Das Sanierungsvorhaben scheint vorerst auf Eis gelegt. Ein Sprecher der polnischen Staatsbahn AG erklärte, dass man einen sachgerechten Förderantrag vorgelegt habe, aber offenbar Projekte in anderen polnischen Städten vorgezogen werden.
Der Stettiner Hauptbahnhof gilt indes für viele Deutsche als das „Tor nach Polen“. Auf ihrem Weg zur Ostsee oder nach Masuren müssen Touristen dort umsteigen. Doch das Umsteigen auf dem weitläufigen Bahnhofsgelände ist alles andere als komfortabel. Die Ausstiegsstellen befinden sich bis zu 300 Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt. Die Bahnsteige sind nur durch eine steile und hohe Fußgängerbrücke miteinander verbunden. Am Abend ist die Bahnhofshalle ein Anlaufpunkt von Obdachlosen und Bettlern.
Eine Änderung dieses Zustandes bzw. ein Umbau des Bahnhofes war bereits seit mehreren Jahren ins Auge gefasst und mehrfach angekündigt worden, zumal es auch keine elektrischen Anzeigetafeln und Wegbeschreibungen gibt und der benachbarte Busbahnhof nur schwer zu finden ist.
Ungefähr 300 Passagiere nutzen täglich die Bahnverbindung Berlin – Stettin. Deutsche Reisende speziell aus dem Amt Gartz fühlen sich nun aber noch mehr abgehängt. Nicht nur, dass die traditionsreiche Bahnstrecke Berlin – Stettin weiter auf ihre Ertüchtigung wartet, weil sie teilweise nur eingleisig und im Schneckentempo befahren werden kann. Auch das Problem der Zeitkarten für Pendler aus der Region ist weiter ungeklärt.
„Das alles ist sehr bedauerlich“, findet Andreas Schwarze aus Tantow. Er ist Beauftragter des Fahrgastverbandes Pro Bahn für die Region Uckermark. „So ein Bahnhof ist immer Aushängeschild für eine Stadt. Er ist das erste, was der Tourist sieht. Auch Angermünde und Schwedt können sich mit ihren Bahnhöfen ja nicht gerade rühmen. Dass Stettin nun nicht umgebaut wird, kann unser Verband aber nur mit Bedauern feststellen.“
Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Stettin wurde ab 1842 in Betrieb genommen. Die Strecke war Berlins erste schnelle Verbindung zum Meer. In der deutschen Hauptstadt gab es gar einen prächtigen Stettiner Bahnhof. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges und der Demontage des zweiten Streckengleises als Reparationszahlung an die Sowjetunion dümpelt der Schienenstrang vor sich hin.
Kein grünes Licht für EU-Fördermittel gibt es außerdem für das Projekt eines Autotunnels, der die beiden Hälften von Swinemünde auf den Inseln Usedom und 
Wolin verbinden soll.