieht doch eher so aus, als ob der Amtsdirektor das nicht wahrhaben will.

Die Gemeinden haben vor nicht allzu langer Zeit ihren Amtsdirektor wiedergewählt. Es ist nicht unsere Aufgabe, da zu werten oder zu richten. Ich vertrete da auch eine klare Meinung, dass sich der Kreis nicht in die Entscheidungen der Gemeinden einzumischen hat. Ich halte das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden für ein hohes Gut.

Ich würde zu Hause in meiner Gemeinde auch nicht gutheißen, wenn uns ein anderer sagt, was wir zu tun haben. Mich macht eher unglücklich und traurig, wie derzeit die Akteure in dem Amt miteinander umgehen, das ist teilweise tief unter der Gürtellinie. Es sind alles erwachsene Leute, die fair und respektvoll miteinander umgehen können, stattdessen erlebt der Bürger einen Streit wie in einem Kindergarten.

Die Gemeinden Berkholz-Meyenburg und Passow wollen nun ebenfalls das Amt verlassen, wie sehen Sie die Zukunft des Amtes Oder-Welse?

Wir haben frühzeitig mit Vertretern aller Gemeinden des Amtes gesprochen und ihnen empfohlen, sich untereinander auf eine für alle tragfähige Lösung zu verständigen. Das ist leider nicht passiert.

Mittlerweile aber gibt es Beschlüsse und es ist ziemlich klar, wer wohin  möchte und dass damit das Amt in seiner bisherigen Form tatsächlich zur Disposition stehen könnte. Man spürt ja auch deutlich, dass das Tischtuch zwischen den Beteiligten zerschnitten ist. Ich kann nur an alle Beteiligten appellieren, daran mitzuwirken, dass es jetzt zu zügigen Entscheidungen kommt, alles andere blockiert das gemeindliche Leben und wird von den Bürgern längst nicht mehr verstanden.

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Hans Otto Gerlach 28.07.2020 - 10:43:59

Auswechseln!

Wer als Gemeindevertreter die Beschlüsse der Gemeindevertretung so sieht, kann sich ja selber auch auswechseln.

Hans Otto Gerlach 28.07.2020 - 09:53:24

Auswechseln!

Wer als Gemeindevertreter die Beschlüsse der Gemeindevertretung so sieht, kann sich ja auch selber auswechseln.

Sylvio Felske 27.07.2020 - 22:47:41

Leierkasten

1. Eingemeindung gegen den Willen des Amtes... Richtig ist: Der Amtsauschuss, die Gemeinden Pinnow, Mark Landin und Berkholz-Meyenburg haben mit Beschlüssen die Klagen zurückgezogen um den Weg für Schöneberg nach Schwedt zu vollziehen! Leider möchte der ehrenamtliche Bürgermeister Moritz und seine Gemeindevertreter dies aus ( wie sie es nennen) „taktischen Gründen „ nicht. Bei einer Taktik gibt es immer einen Verlierer zugunsten eines anderen! 2. ... ob der Amtsdirektor es wahrhaben... Antwort: wie oben schon beschrieben, dieser hat keinen Einfluss auf die Entscheidung der Gemeinde Passow ! Diese Entscheidung trägt und verantworten der ehrenamtliche Bürgermeister Moritz und seine Gemeindevertreter! 3. Erst wenn die Bürgerabstimmung per Wahl in den jeweiligen Gemeinden Passow und Berkholz-Meyenburg durchgeführt wurden, weiß man was der einzelne Bürger möchte... Beschlüsse der Gemeindevertretung spiegeln nicht immer die Interessen und Wünsche der Bürger, innerhalb ihrer Gemeinde, wieder. Aussage: ... das Tischtuch ist zerschnitten.... , dann macht man es wie in der großen Politik oder im Fußball - Auswechseln! Was ist so schwer daran??? Der Fußball lehrt uns das jedes Jahr. Ein Kommentar im großen Sommerloch und weiterhin Erholung und Gesundheit, weiterhin einen schönen Urlaub in der Ferne, viel Spaß zum Schulbeginn oder der Einschulung wünscht Euch Sylvio Felske

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