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Medizinische Versorgung
In der Uckermark werden dringend Blutspender benötigt

Überlebenswichtig: Mit einer Blutspende kann bis zu drei Verletzten oder Schwerkranken geholfen werden.
Überlebenswichtig: Mit einer Blutspende kann bis zu drei Verletzten oder Schwerkranken geholfen werden. © Foto: Oliver Voigt
Miriam John / 30.07.2020, 20:55 Uhr
Angermünde/Schwedt (Freie Autorin) Mit einer kleinen Geste kann so manche große Hilfe geboten werden. Mit Spenden zum Beispiel – es ist schließlich nur ein Abgeben von Dingen, die selber nicht unbedingt vonnöten sind.

Es können Spielzeuge, Kleidung oder weitaus notwendigere Dinge sein. Eine der wichtigsten Spenden ist: Blut. Schließlich ist es für unseren Körper genauso wichtig wie die Luft, die wir atmen. Das menschliche Blut gibt es in vier Gruppen und nicht alle sind prozentual gleich in der Bevölkerung vertreten.

Online-Termine buchbar

Die häufigste Blutgruppe (Null positiv) ist zurzeit dringend gesucht. Das Blutspende-Barometer zeigt aber auch auf, dass Null positiv nicht die einzige Blutgruppe ist, die eine erhöhte Nachfrage aufweist. Das Deutsche Rote Kreuz bittet um mehr Spender, denn der Bedarf der Kliniken und Kühlkammern ist hoch. "Die Corona-Pandemie und die Urlaubssaison sind unvermeidlich spürbar", sagt Prof. Torsten Tonn, der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Dadurch, dass die Spendenbereitschaft nicht aktuell mit dem steigenden Blutbedarf mithält, ist die durchgehende Versorgung von Patienten in den Kliniken deutlich erschwert.

Mit einer Blutspende kann bis zu drei Verletzten oder Schwerkranken geholfen werden. Um die regionale Patientenversorgung zu sichern, ist der nächste Termin am 5. August in der Schwedter DRK-Geschäftsstelle und in Angermünde am 10. August in der DRK-Dienststelle. Weitere Termine sind auf der Website des DRK-Kreisverbandes Uckermark Ost nachlesbar. Vorherige Termine konnten nicht wie gewohnt stattfinden. Nunmehr wird gebeten, dass jeder gesunde Spenden-Fähige einen Online-Termin bucht – egal ob vor oder nach dem Urlaub. Die Online-Anmeldungen sind derzeit notwendig, um die Corona-Regelungen einzuhalten.

Jeder Spender wird dann persönlich kontaktiert, wo und wann der nächste Termin stattfindet und wann wieder gespendet werden darf. Spontane Spendenbesuche sind leider dadurch sehr schwierig unterzubringen.

Das Schwedter Asklepios Klinikum bestätigt, das durchschnittlich 15 Blutkonserven täglich nötig sind. Im Krankenhaus selbst wird übrigens kein Blut gelagert – das Klinikum bezieht es per direkter Lieferung vom Deutschen Roten Kreuz, um durchgehend die Patientenversorgung zu garantieren. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 5356 Blutkonserven gekauft. Mit 356 wurden die meisten für Patienten mit der häufigsten Form von Leukämie verwendet. Dafür hat das Klinikum eine Summe von 678 673 Eu-­ro ausgegeben.

600 Konserven täglich

In Deutschland werden jährlich cirka drei Millionen Vollblutspenden für die deutschen Kliniken bereitgestellt. Das DRK sichert 75 Prozent der notwendigen Blutversorgungen. In Brandenburg und Berlin werden allein täglich rund 600 Blutspenden gebraucht, um die Patientenversorgung ohne Probleme zu gewährleisten.

Fast einhundertjährige Tradition

Das Deutsche Rote Kreuz organisiert mit über 200 000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Blutspendetermine in Städten, Universitäten, Unternehmen, Schulen und anderen Orten. Der erste Bluttransfusionsdienst wurde 1921 unter Führung des Roten Kreuzes in London gegründet, in Deutschland erstmalig 1951 in Düsseldorf. Heute gibt es insgesamt sechs Blutspendedienste in ganz Deutschland. 19 Prozent des gespendeten Blutes geht an Krebskranke. Viele Operationen wie Transplantationen oder Herzoperationen sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden.⇥mij

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