Bei Ausgrabungen auf dem ältesten Gräberfeld in Deutschland, einem mittelsteinzeitlichen Bestattungsplatz in Groß Fredenwalde in der Uckermark, haben Archäologen ein 8000 Jahre altes Grab entdeckt. Das teilte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologische Landesmuseum mit.
Im Grab, das bereits durch die moderne Landnutzung beschädigt war, befanden sich die wesentlichen Teile eines Skeletts. Prof. Dr. Franz Schopper, Landesarchäologe Brandenburgs, machte sich persönlich ein Bild von dem außergewöhnlichen Fund. Gemeinsam mit den an den Grabungen beteiligten Experten der Universitäten Göttingen und Kiel hofft er darauf, dass das Gräberfeld noch weitere Überraschungen bereit hält.

Untersuchung im Labor der Hochschule für Technik und Wirtschaft

Um die Bestattung unter optimalen Bedingungen weiter untersuchen zu können, wurde sie im Block geborgen. Im Labor der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) wird die Freilegung erfolgen. Parallel dazu wird auch der im Juni 2019 geborgene Block bearbeitet, dessen für das Frühjahr 2020 geplante Untersuchung aufgrund der Corona-Pandemie bisher nicht ausgeführt werden konnte.
Proben aus den menschlichen Gebeinen von Groß Fredenwalde werden derzeit am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena auf alte DNA untersucht. Die Ergebnisse werden Anfang nächsten Jahres erwartet.
Der auf dem Weinberg gelegene Fundplatz in Groß Fredenwalde ist seit 1962 bekannt. Bei Nachgrabungen wurden bislang bis zu fünf Gräber mit zehn Individuen verzeichnet. Die Datierung der Gräber reicht von etwa 6400 bis 4900 v. Chr. Im Jahr 2014 wurde dort die älteste Säuglingsbestattung Deutschlands entdeckt. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt liefert wichtige Erkenntnisse für den Übergang von der Mittelsteinzeit mit ihren nicht sesshaften Kulturen zur Jungsteinzeit mit Ackerbau und Viehzucht.