Der Startschuss fiel in diesem Jahr am Mündesee. Schon dort ging es mit Musik und Tanz los. Sogar die Polizisten bewegten sich im Rhythmus der Musik, während sie das Geschehen beobachteten und auf ihren Einsatz warteten. Denn der Zug sollte sich dann durch die Innenstadt zum Markt bewegen, wo die eigentliche Kundgebung stattfand. Die Beamten sperrten dafür jeweils die Straßen, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.
Fünfte Auflage in der Uckermark
Es ist das fünfte Mal, dass sich die Angermünder an der Aktion beteiligen. Initiatorin ist Christina Greßmann. "Ich habe die Idee aus Berlin mitgebracht. Dort wird schon seit vielen Jahren am Brandenburger Tor getanzt. Ich habe mir gesagt, das geht auch in Angermünde", erzählt die Tanzlehrerin. Der Erfolg gibt ihr Recht. Seit 2016 sorgt sie mit "One Billion Rising" in Angermünde für Aufmerksamkeit.
Die Idee mit den Teilnehmern durch die Straßen der Stadt zu ziehen, ist voll aufgegangen. Zählte die Polizei zum Start am Mündesee noch 150 Akteure, schlossen sich unterwegs noch etliche Menschen an. Christina Greßmann schätzte die Zahl der Tänzer und Sympathisanten auf dem Marktplatz später auf realistische 200 Teilnehmer.
Doch allein schon die Präsenz der Gruppe zog die neugierigen Blicke auf sich. Viele Menschen kamen aus den Häusern und Geschäften, um das Geschehen auf der Straße zu verfolgen. Einige fragten, was es mit dem Zug auf sich habe, andere wussten sofort Bescheid und erklärten die Hintergründe der weltweiten Bewegung. Offenbar haben die Tänzer in Angermünde mir ihrem Engagement in den vergangenen Jahren schon etliches bewegt.
Mit dabei ist auch Frank Iven von Frankis Partyexpress, der One Billion Rising in Angermünde schon seit fünf Jahren mit Sound und Technik unterstützt. Ein paar Grußworte hatte auch Bürgermeister Frederik Bewer für die Akteure parat. Er selbst nahm aber auch ganz privat an der Aktion teil: "Es ist ein tolles Signal, das von der Stadt ausgeht", sagt Bewer und hat noch einmal lobende Worte für die Initiatorin übrig.
Team besteht aus acht Frauen
Greßmann hatte zuvor ihre Mitstreiterinnen vorgestellt. Insgesamt besteht das Team aus acht Frauen und Mädchen. Das Engegement der Initiatorin geht aber weit über das Tanzen gegen Gewalt hinaus. So ist Greßmann auch bei Terre des Femmes aktiv und möchte sich in dieser Richtung auch künftig in der Region stärker gegen häusliche Gewalt einsetzen. So denkt sie beispielsweise über eine Unterstützung des Frauenhauses in Schwedt nach, der einzigen Einrichtung dieser Art in der Uckermark.
Auf dem Marktplatz in Angermünde hat es am Freitag dann ein beeindruckendes Statement gegen Gewalt an Frauen und Kindern gegeben. Mit Wunderkerzen erhellten die Tänzer und die Schaulustigen den Abendhimmel. Danach gab es noch einen Tanz und dann endete die Kundgebung. Eines steht aber fest: Im kommenden Jahr tanzen sie wieder.