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Wirtschaftsminister besucht Angermünder Traditionsunternehmen

Kerstin Unger / 31.07.2020, 19:01 Uhr - Aktualisiert 31.07.2020, 19:23
Angermünde (MOZ) Der brandenburgische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie, Jörg Steinbach, ist derzeit auf Jubiläumstour durch das Land. Vor 30 Jahren wurde Brandenburg wiedergegründet. Seitdem hat sich die Unternehmenslandschaft verändert. Wie Traditionsunternehmen die drei Jahrzehnte er- und überlebt haben, will er vor Ort erfahren. Die erste Station war am Donnerstag die Preußen- Email GmbH Angermünde.

Zuhören und lernen

Die Besuchstour sei für ihn eine Frage des Zuhörens und Lernens, sagte der Minister. Die Wirtschaft habe sich gewandelt und sei dabei, mit einer gewissen Robustheit die Corona-Krise zu überstehen. "Trotzdem müssen wir viel mehr Kontakt zu den Unternehmerinnen und Unternehmern suchen und hören, was war gut, was war schlecht, was wird in Zukunft erwartet", sagt er. Der Strukturbruch, den viele Firmen nach der Wende zu überstehen hatten mit Arbeitsplatzabbau bis 90 Prozent und Insolvenzen war gewaltig. "Jedes Mal mussten sie Stehaufmännchen spielen. Durch Corona kamen wieder neue Schwierigkeiten und man musste lernen, mit der Krise umzugehen. Ich würde mir dabei noch mehr Kreativität des Einzelnen wünschen", sagte Jörg Steinbach.

Die Ortswahl seiner Tour soll zeigen, dass er Wort hält, nicht nur für Tesla in der Lausitz, sondern auch für den Norden des Landes da zu sein. "Es gibt keine Region in Brandenburg, die weniger Bedeutung hat als andere."

Bei einem Rundgang durch Preußen-Email erfuhr er vieles über die Geschichte und das Profil des Unternehmens, das momentan gerade einmal fünf Beschäftigte zählt. Zu besten Zeiten waren es 200. Eine von ihnen ist Silvia Hahn, mit 40 Arbeitsjahren die dienstälteste Mitarbeiterin. Sie hat einige Chefs kommen und gehen sehen. Jetzt ist es Ulrich König. Er hat die einstige Emaille-Manufaktur, die 2003 vom Angermünder Bildungswerk im Verbund mit anderen Unternehmen aus der Insolvenz gerettet wurde, vor fünf Jahren als Geschäftsführer und Inhaber übernommen und den früheren Namen wiedergegeben. Corona habe man relativ gut überstanden, berichtete er.

Auch, weil man sich mit Partnern neue Bereiche und Technologien erschließt. Mit der Firma Inno-Heat aus Schwerin, dessen Chef Bernd Marniak beim Ministerbesuch dabei war, arbeitet man an neuen Verfahren der Emaillierung mit Induktion. Emaille wird im Wasser- und Gasbereich immer interessanter, weil sie beständiger ist als Kunststoff, sagt Ulrich König. Die Angermünder Firma fertigt auch spezielle Wannen für ein Thüringer Unternehmen an, das deutschlandweit der einzige  Produzent von Fieberthermometern ist. Die Preußen-Email kennt man aber vor allem durch die hier produzierten Straßen- und Nostalgieschilder.

Offene Augen und Ohren

"Wie knüpfen Sie Kontakte?", wollte Jörg Steinbach wissen. "Man muss nur genügend Leute kennen.", so Ulrich König. Und Augen und Ohren offen halten. Derzeit entwickle sich eine neue Friedhofskultur. Die Leute wollen statt schwerer Grabsteine leichtere Elemente. Das sei ein interessanter Markt.  An  der Vermarktungsschiene müsse man noch arbeiten. Einen Tipp htte der Minister schon mal: Er vermisste eine Firmensignatur auf den Schildern. Dafür habe es bisher Aufkleber gegeben, erklärte der Geschäftsführer. Vielleicht ginge es ja auf der Rückseite mit der induktiven Methode. Da käme der Partner aus Schwerin ins Spiel, mit dem eine engere Zusammenarbeit geplant ist.

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